Archäologen berichten über Funde in Kaiserswerth
Es war das erste Mal, dass zwei Archäologen des Düsseldorfer Instituts für Denkmalpflege über Funde hier in Kaiserswerth einen öffentlichen Vortrag hielten. Dabei zählt Kaiserswerth zu den Ortsteilen, in denen besonders viele bedeutende Bodenfunde ergraben, dokumentiert oder geborgen wurden und zu vermuten sind.
In den Räumen des Heimat- und Bürgervereins Kaiserswerth gab Dr. Jona Schröder am 6. Oktober einen Überblick über frühe Funde im Kaiserswerther Umfeld. Sie gehen bis in die frühe Steinzeit zurück. Funde aus römischer und früherer Zeit sind unmittelbar in Kaiserswerth eher selten, da Kaiserswerth seit dem frühen Mittelalter bebaut ist, sodass ältere Bodenfunde nicht zugänglich oder nicht mehr unberührt sind.

Außerdem stellte Dr. Schröder die wichtigsten Daten der Kaiserswerther Geschichte seit Suitbertus’ Klostergründung Ende des 7. Jahrhunderts vor. Sabine Thomsen M.A. ging im Einzelnen auf verschiedene Bodenfunde ein. Beispielhaft erwähnt sei hier der Menhir an der Alten Landstraße/Zeppenheimer Weg. Eine Bestimmung, aus welchem Grund er wann und von wem aufgestellt wurde, sei nicht möglich. Er wurde möglicherweise mehrmals umgesetzt, die Basaltbrocken am Fuß sind hinzugefügt. Sie stammen von der Kaiserpfalz. Es gibt auch keine Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Menhiren.
In früheren Jahrzehnten wurden in Kaiserswerth bei Baumaßnahmen selten sorgfältige archäologische Untersuchungen vorgenommen oder gar veröffentlicht. Lediglich die Kaiserpfalzruine wurde in den Jahren 1898 bis 1910 restauriert und aufgefundene Fundamente dokumentiert.
Das ist heute anders. Auf dem Kaiserswerther Markt gab es schon vor Beginn der Planungen für eine Umgestaltung umfangreiche Untersuchungen mit Georadar und Suchgräben. Sabine Thomsen berichtete darüber und über die eingesetzten Techniken. Die dort vermuteten Fundamente des mittelalterlichen Rathauses wurden jedoch nicht gefunden. Beim Bau einer Villa neben dem Mühlenturm stieß man auf Reste der ehemaligen Stadtmauer. Sie ist mit ihren Stützbögen dokumentiert, dann unter der Villa wieder zugeschüttet. Heute ist sie Teil der Hochwasser-Schutzmauer. Ein sensationeller Fund war beim Deichbau 2009 ein „Plattbodenschiff“ (Frachtschiff) unterhalb des Mühlenturms. Es ist dokumentiert, geborgen, zerlegt und restauriert worden. Derzeit sind die Teile in geeigneten Räumen am Berta-von-Suttner-Platz eingelagert.
Jüngster Fund ist ein acht Tonnen schwerer Mühlstein im trocken liegenden Uferbereich des Rheins vor dem Zollhaus. Auf Initiative des Kaiserswerther Heimat- und Bürgervereins und mit Hilfe eines Sponsors wurde er im Oktober 2026 geborgen. Nach den derzeitigen Sanierungsarbeiten an der Hochwasserschutzmauer soll er dort ausgestellt werden.
Es gibt sehr viel über Archäologie im geschichtsträchtigen Kaiserswerth zu berichten, auch zu untersuchen und der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Einem Zuhörer erläuterte Sabine Thomsen, dass es wünschenswert wäre, wenn zum Beispiel die großen am Rheinufer liegenden, aus der Kaiserpfalz abgestürzten Mauerbrocken besser sichtbar wären. Allgemein war der Wunsch, dass die Düsseldorfer Archäologen hier weitere Vorträge halten und über einzelne Projekte berichten.