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Rahm Bauvorhaben

Düster zum Rahmerbuschfeld: „Wir werden eine ziemlich grüne Siedlung bekommen“

Von sam • 28.08.2025 • 15 • 4 Min.
Das Baugebiet Rahmerbuschfeld ist umstritten. Das Ehepaar Düster spricht sich dafür aus und freut sich auf Einkaufsmöglichkeiten, einen sozialen Treffpunkt sowie eine bessere Ökobilanz.
Dagmar und Dieter Düster sprechen sich für das Neubaugebiet Rahmerbuschfeld aus. Sie vermissen die Einkaufsmöglichkeit und freuen sich auf einen Ort der sozialen Begegnung sowie auf eine bessere Ökobilanz. Foto: sam
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Dagmar und Dieter Düster sprechen sich für das Neubaugebiet Rahmerbuschfeld aus. Sie vermissen die Einkaufsmöglichkeit und freuen sich auf einen Ort der sozialen Begegnung sowie auf eine bessere Ökobilanz. Foto: sam
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Düster zum Rahmerbuschfeld: „Wir werden eine ziemlich grüne Siedlung bekommen“

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Brauchen die Rahmer Bürgerinnen und Bürger wieder einen Supermarkt vor Ort? Ist es sinnvoll, für diesen Wunsch Naturfläche aufzugeben? Kaum ein anderes Thema wird in diesem Ortsteil – und darüber hinaus – seit mehr als zehn Jahren so stark diskutiert. Die Entscheidung fiel vor gut einem Jahr: Der Rat der Stadt Duisburg stimmte für den Nahversorger sowie 20 Doppel- und 14 freistehende Einzelhäuser und 29 Wohneinheiten in zwei Mietshäusern. Die Bürgerinitiative (BI) „Naturerhalt Rahmerbuschfeld“ stellte sich lautstark gegen das Projekt und reichte einen Eilantrag ein, um das Neubaugebiet zu stoppen. Wie berichtet, wird mit einer Entscheidung im Herbst gerechnet (Rahmerbuschfeld: Über Eilverfahren wird wohl nicht vor Kommunalwahl entschieden).

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Doch es gibt auch andere Stimmen, die man oft hört, wenn man mit offenen Ohren durch den Ort geht beziehungsweise immer wieder darauf angesprochen wird: Sie hoffen auf den Supermarkt, um sich auf Dauer im Ort versorgen zu können und freuen sich auf einen Treffpunkt im Café. Ältere Rahmer haben sich schon auf eine Liste setzen lassen, um in eine der barrierefreien Mietwohnungen ziehen zu können – ihnen ist ihr Haus zu groß und zu beschwerlich geworden.

Einer, der zu den Befürwortern des Neubauprojekts zählt, ist Architekt Dieter Düster, der nicht der Planer dieses Projekts ist. Er ist vor elf Jahren mit seiner Frau Dagmar von Großenbaum nach Rahm gezogen und wird schon bald selbst ein Neubauprojekt vor die Nase gesetzt bekommen: die neue Turnhalle der Grundschule. Die beiden Rahmer freuen sich aber auf den Mehrwert für die Kinder und das Dorfleben. Die beiden bedauern: „Seit der Schließung des Edeka-Marktes im September 2024 vermissen wir die Einkaufsmöglichkeit hier sehr. Es fehlt ein Ort der zufälligen Begegnungen – dieser ist unglaublich wichtig für die Dorfgemeinschaft. Ein Ort wie Rahm braucht einen Punkt, an dem man sich treffen kann.“ Der neue Nahversorger mit Café nebenan wäre dafür bestens geeignet.

Wunsch vieler: Hier weiter einkaufen und leben zu können

Dagmar Düster ärgert sich: „Wenige Menschen versuchen, mit ihrer lauten Stimme das Rahmerbuschfeld zu verhindern. Sie zerstören den Wunsch vieler Rahmerinnen und Rahmer, hier weiter einkaufen zu können und die Dorfgemeinschaft intensiv mit Leben zu füllen.“

Das Ehepaar sieht Vorteile durch das Neubauprojekt: „Am Ende werden wir ein Vielfaches an Nist- und Brutmöglichkeiten haben als bisher. Dort, wo sich heute Acker- und Weideland befindet, entsteht zur Abgrenzung Richtung Wald eine drei Meter hohe, zweireihige Hecke über 450 Meter lang, beim Nahversorger wird sie sogar fünf Meter hoch sein, als Abgrenzung zum Ventenhof. Sie bietet zudem Schutz für die Tiere auf den Feldern und im Wald. Die ökologische Bilanz dieser Hecke wird viel wertvoller sein als die bisherige Nutzung.“ Dem Vorwurf, dass durch das Neubaugebiet der Ventenhof nicht mehr genügend Weideflächen habe, setzen Dagmar und Dieter Düster entgegen, dass man hier problemlos aus Ackerland Weideflächen machen könne.

