Christopher Büssen erklärt, warum bei raumgut alles aus einer Hand kommt
Christopher Büssen (44) ist in Kaiserswerth aufgewachsen und in Kalkum zu Hause. 2009 gründete er zu zweit in der Düsseldorfer Carlstadt die raumgut Immobilien GmbH, seit 2015 ist das Unternehmen im Düsseldorfer Norden verankert. Aus dem klassischen Maklerbüro ist ein Betrieb mit rund 115 Mitarbeitenden geworden, mit Vermarktung, Verwaltung, Gebäudeservice und eigenem Handwerk unter einem Dach. Im NORDBOTE-Gespräch spricht der Geschäftsführer über Wurzeln, Wachstum und die Frage, wie viel Neubau der Norden verträgt.
Was verbindet Sie persönlich mit dem Düsseldorfer Norden?
Ich bin hier aufgewachsen, erst in Kaiserswerth, dann in Kalkum, und nie wieder weggezogen. Für mich ist das Heimat. Ich schätze den Charme des Nordens und die kurzen Wege. Auch für das Unternehmen ist der Standort Unterrath ideal, weil wir von dort die Innenstadt und den Norden gleich gut abdecken. Unsere acht Kolleginnen und Kollegen aus dem Maklerbereich sitzen dort, langfristig möchten wir mit einer festen Anlaufstelle wieder stärker in den Norden zurück.
Wie wurde aus dem kleinen Maklerbüro von damals das heutige Unternehmen?
Angefangen haben wir klassisch mit Maklertätigkeit und einer Mietverwaltung. Mir war wichtig, Kunden aufzubauen, mit denen man dauerhaft zu tun hat, nicht nur einmal beim Verkauf. Als immer mehr Eigentümer fragten, wer ihre Häuser verwaltet, kam die Verwaltung von Eigentümergemeinschaften dazu. Heute betreuen wir rund 9.500 Einheiten in Düsseldorf und Umgebung und gehören damit zu den größeren Verwaltern der Stadt.
Ihr Leitsatz lautet „Ein Ansprechpartner, alle Lösungen“. Was steckt dahinter?
Wir hatten immer wieder Probleme mit externen Dienstleistern. Viele Reinigungs- oder Hausmeisterkräfte arbeiten auf geringfügiger Basis, da leidet die Qualität. Also haben wir eigene Hausmeister und Reinigungsleute eingestellt, später kam ein ganzer Gebäudeservice dazu. Seit Corona haben wir außerdem ein eigenes Handwerkerteam mit Malern, Trockenbauern, Fliesenlegern und Elektrikern. Bricht in einer Wohnung ein Rohr, braucht man oft drei Gewerke gleichzeitig. Das können wir jetzt aus einer Hand koordinieren und viel schneller reagieren.
Eigene Leute statt externer Dienstleister, gilt das auch für den Nachwuchs?
Ja, wir haben rund 18 Auszubildende. Die Ausbildung zur Immobilienkauffrau oder zum Immobilienkaufmann wird vielerorts etwas halbherzig vermittelt, weil die Firmen meist nur Makler oder nur Verwalter sind. Wir bilden alle drei Bereiche ab, Maklerei, Miet- und WEG-Verwaltung. Unsere Azubis durchlaufen deshalb alle Abteilungen und merken selbst, wo ihre Stärken liegen. Das Ziel ist die Übernahme. Mehrere unserer heutigen Bereichsleitungen haben bei uns ihre Ausbildung gemacht.
Was steht bei raumgut als Nächstes an?
Wir stellen uns für die nächsten Jahre auf. In den kommenden zwei bis drei Jahren soll ein neuer Firmensitz in Krefeld entstehen. Parallel rüsten wir unseren Fuhrpark Schritt für Schritt auf eine eigene E-Auto-Flotte um. Das passt zu unserem Anspruch, möglichst vieles selbst und nachhaltig in der Hand zu haben.
Was raten Sie Eigentümern, die über einen Verkauf nachdenken?
Die Nachfrage ist weiter groß, doch die Finanzierung ist für alle schwieriger geworden. Die Zinsen sind gestiegen, die Banken vorsichtiger, die geforderten Eigenkapitalquoten höher. Zugleich laufen viele Zinsbindungen aus den vergangenen Jahren aus, dann kommen einige Immobilien auf den Markt. Wer verkaufen möchte, sollte den Wert realistisch einschätzen lassen. Düsseldorf ist eine wunderschöne, aber teure Stadt, ähnlich wie München oder Frankfurt. Gerade da lohnt sich eine gute Beratung.
Was wünschen Sie sich für den Düsseldorfer Norden?
Mir würde gefallen, wenn er nicht so zugebaut wird, wie vielerorts geplant. Bauen ist völlig in Ordnung, aber man sollte mitdenken, ob die Infrastruktur passt, von der Nahversorgung bis zu Parkplätzen und Bahn. Ich habe das Gefühl, dass der Norden schon ein bisschen überläuft. Wenn wir uns immer weiter zubauen, ist es irgendwann kein Düsseldorf-Nord mehr, sondern die verlängerte Innenstadt. Diesen Charme sollten wir bewahren.