Rücksichtslose, kriminelle Reifenentsorgung im Angermunder Naturschutzgebiet
Es ist unglaublich, was sich rücksichtslose „Sparfüchse“ bei der Entsorgung von Altreifen erlauben. Wanderer, Jogger und Hundehalter sind entsetzt: In der Heltorfer Mark, dem Waldgebiet nördlich der Lintorfer Waldstraße, liegen dreißig oder gar vierzig Reifen auf einem Haufen – ungefähr einen Kilometer von der nächsten Fahrstraße entfernt, mitten in einem Naturschutzgebiet. Eine ordnungsgemäße Entsorgung in einem Recyclinghof hätte pro Reifen etwa zwei bis vier Euro gekostet.
Die verantwortungslosen Reifenentsorger nehmen dafür eine gefährliche Fahrt auf einem Waldweg im Moor der „Rahmer Benden“ in Kauf und riskieren ein Bußgeld in mindestens vierstelliger Höhe. Hinzu kommen die vermutlich noch höheren Kosten für das Einsammeln der Reifen und deren Transport zur ordnungsgemäßen Entsorgung.
Die Rahmer Benden sind im Kern ein noch erhaltenes Niedermoor. Zwecks Entwässerung wurde vor etwa 100 Jahren der das Moor durchfließende Dickelsbach begradigt. Eine dauerhafte landwirtschaftliche Nutzung als Wiese oder Weide gelang jedoch nicht. In den Senken blieb das Wasser stehen und bildete weiterhin Moor. 1993 wurde das Gebiet unter Naturschutz gestellt. Hier wachsen Seggen, Schilf, Röhricht und andere inzwischen seltene Pflanzen. Bedrohte Vogelarten finden hier Brutplätze. Vom Wanderweg aus ist das Moor auch durch dicht in Gruppen wachsende Birken erkennbar. Es handelt sich um den Waldweg, der vom Dominikanerkloster in Angermund in einem großen Bogen zum Wanderparkplatz an der Lintorfer Waldstraße/Ecke Kalkstraße führt.