E-Bike-Rocker der Electric Devils machen Station an der Kaiserpfalz
Wer am Samstag, 26. September, über den Burgwall in Kaiserswerth spazierte, blieb unwillkürlich stehen. Schwarze Lederwesten mit orangefarbenen Aufnähern, Teufelshörner auf den Fahrradhelmen und E-Bikes mit prall gefüllten Packtaschen zogen in der Lindenallee vor der Ruine der Kaiserpfalz die Blicke auf sich. Dort legten die Electric Devils am frühen Nachmittag eine Pause ein. Sie nennen sich selbst E-Bike-Rocker, und wer mit ihnen ins Gespräch kam, merkte schnell, dass hinter dem wilden Auftritt vor allem Freude am gemeinsamen Fahren steckt.
Angekündigt hatte die Ausfahrt Harald Crößmann aus Duisburg. Am Vormittag trafen sich 35 Fahrerinnen und Fahrer in Großenbaum und machten sich in ihren Kutten auf den Weg durch den Duisburger Süden und den Düsseldorfer Norden. Vor Tiger & Turtle auf der Heinrich-Hildebrand-Höhe in Wanheim-Angerhausen stellten sie sich zum Gruppenbild auf. Auf dem Plan standen außerdem das Aschlöcksken, der Berliner Imbiss, die Schlösser Kalkum und Heltorf, der Entenfang und die Sechs-Seen-Platte. Ausklingen sollte der Tag bei einem gemeinsamen Essen im Gleis drei am Bahnhof Großenbaum.

Angefangen hat alles 2022, erzählte Gründer Reimund Swoboda, den im Club alle nur „Swobo“ nennen. Inzwischen haben sich nach seinen Worten rund 500 Menschen angemeldet. Damit bei den gemeinsamen Touren alle rechtlich abgesichert und versichert sind, gründeten die Fahrerinnen und Fahrer einen Verein. Seit Juli sind die Electric Devils laut ihrer Website ein Verein in Gründung, mitfahren dürfen nur Mitglieder. In Kaiserswerth dabei waren auch der erste Vorsitzende Michael Hülskötter, den alle „Hülse“ rufen, und Christian Schulze-Bäing, genannt „Schulte“. Er organisiert die Touren und weiß Rat bei allen technischen Fragen rund ums E-Bike.
Bei aller Rocker-Optik nehmen die Electric Devils ihre Regeln ernst. Auf den Touren gelten Helmpflicht, die Straßenverkehrsordnung ohne Ausnahme und ein striktes Verbot von Alkohol und Drogen. Die Kutte mit den Aufnähern gibt es auch nicht gleich mit der Mitgliedschaft, vorher lernt man sich auf einer Tour kennen. Das Motto der Gruppe hatte Harald Crößmann schon in seiner Anfrage mitgeschickt, und es passt zu dem, was an diesem Nachmittag unter den Linden zu spüren war: „Wenn aus Fremden Freunde werden.“





