„Rheinwärts“: Andrea und Bertold Mohr stellen im Kaiserswerther Museum aus
Unter dem Titel „Rheinwärts“ zeigen Andrea und Bertold Mohr ihre Werke im Museum des Heimat- und Bürgervereins Kaiserswerth an der Fliednerstraße 32. Zur Vernissage hatte der Verein für den 6. November in seine Museumsräume eingeladen.
So sehr die beiden Künstler als Ehepaar miteinander verbunden sein mögen, in ihren Werken treten sie in vielseitiger Weise mit sehr unterschiedlicher, eigenständiger Formensprache auf. Nur eine Beziehung zur Rheinlandschaft haben beide gemeinsam.
Nach einer Einführung in die Ausstellung durch die Kuratorin Dr. Barbara Grotkamp-Schepers zeigte Bertold Mohr in der Aula der Grundschule, im gleichen Gebäude wie das Museum, eine Performance mit mehr oder weniger bekannten und seltsamen Gegenständen, Licht, Geräuschen und Bewegung. Schließlich „versteckte“ er sich auch noch hinter schwarzer Folie. Die Gäste staunten, wunderten sich und waren überrascht von den skurrilen und kreativen Darstellungen. Eine solche Performance war erstmalig bei Vernissagen des Heimat- und Bürgervereins.

Bertold Mohr arbeitet viel mit gefundenen Hölzern, teilweise sind es Relikte aus dem Rhein, aber auch Teile von Möbelstücken, gepolsterte Sitze und Stuhllehnen, die er seinem energischen künstlerischen Eingriff unterzieht. Er verfremdet das Vorgefundene und bringt es in einen neuen optisch-ästhetischen Zusammenhang. Er liebt auch gestrichene Bewegungen mit Lack und Kreide auf Papier oder mit schwarzem Ruß angestrichene Bildflächen, auf denen weiße, an den Konturen sich auflösende Gestalten tanzen.
Andrea Mohr ist in anderer Weise noch deutlicher als ihr Mann durch den Rhein und die von ihm ausgehenden atmosphärischen Eindrücke geprägt. In ihrer Malerei fängt sie die wechselnden Farb- und Lichtzustände ein und verwendet immer wieder die Horizontlinie, an der sich das Motiv im Wasser spiegelt – meist durch eine Linie aus Blattsilber oder -gold betont. Ihre Objekte und Skulpturen basieren auf meist ungewöhnlich geformten Fundhölzern vom Rheinufer.
Nach einem Rundgang durch die Ausstellungsräume war bei einem Glas Wein, Mineralwasser und Salzgebäck viel zu rätseln und zu diskutieren. Aber auch über andere Themen tauscht man sich im Heimat- und Bürgerverein bei solchen Gelegenheiten aus, bei freiem Eintritt. Dabei geht es um Kommunales, Nachbarliches, Politisches oder was sonst die Menschen bewegt. Hier trifft sich die Kaiserswerther Gesellschaft.
Das Museum ist samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Am Sonntag, 22. November, 12 Uhr, führt Dr. Barbara Grotkamp-Schepers durch die Ausstellung, Andrea und Bertold Mohr sind anwesend, ebenso zur Finissage am Sonntag, 17. Januar 2027, ab 15 Uhr. Zu diesen Terminen ist eine Anmeldung erforderlich, Telefon 0211 403614 (AB) oder info@hbv-kaiserswerth.de.