Angermund feiert 125 Jahre St. Martinskomitee mit einem Jubiläumsabend im Bürgerhaus
Angermund blickt in diesem November auf 125 Jahre organisiertes Martinsbrauchtum zurück. Zum Jubiläum des St. Martinskomitees Angermund gibt es am Dienstag, 3. November, um 19 Uhr einen Jubiläumsabend im Garten des Bürgerhauses Angermund, Graf-Engelbert-Straße 9. Bei Regen zieht die Feier ins Bürgerhaus um. Das teilt Alexandra Stenger-von Unruh vom Angermunder Kulturkreis mit, der den Abend gemeinsam mit dem St. Martinskomitee und den Adventsfreunden Angermund ausrichtet.
Drei Redner führen durch den Abend. Sebastian Freitag vom Martinsbund stellt das Martinsbrauchtum vor, insbesondere die Rheinische Martinstradition, die bundesweit als Kulturerbe anerkannt ist. Wolfgang Stecher, 1. Vorsitzender des St. Martinskomitees, berichtet über 125 Jahre Martinsbrauchtum in Angermund und über das ehrenamtliche Engagement des Komitees. Tim Küsters, 1. Vorsitzender der Adventsfreunde Angermund, präsentiert die Festschrift, die zum Jubiläum entstanden ist und die Geschichte dieser traditionsreichen Angermunder Einrichtung dokumentiert.
Dazu kommt die Ausstellung „Rheinische Martinstradition“, die der Martinsbund unter dem Titel „Kulturerbe Sankt Martin“ konzipiert hat. Sie zeigt das Leben und Wirken Martins, die Entwicklung alter Bräuche hin zum heutigen Martinsfest, die Bedeutung des Festes in anderen Regionen und Ländern sowie Informationen zum Kulturerbe selbst. Am Jubiläumsabend ist sie im Bürgerhaus zu sehen. Die Kinder der Grundschule und der Kindergärten können sie vom 3. bis 11. November besuchen, nach Absprache ihrer Einrichtungen mit dem Kulturkreis.
Das Bürgerhaus selbst wird Teil des Jubiläums. Mit seiner Fassade und den kleinteiligen Sprossenfenstern gehört es zu den Wahrzeichen Angermunds. Die Kinder der Angermunder Schule und Kindergärten gestalten auf buntem Papier Motive, die auf die Fenster geklebt werden. Von innen beleuchtet, erscheint die gesamte Fensterfront von der Straße aus farbig und vielfältig. Das „Leuchtende Bürgerhaus“ erstrahlt erstmals am 3. November zum Veranstaltungsbeginn um 19 Uhr, danach von Mittwoch, 4., bis Mittwoch, 11. November, täglich von 18 bis 20 Uhr. Weckmann und Glühwein sorgen am Jubiläumsabend für die passende Stärkung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, eine Spende zur Deckung der Kosten ist willkommen.
Die Tradition begann im November 1901 mit einem Brief des Angermunder Bürgermeisters Carl Baasel an den Lehrer Jakob Lieblang. „Das willkürliche Umherziehen der Kinder am Martinsabend und bis in den späten Abend hinein führt zu allerlei Unzuträglichkeiten“, schrieb Baasel und ordnete einen gemeinsamen Zug der Kinder bei Beginn der Dunkelheit an, nach dem die Kinder mit Obst beschenkt werden sollten. So überliefert es Antonius Labonte in seinem Aufsatz „Das Martinsfest in Angermund“ im Jahrbuch 1984 des Angermunder Kulturkreises. Aus der Anordnung entstand ein Komitee aus Vertretern von Schule, Vereinen, Kirche, Verwaltung und Privatpersonen, das seither das Martinsfest organisiert. 2018 ging die Aufgabe an einen eingetragenen Verein über, das „St. Martinskomitee Angermund von 1901“ e.V.
Der Martinszug selbst folgt am Freitag, 6. November, ab etwa 17.20 Uhr von der Friedrich-von-Spee-Schule, Am Litzgraben 28a (Termin im Kalender). Die ganze Geschichte der Angermunder Martinszüge seit 1901 steht im Beitrag 125 Jahre Martinsumzüge in Angermund.
Veranstaltungen
Jubiläumsabend 125 Jahre St. Martinskomitee Angermund