Keine Haushaltsmittel der Bezirksvertretung 5 für Kunst im Lantz'schen Park
Die Stadtverwaltung hatte der Bezirksvertretung 5 in der Sitzung am 15. September angeboten, eine bisher eingelagerte Büste unbekannter Herkunft der österreichischen Kaiserin Maria Theresia im Lantz'schen Park auf einen dort vorhandenen Sockel zu stellen. Die Restaurierungskosten in Höhe von 16.000 Euro sollten aus dem Budget der Bezirksvertretung bezahlt werden. Mehrheitlich lehnte die Bezirksvertretung ab, es gäbe wichtigere Maßnahmen für ihr Budget.
Mit den „Internationalen Kunstausstellungen“, die bis einschließlich 2025 im Lantz'schen Park jeweils im Sommer stattgefunden hatten, wurde das Budget der Bezirksvertretung nicht belastet. Sie hatte aber den Park als nicht geeignet für solche Ausstellungen und Aktionen gehalten.
Ebenfalls nicht zu Lasten des Budgets der Bezirksvertretung wurde der Park vor wenigen Jahren um ein Kunstwerk bereichert, das sicher nicht geringe Kosten verursachte. Dessen Herkunft ist allein schon deswegen bestens bekannt. Geschaffen hat es herman de vries, geboren am 11. Juli 1931 in Alkmaar. Er gehört der Künstlergruppe ZERO an, zu der auch Heinz Mack, Günther Uecker und Otto Piene zählen. Die ZERO foundation feiert noch bis Samstag, 24. Oktober, im ZERO-Haus in Düsseldorf, Hüttenstraße 104, den 95. Geburtstag von herman de vries.
Seine vielseitige, „radikale“, oft mit Naturmaterialien verbundene Kunst erregte mit auffälligen und außergewöhnlichen Aktionen Aufsehen. So hatte er zum Beispiel 1984 im Beisein von Joseph Beuys in einer Messehalle in Düsseldorf einen Zentner Rosenblätter verstreut und ließ sich nackt im Schnee fotografieren.
Sein Kunstwerk im Lantz'schen Park besteht aus einer Eiche, der Donar-Eiche der heidnischen Germanen, umzäunt von Lanzen mit vergoldeten Spitzen. Die lateinische Aufschrift lautet, ins Deutsche übertragen: „Bonifatius hat mich gefällt — herman hat mich wieder erschaffen.“ Dreimal pflanzte herman de vries die Eiche am Joseph-Beuys-Ufer in Düsseldorf. Sie verdorrte jedes Mal, weil er, obwohl gelernter Gärtner und Diplom-Landwirt, nicht berücksichtigte, dass die Eiche auf dem Tunneldeckel nicht tief wurzeln konnte. Der vierte Versuch im Lantz'schen Park gelang, die Eiche hat sich in wenigen Jahren prächtig entwickelt.