kfd Angermund lädt zum Vortrag über Abbé Franz Stock ein
Am Donnerstag, 5. November, lädt die kfd Angermund zu einem Vortrag über den deutschen Priester Franz Stock und sein Wirken in Frankreich während der Besatzungszeit ein. Die Veranstaltung findet im Pfarrheim der St. Agnes-Kirche, Graf-Engelbert-Straße 14, 40489 Angermund, statt. Der Beginn ist um 19.15 Uhr.
Franz Stock wurde am 21. September 1904 in Neheim (Westfalen) geboren. Nach dem Studium der katholischen Theologie in Paderborn und drei Studiensemestern in Paris wurde er 1932 zum Priester geweiht.
1934 übernahm er die Leitung der deutschen katholischen Gemeinde in Paris. Dank seiner Sprachkenntnisse, seiner Frankreich-Erfahrung und seines Verständnisses für die französische Kultur war er für diese Aufgabe besonders geeignet. Der Titel „Abbé“ bezeichnet in Frankreich einen Weltpriester ohne Ordenszugehörigkeit.
Während der deutschen Besatzung wirkte Abbé Franz Stock als Gefängnisseelsorger in Paris und am Hinrichtungsort Mont Valérien. Er begleitete zahlreiche französische Widerstandskämpfer, Geiseln und deutsche Soldaten auf ihrem letzten Weg, spendete Trost und übermittelte heimlich Nachrichten an ihre Angehörigen.
Abbé Franz Stock starb am 24. Februar 1948 in Paris. Die Trauerfeier leitete der spätere Papst Johannes XXIII., damals Nuntius Roncalli. Dabei prägte er den Satz: „Abbé Franz Stock ist nicht nur ein Name, er ist ein Programm!“, den er 1962 als Papst erneut aufgriff.
Heute gilt Franz Stock als einer der Wegbereiter der deutsch-französischen Aussöhnung. Der Platz vor dem „Mémorial de la France Combattante“ trägt seinen Namen. In zahlreichen Gedenkfeiern mit politischer Prominenz wurde an Abbé Franz Stock erinnert; zahlreiche Schulen tragen seinen Namen.
Die Referentin, Dr. Ingeborg Christ, ist Romanistin, Fremdsprachendidaktikerin und ehemalige Ministerialrätin. Für ihr Engagement für die französische Sprache und die deutsch-französische Verständigung wurde sie mit der Ehrennadel der Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften ausgezeichnet. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, Prof. Herbert Christ, gründete sie 1999 die Herbert-und-Ingeborg-Christ-Stiftung „Lehren und Lernen fremder Sprachen“.
Der Eintritt kostet für Mitglieder der kfd 3 Euro, für Nichtmitglieder 5 Euro.