Sören Link begrüßt die Förderempfehlung von 93 Millionen Euro für das Technologiezentrum Wedau
Das geplante Technologiezentrum auf dem Gelände des ehemaligen Bahn-Ausbesserungswerks in Duisburg-Wedau hat im 5-Standorte-Programm des Landes drei Sterne erhalten. Der Strukturstärkungsrat, das Bewertungsgremium des Programms, spricht damit eine Förderempfehlung aus. Auf dieser Grundlage kann das formelle Antragsverfahren für eine Förderung von rund 93 Millionen Euro beginnen. Das teilt die Stadt Duisburg mit.
Oberbürgermeister Sören Link nennt die Entscheidung „ein starkes Signal für Duisburg und die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes“. „Mit dem Technologiezentrum schaffen wir einen Ort, an dem aus Ideen Innovationen werden, Unternehmen wachsen und neue hochwertige Arbeitsplätze entstehen können“, sagt er. Das Projekt könne die wirtschaftliche Transformation der Stadt entscheidend unterstützen und Duisburg als Technologie- und Innovationsstandort weiter stärken.


Auf dem Bahnareal in Wedau-Nord soll ein Innovationsstandort entstehen, der Wissenschaft, Wirtschaft und Gründungen miteinander verbindet. Das Technologiezentrum ist dessen zentraler Baustein. Auf rund 21.000 Quadratmetern sind Büro-, Labor-, Werkstatt- und Technikflächen für technologieorientierte Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen vorgesehen. Die inhaltlichen Schwerpunkte heißen Data Technology, Smart Engineering und Clean Industry. Die Gesamtinvestitionen beziffert die Stadt auf rund 104 Millionen Euro, rund 93 Millionen davon sollen aus der Förderung kommen.
Planung, Bau und späteren Betrieb übernimmt die Technologiezentrum Wedau GmbH. Gesellschafter sind die Stadt Duisburg, die Universität Duisburg-Essen, die Duisburg Business & Innovation GmbH und die Nerra GmbH. Michael Rüscher, Wirtschaftsdezernent und Geschäftsführer der Gesellschaft, spricht von einem wichtigen Etappenerfolg. „Die Drei-Sterne-Bewertung bestätigt die Qualität und das Potenzial unseres Konzepts. Jetzt können wir den nächsten Schritt gehen und das formelle Förderverfahren einleiten“, sagt er. Viele Beteiligte aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik hätten an dem Konzept mitgewirkt, das den Wirtschaftsstandort breiter aufstellen könne.
Für die Universität Duisburg-Essen ist das Zentrum ein Baustein beim Transfer von Forschung in die Praxis. Rektorin Prof. Dr. Barbara Albert erklärt: „Um universitäre Forschungs- und Entwicklungsergebnisse auf die Straße zu bringen und aus ihnen Innovationen und funktionierende Geschäftsmodelle zu machen, braucht man eine Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Das Technologiezentrum ist eine wichtige Brücke, ein Raum für Wissenschaftstransfer.“
Rasmus C. Beck, Geschäftsführer der Duisburg Business & Innovation GmbH, sieht die Realisierung einen wichtigen Schritt näher rücken. Der langfristige wirtschaftliche Erfolg werde aber daran gemessen, ob sich Unternehmen ansiedeln, Gründungen wachsen und weitere Investitionen nach Duisburg kommen. „Wir wollen das Technologiezentrum Wedau im Wettbewerb um technologieorientierte Unternehmen als Duisburger Zukunftsstandort positionieren“, sagt Beck. Michael Buchholz, Geschäftsführer der Nerra GmbH, die das Areal entwickelt, sieht in dem Zentrum eine mögliche Initialzündung für das gesamte Quartier. Es schaffe neue Möglichkeiten für Innovation, Wissenstransfer und Beschäftigung.
Das Technologiequartier wächst damit in Etappen. Anfang des Jahres hatte bereits die Flächensanierung des Bahnareals als erster Baustein drei Sterne bekommen, damals ging es um Fördermittel von bis zu 48 Millionen Euro. Im Juli nahmen die Stadtwerke Duisburg im denkmalgeschützten Kesselhaus des früheren Ausbesserungswerks ihre Energiezentrale in Betrieb. Als nächsten Schritt erarbeiten die Partner nun den formellen Förderantrag und reichen ihn bei der Bezirksregierung Düsseldorf ein. Einen Zeitplan für Baubeginn und Eröffnung nennt die Stadt noch nicht.