Teil des Transformationspfades: HKM nimmt Koksofen-Batterie 2 außer Betrieb
Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) haben am Dienstag, 15. September, die Batterie 2 der Kokerei außer Betrieb genommen. Diese Maßnahme gilt als Teil des Transformationspfades der HKM auf dem Weg zu einer weitestgehend klimaneutralen Stahlerzeugung. Ab 2029 soll am Standort Duisburg ein moderner Elektrolichtbogenofen die bisherige Produktionsroute grundlegend verändern (https://nordbote.de/bei-hkm-entsteht-deutschlands-groesster-elektrolichtbogenofen).
„Die Koksofen-Batterie 2 war seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1984 über mehr als vier Jahrzehnte ein zentraler Bestandteil der Produktionsroute bei HKM“, teilt das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. „Bei ihrer Inbetriebnahme war sie die größte und eine der modernsten Einzelbatterien weltweit.“ Mit einer Jahresleistung von rund 1,1 Millionen Tonnen Koks versorgte sie die Hochöfen zuverlässig mit hochwertigem Koks. Insgesamt wurden auf der Anlage knapp 45 Millionen Tonnen Koks produziert. Damit habe Batterie 2 deutlich länger und leistungsfähiger gearbeitet, als ursprünglich erwartet.

Andreas Betzler, Sprecher der Geschäftsführung der HKM, ordnet die Außerbetriebnahme als wichtigen Schritt im Wandel des Unternehmens ein: „Die Außerbetriebnahme der Batterie 2 ist ein bedeutender Einschnitt für HKM und für viele Menschen, die über Jahrzehnte mit dieser Anlage verbunden waren. Diese Batterie steht für industrielle Leistungsfähigkeit, technisches Können und den Einsatz ganzer Generationen von Kolleginnen und Kollegen. Zugleich ist dieser Schritt Teil unseres Weges nach vorn: Wir richten HKM für eine neue, klimafreundlichere Produktionswelt aus. Als vollständig in den Salzgitter-Konzern integriertes Unternehmen gestalten wir jetzt die nächste Etappe unseres Standortes.“
Die Außerbetriebnahme der Batterie 2 erfolge schrittweise und kontrolliert: Zunächst wird die Produktion heruntergefahren, bis alle Öfen der Batterie leer sind. Anschließend werden die Leitungen kontrolliert gasfrei gemacht und von weiterbetriebenen Anlagenteilen getrennt. Im weiteren Verlauf wird der Bereich baulich gesichert. Bei allen Maßnahmen stehen die Sicherheit der Beschäftigten, der Umwelt- und Nachbarschaftsschutz sowie ein geordneter technischer Ablauf im Mittelpunkt.
„Die Kokerei bleibt in der Transformationsphase weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Standortes“, heißt es weiter. Die Batterie 1 werde weiter betrieben und stelle die Versorgung mit Koks in der erforderlichen Qualität und Menge sicher. Damit bleibe die Kokerei auch nach der Außerbetriebnahme von Batterie 2 Teil der laufenden Produktion bei HKM. Zugleich werden die Prozesse auf den veränderten Bedarf und die nächsten Schritte der Transformation ausgerichtet.
Benedikt Kopietz, Leiter der HKM-Kokerei, würdigt die technische und menschliche Leistung hinter der langen Betriebszeit der Batterie: Das sei „nicht nur eine technische Leistung, sondern vor allem das Ergebnis der Sorgfalt, Erfahrung und Verantwortung unserer Mannschaft.“

Hintergrund der Außerbetriebnahme sei die Neuausrichtung der Produktionsroute bei HKM. Im Zuge der Transformation sinke der Bedarf an Koks und Roheisen. Mit dem geplanten Elektrolichtbogenofen soll künftig stärker auf Schrott und Strom gesetzt werden. Das Ziel: Den Standort Duisburg langfristig für eine weitestgehend klimaneutrale Stahlerzeugung aufzustellen. Die Außerbetriebnahme der Batterie 2 markiert damit das Ende eines wichtigen Kapitels der bisherigen Anlagenwelt und zugleich einen weiteren Schritt auf dem Weg in die industrielle Zukunft der HKM.