Weckt den Kaiserswerther Markt!
Unter dieser Überschrift hat eine Gruppe Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen eine Kampagne gestartet. Sie wollen die Potenziale „erwecken“, die im Kaiserswerther Markt stecken. Über den Start am Internationalen Parking Day hat der NORDBOTE bereits berichtet.
In einem Flyer lassen sie den Markt selbst sprechen: „Ich bin der zentrale Platz im ältesten Stadtteil Düsseldorfs. Meine Geschichte reicht ins tiefe Mittelalter zurück: Und dennoch behandelt mich diese Stadt seit Jahrzehnten stiefmütterlich. Nur das Notwendigste wird gemacht. Zwar reiht sich Gutachten an Gutachten, Untersuchung an Untersuchung, Workshop an Workshop. Aber das Ergebnis ist Null. Das will ich nicht weiter hinnehmen!“
In einer ersten Etappe möchte die Gruppe mit Karsten Schmidt (Bezirksvertreter), Giovanna Longo und Dr. Jens Baganz erfragen, welche Vorstellungen und Wünsche die verschiedenen Nutzer des Marktes haben. Gemeint sind direkte Anwohner und solche aus dem Umfeld, Kunden und Inhaber der am Markt ansässigen Geschäfte, Dienstleister und deren Klienten, Senioren und Schüler, Ausflügler und Passanten, zum Beispiel auf dem Weg zur Uferpromenade. Dazu können Fragebögen auf Papier, im Internet bis Ende des Jahres unter fantasie@weckt-den-kaiserswerther-markt.nrw ausgefüllt werden, oder in den sozialen Netzen Instagram und Facebook. Anfang 2027 sollen die Antworten ausgewertet werden. Möglichst viele Wünsche, Anregungen und Meinungen aus der Bevölkerung sollten zusammenkommen, natürlich von jeder Person nur ein Fragebogen.

Drei KI-Visualisierungen, wie der Kaiserswerther Markt aussehen könnte, haben wir hier aus dem Flyer übernommen. Es sind keine konkreten Vorschläge oder Planungen für den Markt, sondern nur Beispiele, was auf diesem zentralen Platz denkbar und möglich ist.
An einem Informationsstand der Gruppe am Freitag, 18. September, vor dem Rathaus äußerten sich einige unmittelbare Anwohner dahingehend, dass aus dem Markt keine „Bolkerstraße“ werden darf, Kaiserswerth aber auch kein Museumsdorf ist. Deren Vorstellung ist ein städtischer, zentraler Platz, von Bäumen beschattet, mit hoher Wohn- und Aufenthaltsqualität. Verkehr mit Kraftfahrzeugen sei jetzt und in Zukunft unabdingbar, aber Durchgangsverkehr und Parkplatz-Suchverkehr wäre zu unterbinden. Bauarbeiten wären so zu organisieren, dass Anwohner und insbesondere Geschäfte und Dienstleister nicht über Gebühr belastet werden. Auch während der Bauzeit müsste der Markt attraktiv und belebt bleiben, anders als auf der Friedrichstraße in Düsseldorf. Grenzen finden alle Maßnahmen auch in der Finanzierbarkeit.
Anzumerken bleibt, ein weitgehend durch Fördermittel des Landes finanziertes „Entwicklungskonzept Kaiserswerth“ war 2004 vom Rat der Stadt beschlossen und bis 2014 erfolgreich umgesetzt worden. Der Kaiserswerther Markt war ursprünglich einer der Kernpunkte dieses Konzepts. Da sich damals aber Bürger und lokale Politiker über Punkte wie Parken und Höhe der Bordsteine nicht einig werden konnten, wurde in der damaligen Beschluss-Vorlage für den Rat festgestellt, die Mehrheit der Bürger wolle den Zustand beibehalten.

Inzwischen sind die wunderbaren rotblühenden Rosskastanien abgestorben. Der Einzelhandel wurde nicht gestärkt, es sind eher immer wieder Leerstände zu verzeichnen. Erweitert hat sich lediglich die Freiluft-Gastronomie. hs