Chance für ältere Rahmerinnen und Rahmer

„Wir werden eine ziemlich grüne Siedlung bekommen“, sind die beiden Rahmer sicher: Von jeder Grundstücksfläche dürfe maximal 40 Prozent bebaut werden. Unter anderem seien Dachbegrünungen Pflicht. Beim Nahversorger würden zudem sowohl die nördliche als auch die östliche Seitenwand begrünt. Zudem müsse jedes Hausgrundstück einen Strauch mit 1,75 Meter Höhe pflanzen. Die neue Straße werde mit großkronigen Bäumen bepflanzt. Mindestens 33 neue Bäume würden gesetzt. Die großen im Bereich des Parkplatzes des Nahversorgers müssten erhalten bleiben. „Die Grünbilanz wird deutlich besser sein, als sie es heute ist.“

Auch ältere Rahmer sollten die Chance bekommen, hier im Ort zu bleiben. Es sei seine Idee gewesen, auch barrierefreie Wohnungen mit Tiefgaragen dort zu planen, unterstreicht der Architekt, der seit 45 Jahren diesen Beruf ausübt und Mitglied im SPD-Ortsverein Großenbaum/Rahm ist. Durch die Umsetzung des Bebauungsplans würden die Grundstücksverhältnisse an die tatsächlichen Grundstücksgrenzen angepasst.

„Sehr ordentlich geführtes Verfahren“

Der Architekt hat schon viele Bebauungsplanverfahren begleitet und weiß daher: „Das Rahmerbuschfeld ist das am penibelsten betriebene Verfahren.“ Die Stadt habe den Plan zweimal ausgelegt und jede Anregung und jeden Einwand versucht zu werten: „Aus meiner Berufserfahrung weiß ich, dass das ein sehr ordentlich geführtes Verfahren ist.“Dem Antrag auf Flächennutzungsplan-Änderung habe die Bezirksregierung Düsseldorf Anfang 2025 zugestimmt. Dieter Düster: „Ich hatte schon Fälle, bei denen einen Tag nach dem Satzungsbeschluss die Bagger gerollt sind. Hätte man nicht mit einer Klage rechnen müssen, hätte der Baubeginn für den Nahversorger Anfang 2026 sein können – und im Herbst 2026 hätte man dort einkaufen gehen können. Je länger der Baubeginn dauert, desto ungewisser ist die Zukunft.“

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Kommentare (15)

