Ein wertvolles Naturdenkmal in Kaiserswerth
In Kaiserswerth gibt es nicht nur wertvolle historische Denkmäler, sondern auch ein kostbares, geschütztes Naturdenkmal, das Spee-Biotop an der Kittelbachstraße.
Bei der Auskiesung der Kaiserswerth-Kalkumer Seenplatte in den 1970er Jahren ist nicht benötigter Kies in einer älteren Grube an der Kittelbachstraße abgelegt worden. Die dadurch entstandenen Kiesflächen wurden in Verbindung mit flachem Wasser zum Lebensraum für Amphibien wie Molche, Lurche und Salamander. Ihre natürlichen Lebensräume sind Sandbänke, die es früher im Rhein und in den ebenfalls regulierten Bächen wie Anger, Schwarzbach und Kittelbach gab. Gregor Menges, damals Vorsitzender des Heimat- und Bürgervereins Kaiserswerth und Biologielehrer, erkannte dies. Er unterstützte die Amphibien, indem er im sonnigen, kiesigen Gelände flache Teiche und Tümpel schuf. Etliche seiner Schüler legten mit Hand an. Mit viel Durchsetzungskraft erreichte er, dass die vorgesehene Verfüllung des Baggerlochs an der Kittelbachstraße unterblieb. Für seinen Einsatz und die Erfolge erhielt er beziehungsweise der Verein damals den Umweltschutzpreis der Stadt Düsseldorf. Das Biotop wurde unter Schutz gestellt und in die Naturdenkmalliste der Stadt Düsseldorf eingetragen.
Der Heimat- und Bürgerverein Kaiserswerth hat eine Patenschaft für das Biotop übernommen. Derzeit ist Karl Döhler Leiter der entsprechenden Arbeitsgemeinschaft im Verein. Gelegentlich wird sie von der städtischen Jugendberufshilfe unterstützt. Regelmäßig kommt die NAJU mit Anette Hoffmann, ihren Helferinnen und Kindern zwischen acht und zwölf Jahren zu Workshops zum spielerischen, mithelfenden Lernen. Sie war auch am Samstag, 31. Oktober, mit ihrer Truppe vor Ort, als ein großer herbstlicher Arbeitseinsatz im Biotop anstand. Von der Biologischen Station Haus Bürgel kam Diplom-Biologe Norbert Tenten mit gut ausgerüsteten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Damit die kiesigen Flächen, Teiche und Tümpel nicht überwuchert und zu stark beschattet werden, ist das Zurückschneiden von Wildwuchs erforderlich, vor allem von schnell wachsenden Weiden. Karl Döhler, Leiter der Arbeitsgemeinschaft Spee-Biotop, war mit den beiden ehrenamtlichen Helfern Jürgen Junghans und Andreas Löchel ebenfalls im Einsatz.
Kinder der OGS der Grundschule Kaiserswerth kommen auch gern ins Spee-Biotop. Sie lernen hier vor Ort und naturnah kennen, was im und um das Wasser herum lebt. Der zweifache Diplom-Ingenieur Christian Starkloff ist dabei Lehrmeister, unterstützt von der Stiftung für Gewässerschutz & Wanderfische NRW. Der in früheren Jahren so beliebte ornithologische Spaziergang durch und um das Spee-Biotop im Frühjahr, mit anschließendem gemütlichem Beisammensein um den Grill herum, ist für das kommende Jahr als allgemein naturkundliche Führung wieder angedacht. Es fehlt noch ein naturkundlicher Führer. Wer kann und möchte das übernehmen? Rückmeldungen nimmt der Verein unter Telefon 0211 403614 (Anrufbeantworter) oder per E-Mail an info@museum-kaiserswerth.de entgegen.
