Studierende der HBK Essen zeigen Kunst im Klinikgarten in Kaiserswerth
Bis Samstag, 31. Oktober, hängen in den Laubengängen des Klinikgartens der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Florence-Nightingale-Krankenhaus, Kreuzbergstraße 79 in Kaiserswerth, 24 Kunstwerke von 21 Studierenden der Hochschule der Bildenden Künste Essen. Die Gartentür am Haus Johannisberg steht täglich von 16 bis 17 Uhr offen, Spaziergänger und Kunstinteressierte können die Banner betrachten, auf sich wirken lassen und darüber ins Gespräch kommen. Das teilt die Kaiserswerther Diakonie mit.
Entstanden sind die Arbeiten in einem Seminar bei Prof. Markus Vater. Die Studierenden besuchten den Garten, eine ehemalige Patientin, ein Kunsttherapeut und ein Arzt schilderten ihnen ihre persönlichen Perspektiven auf Kunst. Aus diesen Eindrücken heraus schufen die Studierenden ihre Werke eigens für den Klinikgarten. Eröffnet wurde die Ausstellung bei einem Sommerfest mit Künstlerinnen und Künstlern, Patientinnen und Patienten, Mitarbeitenden und Gästen. Die Ausstellung der Bannerkunst läuft im fünften Jahr in Kooperation mit der Essener Hochschule.


„Mit der Ausstellung will die Klinik als kultureller Ort entdeckt und in das soziale Leben integriert werden“, sagt Chefarzt Prof. Dr. med. Joachim Cordes über die jährlichen Kunstausstellungen. „Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Kunst Wahrnehmung anregt, emotionale Prozesse unterstützt und Räume für Reflexion und Austausch schaffen kann. Über Kunstwerke kann Kommunikation angebahnt werden, sodass ein Austausch über die eigene Situation entstehen kann.“

Welche Wirkung Kunst entfalten kann, schilderte bei der Eröffnung eine frühere Patientin, die sich im vergangenen Jahr wegen schwerer Ängste in der Klinik behandeln ließ. Für ihre Gefühle habe sie damals keine Sprache gefunden, obwohl Sprache beruflich ihr Medium sei. Bei Spaziergängen im Klinikgarten und beim wiederkehrenden Betrachten der Kunstwerke habe sie Natur und Kunst für sich entdeckt, das habe ihr gutgetan, und für das Unaussprechliche habe sie so eine Sprache gefunden.

„Neben dem ästhetischen Aspekt hat Kunst immer auch einen heilenden Aspekt, bietet die Möglichkeit zur Selbstreflektion, zum Austausch, zur Konfrontation mit schwierigen Themen und auch Inspiration“, sagt Kunsttherapeut Simon Dierkes.
Markus Vater lebt in London und Düsseldorf und lehrt als Professor für Malerei/Grafik und Kunst an der Hochschule der Bildenden Künste Essen. Vor zwei Jahren stellte er selbst gemeinsam mit anderen Meisterschülerinnen und Meisterschülern von Alfonso Hüppi im Garten der Klinik aus. In diesem Jahr zeigen Marcel Asendorf, Chaymae Assahout, Josip Dubravac, Iris Edinger, Habiba Hany El Kohly, Gioia Girardet, Yulu Han, Susan Kempfer, Anastasija Kojic, Jonah Samuel Lang, Thomas Lorenz, Jil Meyers, Hannah Mickeleit, Olivia Pawelek, Daniela Rukhamina, Ava Magdalena Schwarz, Alexandra Schweda, Ole Sorns, Melina Speck, Daniela Vittinghoff und Tianxin Wan ihre Werke.
Am Mittwoch, 21. Oktober, um 16 Uhr führen die Künstlerinnen und Künstler selbst durch den Garten. Wer mitgehen möchte, meldet sich bis Mittwoch, 14. Oktober, unter www.florence-nightingale-krankenhaus.de/psy_kunstrundgang an.