PE
Peter Gast Import
vor 1 Jahr
Das Rahmerbuschfeld ist wichtig für die Entwicklung von Rahm. Ohne Nahversorger und junge Familien haben wir mittelfristig keine Grundschule mehr und die Grundstückspreise werden sinken.
NI
Nina Gast Import
vor 1 Jahr
Der Standort ist kritikwürdig, nicht die Nahversorgung. Diese und weitere Bebauung an anderer Stelle in Rahm hätten weniger Protest ausgelöst. Ökologische Flächenaufwertung wäre ohne Bebauung möglich, wenn man sie will. Jetzt wird sie zum ‚Feigenblatt‘. Zudem: Rahm- West bleibt bei der derzeitigen Planung weiterhin unterversorgt für Personen, die wenig mobil sind.
AN
Anna Gast Import
vor 1 Jahr
Dieses Projekt verdient volle Unterstützung 🍀 Das geplante Bauvorhaben am Rahmerbuschfeld ist für unseren Stadtteil ein großer Gewinn! Die neue Einkaufsmöglichkeit stärkt die Nahversorgung und erleichtert den Alltag, vor allem für ältere Menschen. Gleichzeitig entsteht Wohnraum für verschiedene Generationen – Familien, Alleinstehende und Seniorinnen und Senioren – was das Miteinander im Viertel fördert. Die nachhaltige Bauweise und die grüne Gestaltung sorgen dafür, dass Rahm lebenswert bleibt und an Attraktivität gewinnt.
PA
Paul Stheeman Gast Import
vor 1 Jahr
Dass ein Nahversorger in Rahm gebraucht wird, dürfte ziemlich unumstritten sein. Nur frage ich, ob der Standort Rahmerbuschfeld, an der südöstlichen Ecke Rahms gelegen, der richtige ist? Für die meisten Rahmer wird er nur mit dem Auto erreichbar sein, vor allem wenn es darum geht, Einkäufe nach Hause zu bringen. Der Nahversorger gehört mehr in der Mitte des Stadtteils und nicht am Rand.
DR
Dr. Hans Jürgen Goetzke Gast Import
vor 1 Jahr
Ein sehr vernünftiger Beitrag!
JU
Jutta Vogel Gast Import
vor 1 Jahr
Eine Möglichkeit zum Einkaufen ist in Rahm dringend erforderlich. Das Dorfleben kann nicht durch den wöchentlichen kleinen Markt erhalten werden. Rahm wird unattraktiv, wenn es keinen Nahversorger und Treffpunkt gibt. Hier sind, mal wieder, die Anwohner dagegen, die vor Jahren selbst ihre Einfamilienhäuser auf das freie Feld gesetzt haben.
WA
Wandt Anke und Hartmut Gast Import
vor 1 Jahr
Wir freuen uns,dass dieses herrlich Projekt bald starten wird. Wir sagen nicht laut aber freudig HURRA!!!!!
BI
Birgit Gast Import
vor 1 Jahr
Die im Artikel genannten Standpunkte unterstütze ich aus voller Überzeugung. Im Stadtteil wohnen viele ältere Menschen, die nicht mehr Auto fahren und nicht im Internet bestellen, denen die Schließung des Einkaufsladens Lebensqualität genommen hat. Für junge Familien bleibt der Stadtteil nur attraktiv mit Kindergarten, Grundschule und Nahversorger. Für wen wird die Bebauung blockiert?
ED
Edelgard Eberz Gast Import
vor 1 Jahr
Ich kann nur die Kommentare unterstützen und für die Bebauung dieser Fläche stimmen, da man nur noch in Rahm hört, uns fehlt ein Nahversorger, den man zu Fuß mit Einkaufstrolley oder mit dem Fahrrad schnell erreichen kann. Es ist natürlich verständlich , dass gerade die Anwohner, die an dieser Fläche gebaut haben, nicht gerne ihre Sicht auf Wiese und fernen Wald einbüßen wollen. Aber mit Natur und bedrohten Vögeln zu kommen, ist meiner Meinung nach vorgeschoben, da es um Rahm herum viele Ausweichfläche für diese Arten gibt. Seniorengerechte und barrierefreie Wohnungen mit auf dieser Fläche zu verwirklichen , wäre sehr begrüßenswert.
TO
Tom Gast Import
vor 1 Jahr
Das uns ein Versoger fehlt ist doch völlig unstrittig. Aber das dies nur in Verbindung mit einer Zerstörung einer Naturschutzfläche möglich sein soll,erschließt sich mir nicht. Für wen werden denn vermutlich die Eigenheime gebaut? Doch nur für den Düsseldorfer Norden. Bestes Beispiel dafür ist der Angerbogen#1 und#2. Ich höre jetzt schon das Klagen über den vielen Verkehr,die Autos die wild parken etc. Aber im Leben gibt’s immer 2 Seiten. Hier wird am Ende der finanzielle Aspekt den Ausschlag geben. Leider.
TH
Thorsten Gast Import
vor 1 Jahr
