Prüfen, rufen, drücken: In Kaiserswerth kann jeder Wiederbelebung üben
Prüfen, rufen, drücken — mehr braucht es im ersten Moment nicht, wenn ein Mensch plötzlich zusammenbricht und sein Herz stehen bleibt. Wie das geht, können Interessierte am Mittwoch, 23. September, von 12 bis 15 Uhr im Florence-Nightingale-Krankenhaus an der Kreuzbergstraße 79 in Kaiserswerth üben. Das Team der Intensivstation schult im Konferenzraum in der Eingangshalle, kostenfrei und ohne Anmeldung. Das teilt die Kaiserswerther Diakonie mit.
Wer vorbeikommt, legt selbst Hand an und übt die Herzdruckmassage an einer Puppe. Angeleitet wird das Training von Nikoletta Dimitriadou-Xanthopoulou, Advanced Practice Nurse auf der Intensivstation und Initiatorin der Aktion, gemeinsam mit Thomas Kleist, Fachkrankenpfleger für Intensiv und Anästhesie, und Norbert Papendell, stellvertretende Pflegerische Abteilungsleitung der Intensivstation. Alle drei sind ACLS-Instruktoren, dürfen also nach den Richtlinien der American Heart Association Kurse für das Advanced Cardiovascular Life Support geben.
„Durch ein schnelles Eingreifen kann die Überlebenschance bei einem Herzstillstand signifikant verbessert werden“, sagt Dimitriadou-Xanthopoulou. Ausdrücklich lädt sie auch Familien ein, denn die meisten Fälle von plötzlichem Herzstillstand ereignen sich zu Hause oder im Freundeskreis. „Jeder kann einfach vorbeikommen und die Wiederbelebungsmaßnahmen an einer Puppe üben.“
Dass Laien sich das zutrauen, ist Professor Dr. med. Antje Gottschalk ein langjähriges Anliegen. „Es ist einfach, Leben zu retten – prüfen, rufen, drücken – und jeder kann es!“, erklärt die Chefärztin der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie. Seit vielen Jahren schult sie Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte darin, im Notfall richtig zu reagieren. Seit dem vergangenen Jahr begleitet das Florence-Nightingale-Krankenhaus als Partnerorganisation für den Regierungsbezirk Düsseldorf die Einführung von Reanimationstrainings an Schulen in Nordrhein-Westfalen.
Die „Woche der Wiederbelebung“ geht auf die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin und den Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten zurück. Sie steht unter dem Motto „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“.