Schul- und Stadtteilbibliothek der Gesamtschule Duisburg-Süd steht auf der Kippe
„Unsere Bibliothek in Duisburg-Süd ist weit mehr als eine Bücherei.“ Gegen die angedachte Schließung der Schul- und Stadtteilbibliothek der Gesamtschule Duisburg-Süd hat Daniela Schmitt eine Petition ins Leben gerufen. „Wir fordern den Rat der Stadt Duisburg auf, auf die Schließung von Bibliotheksstandorten zu verzichten.“ Der Bürgerverein Großenbaum-Rahm unterstützt diese Petition, wie Vorsitzende Heike Schmitz-Fehlberg NORDBOTE.de bestätigt hat.
Im Rahmen der finanziellen Einsparungen der Stadt steht offenbar auch die Zukunft mehrerer Duisburger Bibliotheken im Raum, darunter auch die an der Großenbaumer Allee. Nach derzeitiger Planung könnten von den 14 Bibliotheksstandorten mehrere wegfallen. Dieses ist im Haushaltssicherungskonzept der Stadt Duisburg nachzulesen, das Kämmerer Martin Murrack jüngst in den Rat eingebracht hat.
In der Begründung der Petition heißt es: „Noch ist nichts endgültig entschieden. Genau deshalb wollen wir jetzt aufmerksam machen und zeigen, wie wichtig diese Orte für Duisburg sind.“ Die Schul- und Stadtteilbibliothek an der Gesamtschule Duisburg-Süd sei ein wichtiger Bildungs- und Begegnungsort für Schülerinnen und Schüler, Familien und Menschen aus dem gesamten Stadtteil.
Hier können Kinder und Jugendliche lesen, lernen und recherchieren. Gleichzeitig gebe es zahlreiche Angebote, die Menschen zusammenbringen:
• Vorleserunden für Kinder
• Bastelrunden für Kinder
• Lesungen und kulturelle Veranstaltungen
• Veranstaltungen mit Autoren und Künstlern, unter anderem mit Matthias Reuter
• eine „Bibliothek der Dinge“
• Möglichkeiten zum Lernen, Arbeiten und Lesen

„Damit ist diese Bibliothek nicht einfach nur ein Ort, an dem Bücher ausgeliehen werden. Sie ist Bildungsort, Kulturort, Treffpunkt und ein Stück Lebensqualität für den Stadtteil“, heißt es weiter. Gerade für Kinder und Jugendliche seien solche niedrigschwelligen Orte wichtig. Nicht jedes Kind habe zu Hause einen großen Bestand an Büchern, einen ruhigen Arbeitsplatz oder die Möglichkeit, regelmäßig kulturelle Veranstaltungen zu besuchen.
Eine Schließung würde deshalb mehr bedeuten als einen weiteren Weg zu einer anderen Ausleihstelle: „Wir würden einen Ort verlieren, an dem Kinder für Bücher begeistert werden, an dem vorgelesen und gebastelt wird, an dem Menschen zusammenkommen und an dem Bildung und Kultur für alle zugänglich sind. Wir wissen, dass Duisburg sparen muss. Wir wissen auch, dass die Stadt schwierige Entscheidungen treffen muss.“ Vor einer Schließung solle sorgfältig geprüft werden, welchen langfristigen Wert diese Einrichtungen für die Stadtgesellschaft haben und welche Alternativen es gibt.
Mit dem Erhalt der Schul- und Stadtteilbibliothek der Gesamtschule Duisburg-Süd solle ein Zeichen für Bildung, Leseförderung, Kultur, Begegnung und Teilhabe gesetzt werden. „Unsere Bibliotheken sind uns wichtig. Wir wollen sie behalten.“ Die Ratsmitglieder werden darüber in der November-Sitzung entscheiden.
Das Anliegen stellt Daniela Schmitt auch am Donnertag, 15. Oktober, um 17 Uhr in der Sitzung der Bezirksvertretung Süd vor. Diese ist öffentlich und beginnt um 17 Uhr in der Bezirksverwaltungsstelle.
Möglichst viele Unterschriften sollen unterstreichen, wie wichtig den Bürgerinnen und Bürgern in den Stadtteilen die Bibliothek vor Ort ist. Mit Hilfe des Bürgereins werden an verschiedenen Stellen Listen ausgelegt. Online kann man sich unter (www.openpetition.org/mcgmc) beteiligen.

Scharfe Kritik an der geplanten Sparmaßnahme
Die Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Bezirksvertretung Süd, Heide Apel, kritisiert die geplante Sparmaßnahme scharf: „Besonders für junge Menschen sind Schließungen von Bibliotheken gravierend. Alle Statistiken besagen, dass Lesekompetenz entscheidend ist, um erfolgreich im Schul- und Berufsleben zu sein. Angebote über die reine Bereitstellung von Büchern hinaus fördern zudem das Miteinander und den Austausch. Außerdem ist die Generation der Heranwachsenden durch das Weltgeschehen belastet genug und braucht sichere Inseln der Fantasie und Kreativität.“
Auch der Kabarettist Matthias Reuter unterstützt die Petition und hat diese unterzeichnet. Gegenüber NORDBOTE.de erklärte er: „Ich finde, dass die Bibliothek ein wichtiger Kulturort für die ganze Stadt ist. Es ist keine gute Idee, sie zu schließen. Zudem ist es sinnvoll, dass es die Bibliotheken in Großenbaum und auch in Buchholz gibt.“ Seiner Ansicht nach würde die Bibliothek nicht nur der Schule fehlen, sondern genauso als Heimat für beispielsweise seine kleine Kabarettreihe, die seit nunmehr 18 Jahren im Duisburger Süden existiert. Die nächsten Termine sind am 4. und 5. November. „Ich hoffe sehr, dass es nicht die letzten sind.“