Die Hecke an der Bahntrasse in Angermund soll im Oktober gerodet werden
Von Montag, 12., bis Freitag, 16. Oktober, soll die Hecke entlang der Bahntrasse in Angermund im Bereich der Straße Zur Lindung vollständig verschwinden. Das teilt die DB InfraGO mit, die Infrastruktur-Tochter der Deutschen Bahn. In diesem Zuge werden auch zwei weitere Heckenabschnitte an der Strecke in Richtung Duisburg-Rahm bearbeitet, die Anlieger dort sind nach Angaben der Bahn bereits informiert. In der CDU-Fraktion der Bezirksvertretung 5 ist von einem Kahlschlag die Rede.
Nach Angaben der Bahn wächst die Hecke ständig in Richtung der Bahnanlagen, vor allem der Oberleitung, und in Richtung der Straße. Der bislang regelmäßig nötige Rückschnitt sei keine nachhaltige Lösung, weil sie innerhalb kurzer Zeit wieder in die sicherheitsrelevanten Bereiche hineinwachse. Für die Arbeiten müsse zudem regelmäßig der Bahnbetrieb zwischen Düsseldorf und Duisburg gesperrt werden. Weil der Rückschnitt tagsüber erfolgen muss, lassen sich die nächtlichen Sperrpausen für Instandhaltungsarbeiten dafür nicht nutzen. Außerdem liegen der Bahn Beschwerden und Regressforderungen von Anwohnern wegen Schäden an ihren Autos vor. Stamm- oder Strauchreste stehen zu lassen, gilt aus ihrer Sicht als fachlich nicht zielführend. Der Umfang der Arbeiten sei bereits bei einem Austausch von Vertretern des RRX-Projekts mit Vertretern der Stadtverwaltung und des Stadtrats erläutert worden, auch ein Landtagsabgeordneter sei dabei gewesen.
Schon im Februar hatte die Fraktion in der Bezirksvertretung beantragt, die Hecke nur so weit zurückzuschneiden, wie es die Sicherheit an Oberleitung und Bahnbetrieb verlangt, und den Grün- und Sichtschutz so weit wie möglich zu erhalten. Die Bezirksvertretung 5 stimmte dem Antrag einstimmig zu. In der Sitzung Ende April sollte dann die Frage beantwortet werden, warum die Hecke zwischen Zur Lindung und Bahntrasse vollständig verschwinden muss, wie der NORDBOTE berichtete.
Umgestimmt hat das die Verantwortlichen bei der Bahn nicht. „Wir müssen leider feststellen, dass weder die Intervention der Stadt noch ein Gespräch von Landtagsabgeordnetem Olaf Lehne und Ratsherr Andreas Auler die Verantwortlichen bei der DB umstimmen konnten“, sagt Georg Tautfest, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU im Düsseldorfer Norden. „Dies ist aus Sicht der Angermunder nicht nur sehr bedauerlich, sondern für uns auch in der Sache nicht plausibel, insbesondere, weil der geplante Streckenausbau für die RRX ohnehin Veränderungen mit sich bringen wird. Hier wird schon jetzt mit einem Kahlschlag erheblich in das Ortsbild eingegriffen, ohne die Belange der Anwohner angemessen zu berücksichtigen.“
Babette de Fries, Bezirksvertreterin aus Angermund, überzeugt die Begründung der Bahn nicht. „Dass die Bahn nun argumentiert, ein Rückschnitt sei nicht nachhaltig und fachlich nicht zielführend, ist für uns nicht nachvollziehbar. Trotz der damit verbundenen zeitweisen Verkehrsbeeinträchtigung bleibt der Aufwand für den Rückschnitt aus unserer Sicht vertretbar, wenn dadurch der Grün- und Sichtschutz für die Anwohner dauerhaft erhalten wird“, sagt sie. Auch zahlreiche Angermunder hatten sich nach Angaben der Fraktion gegen die Komplettrodung ausgesprochen. „Wir können nur nochmals eindringlich an die Bahn appellieren, von ihrem Vorhaben Abstand zu nehmen“, betont Babette de Fries.
Der RRX-Ausbau, auf den Georg Tautfest verweist, soll der Strecke zwischen Angermund und dem Duisburger Hauptbahnhof durchgehend sechs Gleise bringen. Die geänderten Pläne für den Abschnitt von Angermund bis Duisburg-Schlenk liegen noch bis Dienstag, 13. Oktober, online aus, Einwendungen bei der Bezirksregierung Arnsberg sind bis Montag, 26. Oktober, möglich, wie der NORDBOTE berichtete.