Geplante CO₂-Pipeline: Kritische Stimmen und Demo - „Der Wald muss bleiben!“
Die Waldjugend Duisburg hat vor kurzem den Landtag Nordrhein Westfalen besucht und sich mit den Duisburger SPD-Landtagsabgeordneten Sarah Philipp und Frank Börner über die geplante Trassenführung der CO₂-Pipeline der Open Grid Europe (OGE) ausgetauscht. Nun ruft die Deutsche Waldjugend Duisburg gemeinsam mit Fridays for Future DU und der BUND Duisburg zu einer Demonstration am Sonntag, 11. Oktober, gegen die Pipeline mit dem Namen „Delta Rhine Corridor (DRC)“ auf.
Die etwa zwei Kilometer lange Strecke führt ab 15 Uhr vom Hauptbahnhof Duisburg zum Waldspielplatz. Das Ziel: ein Zeichen für den Wald zu setzen. „Wir wollen gemeinsam sichtbar machen, was auf dem Spiel steht - und zeigen, dass der Schutz des Duisburger Waldes viele Menschen bewegt“, heißt es in der Ankündigung.
Seit Jahren engagiert sich die Waldjugend Duisburg in der Umwelt und Naturschutzarbeit. Mit ihrer Petition setzen sie ein deutliches Zeichen gegen die geplante Rodung im Duisburger Stadtwald. Innerhalb von zwei Wochen haben mehr als 5.000 Unterstützerinnen und Unterstützer unterschrieben, mittlerweile sind es mehr als 8.500. Die Waldjugend machte im Gespräch mit den Landtagsabgeordneten klar, dass die geplante Trasse gravierende ökologische und stadtklimatische Folgen hätte: „Die Auswirkungen für den Wald wären fatal. Es geht um unsere Nachbarschaft und unsere Heimat.“ Der Stadtwald sei ein zentraler Ort für Klimaschutz und die Lebensqualität vieler Menschen. Auch bei der Dialogveranstaltung von OGE im Steinhof gab es viele kritische Stimmen (https://nordbote.de/viele-kritische-stimmen-beim-dialogmarkt-zur-geplanten-co2-leitung-42732185).

Sarah Philipp, die sich schon seit Veröffentlichung der Planung gegen die geplante Trassenführung ausgesprochen hat, betonte: „Wir müssen jetzt konsequent handeln, um eine umweltgerechte Lösung für die Pipeline zu erreichen. Die Menschen sollen erfahren, welche Einschnitte unserem Wald drohen. Nicht nur der Stadtwald in Neudorf und im Süden der Stadt wäre betroffen, sondern auch Waldabschnitte im Norden. Der Stadtwald ist für Duisburg ein unverzichtbarer Klimapuffer – er schützt uns vor Hitze, verbessert die Luftqualität und ist ein zentraler Ort der Erholung. Wir stellen nicht die Pipeline an sich infrage, für uns ist derzeit geplante Trassenführung nicht akzeptabel. Eine Alternative muss geprüft und unternehmensseitig umgesetzt werden.“
Kleine Anfrage von Börner, Falszewski und Philipp: „Der Wald muss bleiben!“
Sarah Philipp, Benedikt Falzewski und Frank Börner (SPD) fordern, alternative Trassen ernsthaft zu prüfen. Gemeinsam mit weiteren Abgeordneten der SPD-Landtagsfraktion haben sie dazu eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt. Sie „erwarten Antworten zur Prüfung von Trassenalternativen, die die Belastungen für Mensch, Natur und Umwelt so gering wie möglich halten“, so Sarah Philipp.
Bei der von OGE bevorzugten Trassenvariante B müssten allein in Duisburg rund 17 Hektar Wald, darunter bis zu 200 Jahre alte Eichen, gerodet werden. In Mülheim wären weitere 13 Hektar betroffen – insgesamt rund 30 Hektar Wald.
„Es gibt Trassenalternativen – hier muss nicht Klimaschutz gegen Klimaschutz gegeneinander ausgespielt werden“, erklärt Frank Börner. Neben der Waldjugend hätten sich auch die Bezirksvertretung Duisburg-Süd, der NABU und Bürgervereine gegen die geplanten Rodungen ausgesprochen. Bürgerinnen und Bürger haben über das Beteiligungsportal des Landes Nordrhein-Westfalen (www.beteiligung.nrw.de) bis zum 25. Oktober Zeit, sich mit Stellungnahmen in die Raumverträglichkeitsprüfung einzubringen.
Petra Vogt: „Unser Wald ist ein wichtiger Rückzugsort"
Auch die Landtagsabgeordnete Petra Vogt (CDU) übt Kritik: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass ausgerechnet der Trassenweg durch den Duisburger Stadtwald bevorzugt wird, obwohl auch alternative Routen zur Verfügung stehen, wo weitaus weniger Bäume gefällt werden müssten. Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass nach Möglichkeit alternative Routen durch besser geeignete Gebiete verwendet werden." Der Duisburger Stadtwald sei für Duisburger und Mülheimer ein wichtiges Naherholungsgebiet. „Egal ob für Sport, Spaziergang oder einfach so zur Entspannung – unser Wald ist ein wichtiger Rückzugsort in der Großstadt, wo es ohnehin nur wenige Waldgebiete gibt. Deshalb ist es umso wichtiger, dieses Gebiet zu schützen.“

Veranstaltungen
Demonstration gegen die CO₂-Pipeline „Delta Rhine Corridor"