„Wir schaffen das!“: Förderverein Haus Böckum gegründet
„Challenge accepted!“ Nadine Holz war Donnerstagabend im Steinhof in Huckingen bester Stimmung, um die Herausforderung anzunehmen. Bezeichnenderweise im „Raum Böckum“ war gerade der „Förderverein Haus Böckum e.V.“ gegründet worden. Wie alle anderen Gründungsmitglieder kennt sie die großen Aufgaben, die zu bewältigen sind, um die älteste Wasserburg in Duisburg zu retten und vor dem Verfall zu bewahren. Gemeinsam mit Dietmar Ahlemann, der als Vorsitzender agiert, wird sie sich als seine Stellvertreterin maßgeblich an der zukünftigen Gestaltung beteiligen.
Viele Menschen gehen oft um den mittelalterlichen Adelssitz und blicken wehmütig auf das Gebäude, das von Jahr zu Jahr mehr zu zerfallen droht. Nadine Holz hat Anfang des Jahres Ideen entwickelt, wie man das Gelände neu aufstellen und gemeinnützig nutzen kann. In vielen vorbereitenden Gesprächen entstand ein Team mit einem großen Netzwerk, das sich auf vorbereitende Aufgaben konzentrieren will. Deshalb wurde Donnerstag der Förderverein gegründet. Er soll auf einen kleinen Mitgliederkreis beschränkt bleiben, weil sich die Arbeit auf Böckum und nicht eine zu pflegende Mitgliederbasis konzentrieren soll.
Was ist die Idee des Fördervereins? Im historischen Teil der Burg sollen gemeinnütziges Wohnen und ein Hofladen mit Café entstehen. Auch eine Arztpraxis oder Büros – beispielsweise für einen Pflegedienst – könnten hier Platz finden. Der Förderverein soll sich hauptsächlich um vorbereitende Maßnahmen kümmern, damit die Nachfolgegesellschaft, eine gemeinnützige Genossenschaft, ihre Arbeit aufnehmen kann.

Eine Nachfolgegesellschaft soll dann vor allem den Kaufvertrag mit dem derzeitigen Eigentümer abwickeln, die Änderung der Baugenehmigung einholen und die Einheiten in der historischen Burg vermarkten.
Folgende Ziele hat sich der Verein laut Satzung gegeben:
• Erhaltung und denkmalgerechte Entwicklung des historischen Hauses Böckum;
• Vorbereitung einer gemeinnützigen Nutzung der historischen Burg;
• Entwicklung eines inklusiven und generationenübergreifenden Wohn- und Lebensortes;
• Förderung von altengerechtem, inklusivem und Mehrgenerationenwohnen;
• Entwicklung geeigneter gemeinschaftlicher Nutzungen;
• Prüfung und Vorbereitung einer langfristig geeigneten gemeinnützigen Trägerstruktur;
• Vorbereitung des Erwerbs und der Finanzierung des Objekts;
• Prüfung einer wirtschaftlich tragfähigen Entwicklung der großen Scheune einschließlich einer möglichen Abtrennung und Entwicklung von fünf Haus-in-Haus-Einheiten;
• Verwendung möglicher Veräußerungserlöse aus der Scheunenentwicklung zur Finanzierung des gemeinnützigen Gesamtprojekts, soweit dies rechtlich und steuerlich zulässig ist.

Alle Abstimmungen an diesem Abend verliefen einhellig, wie NORDBOTE.de exklusiv miterleben durfte. Neben Dietmar Ahlemann und seiner Stellvertreterin Nadine Holz als Vorsitzende agieren Christian Hilberger als Kassierer und Vera Kropp als Schriftführerin. Der Vorsitzende unterstrich, dass er es begrüßen würde, wenn sich alle Mitglieder als ein Team verstehen würden. Als weitere Gründungsmitglieder waren anwesend: Heide Apel, Beate Lieske, Klaus-Dieter Siebert und Anna von Spiczak. Peter Ibe und Jannik Neuhaus konnten nicht bei dem Termin dabei sein, gehören aber ebenfalls dem Förderverein an. Kassenprüfer sind Heide Apel und Peter Ibe.
Die Versammlung fasste folgenden Grundsatzbeschluss:
*„Der Vorstand wird beauftragt und ermächtigt, die gemeinnützige Entwicklung von Haus Böckum weiter vorzubereiten. Dazu gehören insbesondere die Prüfung des Erwerbs, die Entwicklung eines tragfähigen Finanzierungs- und Nutzungskonzepts, die Prüfung möglicher Fördermittel, die Abstimmung mit öffentlichen Stellen und Eigentümern sowie die Vorbereitung einer geeigneten gemeinnützigen Trägerstruktur.
Weiter soll insbesondere geprüft werden, ob die historische Burg einer langfristigen gemeinnützigen Wohn- und Gemeinschaftsnutzung zugeführt und die große Scheune wirtschaftlich eigenständig entwickelt werden kann. Der Vorstand wird ausdrücklich beauftragt, die rechtliche, steuerliche, denkmalrechtliche,
baurechtliche und wirtschaftliche Zulässigkeit dieses Modells vor verbindlichen Entscheidungen prüfen zu lassen."*
Mit einem Getränk stießen anschließend alle fröhlich auf die gelungene Vereinsgründung an. Aber sie wissen: Es liegt noch viel Arbeit vor ihnen. Interessiert schauten sie sich die ersten Pläne an, wie die U-Form im historischen Gebäude von Gut Böckum zu sozialem Wohnraum entwickelt werden könnte. Angedacht sind barrierefreie Wohnungen zwischen 56 und 150 Quadratmeter, die sowohl für Alleinstehende als auch für Familien geeignet sein sollen, ausgestattet mit Wärmepumpe und Fußbodenheizung. Diese Pläne für das insgesamt fast 33.000 Quadratmeter große Gelände sollen und müssen jetzt mit der Baubehörde sowie der Unteren Denkmalbehörde abgestimmt werden.
Der Vorstand wird sich auch um die Eintragung ins Vereinsregister kümmern. Wenn das geschehen und ein Vereinskonto eingerichtet ist, werden die Kontodaten auf einer Vereinswebseite veröffentlicht, sodass gespendet werden kann. Spenden an den gemeinnützigen Verein können von der Steuer abgesetzt werden.

Der Aufgabenberg ist groß. Nadine Holz freut sich, dass ihre Vision Wirklichkeit werden könnte. Über die sozialen Medien erhält sie sehr viel Zuspruch für das Vorhaben, sowohl von Menschen aus der Umgebung als auch von solchen, die hier nicht (mehr) leben. Sie ist zuversichtlich: „Wir schaffen das! Ich hoffe sehr, dass es weiter so in die richtige Richtung geht. Umwege dürfen sein, aber bitte kein Baustopp!“