Danke Fam. Düster für Ihre Ausführungen und Meinung, der wir in allen Punkten zustimmen. Klasse vom NORDBOTEN, auch dieser Meinung Gehör zu verschaffen, die in den Medien leider immer wieder zu kurz kommt. Wir können verstehen, dass der neue Standort nicht als perfekt empfunden wird. Auch wir fänden einen zentraleren Standort in Rahm besser. Den gibt es aber nicht und nicht nur aus Gründen der Nahversorgung, sondern auch als Treffpunkt zum sozialen Miteinander der Rahmer Mitbürger*innen, stimmen wir diesem Projekt ausdrücklich zu. In Rahm und Umgebung wurden in den vergangenen Jahrzehnten viele Standorte geschlossen, an denen sich Menschen treffen konnten: Restaurants, Trinkhallen, Bioladen/Schloßbüdchen Heltorf und zuletzt Edeka. Uns ist die Natur extrem wichtig und es sollte nicht dort gebaut werden, wo nicht gebaut werden darf. Wenn aber der Standort geprüft und der Flächennutzungsplan beschlossen ist, dann sollte es auch losgehen können. Wird Zeit, dass der „Schlafort“ Rahm wieder erwacht!
DR
Dr. Hans-Otto Schenk Gast Import
vor 1 Jahr
Nur zum besseren Verständnis drei Anmerkungen: 1. Die erwähnte „Zustimmung des Rates der Stadt Duisburg für den Nahversorger sowie 20 Doppel- und 14 freistehende Einzelhäuser und 29 Wohneinheiten in zwei Mietshäusern“ beruhte auf der Mehrheit von einer Stimme. Während der Abstimmung hatten zwei Ratsmitglieder den Saal verlassen. Das Ergebnis hätte ganz anders ausfallen können… 2. Abgesehen von einer denkbaren Ansiedlung eines Supermarkts (besser klingend: eines „Nahversorgers“) mit benachbartem Café, ist die Behauptung „Die Grünbilanz wird deutlich besser sein, als sie es heute ist“ völlig unglaubwürdig – immerhin nach Betonierung und Tiefverbauung einer 4,2 ha großen klimaschonender Natur- und Erholungsfläche. 3. Sehr erhellend weist schon eine kurze Internet-Recherche den das „Neubauprojekt“ Rahmerbuschfeld befürwortenden Architekten auch als Geschäftsführer einer Duisburger Immobilien GmbH aus (Gegenstand: Erwerb, Bebauung und Veräußerung von Grundstücken). Ein Immobilienkaufmann als überzeugende Gegenstimme gegen die Befürworter des Naturerhalts in Rahm? Nein, Danke! Dr. Hans-Otto Schenk
DR
Dr. Günter Hollweg Gast Import
vor 1 Jahr
Hallo Herr Dr. Schenk, vielen Dank für Ihren Beitrag. Grundsätzlich sollte tatsächlich mehr hinter die politischen Kulissen und Abläufe sowie die privaten Interessen und Verquickungen geschaut werden !! Die Alten werden den geplanten neuen Markt weder zu Fuß noch mit dem Fahrrad erreichen. Also mehr Autoverkehr. Warum wurde eigentlich der Neubau-Antrag des alten Versorgers auf der zentralen Wiese direkt daneben damals von der Stadt abgelehnt? Naturschutz! Lächerlich im Vergleich zu den aktuellen Plänen! Das wäre ein toller zentraler Treffpunkt gewesen!! Verbesserung von Naturschutz und Artenvielfalt durch Anlage von Hecken, Buschgruppen und kleinen Tümpeln auf dem jetzt tatsächlich etwas eintönigen Areal wären auch ohne dieses Projekt möglich und viel sinnvoller!
PE
Peiper Gast Import
vor 1 Jahr
Das wird prima. Endlich Schluss mit der Dorf-Idylle und diesem Edeka Markt in der Dorfmitte, in dem die meisten Kunden sogar mit Namen angesprochen wurden. Auch der Umstand, dass die Kapazitäten der Kindergärten und Schule bisher den Bedarf der Rahmer Eltern noch decken können und diese ihre Kinder nicht in andere entfernte Stadtteile verschicken müssen, ist einfach aus der Zeit gefallen.
TI
Tina Gast Import
vor 1 Jahr
Natürlich brauchen wir in Rahm eine Einkaufsmöglichkeit. Die Frage, die ich mir stelle ist folgende: Brauchen wir in Rahm ein Kinderbekleidungsgeschäft oder benötigen wir einen Supermarkt? Meiner Meinung nach sollte in den ehemaligen Edeka wieder ein Supermarkt. Zudem ist der Ansatz mit Rahm-West auch nicht schlecht, denn dort gab es nie eine Einkaufsmöglichkeit, aber der Wohnraum wurde immer mehr erweitert.

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