Ein archäologischer Schatz in Kaiserswerth
Mit einem spannenden Vortrag von Dr. Hans-Peter Schletter vor dem Förderverein des archäologischen Museums auf Burg Linn im März über die schwierige Bergung des Plattbodenschiffes in Kaiserswerth, haben sich Überlegungen, wo und wann dieser einmalige Fund in Zukunft ausgestellt werden könnte, wieder belebt.
Im Sommer 2009 war bei der Erneuerung des Deiches unterhalb des Mühlenturms überraschend ein Schiff aus dem 17. Jahrhundert entdeckt worden. Dr. Schletter hatte die Leitung der aufwendigen archäologischen Bergung. Der in der Fachsprache als Kaiserswerther Nachen bezeichnete Fund ist im Bereich des Rheins der am besten erhaltene dieses Schiffstyps aus dieser Zeit (flacher Boden, aufsteigend zu Bug und Heck) in dieser Größe (18 m lang, 3 m breit).
Der neue Leiter des Schifffahrtmuseums (seit Mai 2025) Dr. Marcus Todoric befasst sich in seiner Dissertation „Nachen auf dem Rhein“ sehr ausführlich auch mit dem Kaiserswerther Nachen. Seine Arbeit ist als reich bebildertes Buch im Mercator Verlag Duisburg 2025 erschienen. In einer Zusammenfassung schreibt er über den Kaiserswerther Nachen „er könnte in einem musealen Kontext als beeindruckendes Objekt der Öffentlichkeit rheinische Geschichte vermitteln“ (Seite 250).
Um diesen Gedanken umzusetzen, ist es angebracht, angesichts der in Deutschland besonders langen Planungs- und Genehmigungsprozesse, diesen jetzt einzuleiten. Der Fund liegt schon 16 Jahre zurück.
Auch der vom Architekten Hinnerk Meyer im Juli 2025 in der WDR-Lokalzeit vorgetragene kreative Entwurf einer Ausstellungshalle direkt am Fundort hatte die Überlegungen zu diesem einmaligen Fund in Kaiserswerth belebt.
Der Heimat- und Bürgerverein Kaiserswerth bemüht sich, für seine Räume ebenfalls Referenten über diesen archäologischen Schatz zu gewinnen. Dr. Jona Schröder und Sabine Thomsen vom Düsseldorfer Institut für Denkmalpflege und Denkmalschutz hatten am 6. Oktober diesen Fund in einem Vortrag „Archäologie in Kaiserswerth“ nur gestreift.
Der Kaiserswerther Nachen wurde nach der Bergung zerlegt und in eine spezielle Werkstatt im Schleswiger Landesmuseum zur Restaurierung gebracht. Inzwischen ist er zurück, in einem dafür geeigneten Raum am Bertha-von-Suttner-Platz eingelagert und wird wieder zusammengefügt.
Die bisherigen Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund € 1,15 Mio. Ungefähr die Hälfte davon wurde für die Bergung benötigt und durch Zuschüsse des Landes NRW gedeckt. Die Kosten für das aktuelle Projekt (Lagerung und Zusammenbau) umfassen zusätzliche Kosten von ca. € 480 000,-. Ein Anteil von ca. € 340 000,- wird durch die regionale Kulturförderung des Landesverbands Rheinland (LVR) übernommen.
