Der Energiepark Wanheim wird für 200 Millionen Euro umgebaut
Am Standort des Heizkraftwerks III in Wanheim-Angerhausen haben die Vorstände der Stadtwerke Duisburg und Vertreter ihrer Projektpartner am Freitag, 18. September, den symbolischen Spatenstich für die Modernisierung des Energieparks Wanheim gesetzt. Rund 200 Millionen Euro fließen in den Umbau, der zu den zentralen Transformationsprojekten des Unternehmens zählt. Das teilen die Stadtwerke Duisburg mit.
Ersetzt wird Block A des bestehenden Gaskraftwerks. Seine Gasturbine stammt aus den 1970er Jahren und soll Mitte 2027 außer Betrieb gehen. An ihre Stelle tritt kein einzelner Nachfolger, sondern ein Verbund mehrerer Anlagen, die gleichzeitig Strom und Fernwärme erzeugen oder Strom in Wärme umwandeln.

„Wir bauen in Wanheim nicht einfach eine alte Anlage ab und eine neue auf. Wir verändern die Struktur unserer Erzeugung grundlegend. Rund 200 Millionen Euro für einen einzelnen Standort zeigen zugleich, welche Dimension die Transformation unserer Energieinfrastruktur hat“, sagt Marcus Vunic, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Duisburg.
Vier große Wärmepumpen sollen dem Rheinwasser thermische Energie entziehen und sie für die Fernwärme nutzbar machen. Zunächst entstehen drei Anlagen mit je 15 Megawatt thermischer Leistung, eine vierte folgt in einem späteren Ausbauschritt. Die vorhandene Kühlwasser-Infrastruktur des Heizkraftwerks lässt sich für die Zu- und Ableitung des Rheinwassers weiternutzen, Rhein- und Fernwärmewasser bleiben dabei in getrennten Kreisläufen.
Dazu kommen bis zu 15 Blockheizkraftwerks-Module, die in Kraft-Wärme-Kopplung zugleich Strom und Wärme erzeugen und zusammen rund 67 Megawatt elektrische sowie rund 80 Megawatt thermische Leistung erreichen. In der ersten Ausbaustufe entstehen zehn Module, fünf weitere folgen später. Sie vertragen schon jetzt eine Beimischung von 20 Prozent Wasserstoff und lassen sich technisch so nachrüsten, dass sie ausschließlich mit Wasserstoff laufen, sobald der Brennstoff in ausreichender Menge und zu wettbewerbsfähigen Preisen zu haben ist.
Ergänzt wird der Anlagenpark um bis zu zwei Elektrokessel mit je 30 Megawatt thermischer Leistung, von denen im ersten Schritt einer entsteht. Damit die Technik als Gesamtsystem arbeitet, kommt eine neue zentrale Elektrotechnik hinzu. Bis Ende 2029 sollen alle Anlagen in Betrieb gehen.
„Die Wärmewende wird vor Ort umgesetzt — bei unseren Anlagen, in unseren Netzen und mit den Investitionen, die wir heute für die Zukunft auf den Weg bringen“, sagt Oberbürgermeister Sören Link, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Duisburg AG ist. „Mit der Modernisierung des Energieparks Wanheim schaffen die Stadtwerke wichtige Voraussetzungen, um die Fernwärmeversorgung in Duisburg klimaschonend weiterzuentwickeln.“
Andreas Gutschek, Vorstand Infrastruktur und Strategie, ordnet den Umbau in das Ziel ein, die Fernwärmeerzeugung im Laufe des kommenden Jahrzehnts zu dekarbonisieren. „Für uns ist das eine der entscheidenden Investitionen auf dem Weg zu einer zunehmend dekarbonisierten Fernwärmeerzeugung“, sagt er.
Die Gesamtplanung und die zentrale Elektrotechnik liegen bei der Iqony Solutions, die Wärmepumpen verantwortet Bilfinger, die Blockheizkraftwerke baut ETW Energietechnik als Generalunternehmer.
Vorbereitet wird der Umbau bereits seit dem Frühsommer. Im Juni hatte die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft angekündigt, dass am Honnenpfad und gegenüber der Zufahrt an der Wanheimer Straße Stellflächen für die beteiligten Firmen hergerichtet werden.