Starkes Zeichen: Wüst, Lies und Benner zu Besuch bei HKM
Als ein starkes Zeichen wurde bei den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) prominenter Besuch gewertet: Am Montag, 19. Oktober, informierten sich neben den beiden Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (NRW) und Olaf Lies (Niedersachsen) auch die Erste Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, über die Transformationsstrategie der Salzgitter AG. Der Bau des künftigen Elektrolichtbogenofens sei eine wichtige Grundlage, um Stahlproduktion und industrielle Wertschöpfung in der Region zu erhalten. Wüst unterstrich, dass die Stahlindustrie zur DNA von NRW gehöre: „Duisburger Stahl hat unser Land stark gemacht und er wird unser Land auch in Zukunft stark machen.“
Die Veränderungen in Hüttenheim sind groß. Seit Juli gehört HKM zur Salzgitter AG. Hochofen A wurde im September nach 53 Jahren abgeschaltet (https://nordbote.de/hochofen-a-in-huettenheim-ist-nach-mehr-als-53-jahren-ausser-betrieb-27189781), die Batterie der Kokerei 2 steht still und 450 Mitarbeiter haben Ende September das Unternehmen „beinahe geräuschlos“ verlassen, weitere werden folgen. Jetzt geht es darum, den Standort für die Zukunft aufzustellen.

Beide Länderchefs forderten die Umsetzung klarer Rahmenbedingungen: bezahlbarer Strom, fairer internationaler Wettbewerb und verlässliche Nachfrage nach grünem Stahl. Dafür setzten sie sich in Berlin und Brüssel ein. Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG, bezeichnete den gemeinsamen Besuch als ein starkes Signal für den Standort Duisburg und für die Stahlindustrie in Deutschland: „Zwei Bundesländer, zwei Standorte, unterschiedliche Rollen, aber eine Strategie.“
Begleitet wurden Wüst, Lies und Benner bei ihrem Rundgang über das HKM-Gelände von Groebler sowie von Andreas Betzler, Sprecher der Geschäftsführung der HKM, und weiteren Mitgliedern der HKM-Geschäftsführung. Nach einer kurzen Einführung machten sich alle vor Ort ein Bild vom Baufeld des künftigen Elektrolichtbogenofens. Die Anlage wird mit einem Abstichgewicht von 285 Tonnen und einer Kapazität von bis zu 2,5 Millionen Tonnen der größte Elektrolichtbogenofen Deutschlands und der zweitgrößte in der Europäischen Union. Er soll ab 2029 CO2-reduzierten Stahl erzeugen. Bund und Land Nordrhein-Westfalen fördern das Vorhaben mit 200 Millionen Euro.

Lies erklärte, dass die Salzgitter AG mit dem Programm SALCOS® Wertschöpfung und gute Industriearbeitsplätze sichere. Zudem sei es ein Beitrag zu Unabhängigkeit und Resilienz. Der Weg zur klimaneutralen Stahlproduktion sei richtig, so Christiane Benner. „Er eröffnet eine Zukunftsperspektive für HKM, die Beschäftigten, die Stahlstadt Duisburg und den Industriestandort Deutschland.“ Der notwendige Umbau sei mit dem Abbau vieler Arbeitsplätze verbunden. Umso wichtiger sei es, die Transformation sozial verantwortlich zu gestalten.
Für die HKM unterstrich Andreas Betzler: „Wir bauen im laufenden Betrieb und auf bestehendem Gelände. Das verlangt der Belegschaft viel ab, deshalb ist uns die verlässliche Umsetzung des vereinbarten Übergangs genauso wichtig wie der Bautermin.“ Er bedankte sich bei beiden Ministerpräsidenten, dass sie das Zukunftsprojekt stets mit voller Unterstützung und Rückendeckung begleitet hätten.

Thema des Austauschs war nach Angaben des Unternehmens auch die Beschäftigungssituation am Standort. Der Rahmen für den personellen Übergang sei zwischen Unternehmen, Betriebsrat und IG Metall bereits vereinbart. „Erörtert wurden daher die Qualifizierungsangebote, mit denen Beschäftigte in Duisburg auf die Anforderungen der Elektrostahlroute vorbereitet werden, die Personalbedarfe für den späteren Betrieb des Elektrolichtbogenofens sowie die zeitliche Verzahnung zwischen der auslaufenden Hochofenroute und dem Hochlauf der neuen Anlage. Die Arbeitnehmervertretung machte deutlich, dass Verlässlichkeit in dieser Übergangsphase entscheidend für die Akzeptanz in der Belegschaft ist.“
















