Bonn zeigt die Künstlerporträts der Kaiserswerther Fotografin Maren Heyne
Maren Heyne, Fotografin aus Kaiserswerth, wäre in diesem Jahr 85 Jahre alt geworden. Sie starb im vergangenen Jahr. Zu ihrem Geburtstag ist in der Bonner Geschäftsstelle der Deutschen Stiftung Denkmalschutz an der Schlegelstraße 1 noch bis Montag, 30. November, die Ausstellung „Kunst im Fokus“ mit ihren Künstlerporträts zu sehen, manche der Fotografien werden dort erstmals gezeigt. Das teilt Hartmut Witte von der Werthmann-Heyne-Stiftung mit. Die Ausstellung hängt in der ehemaligen Bayerischen Landesvertretung, einem Bau des Architekten Sep Ruf.
Vor Heynes Kamera standen in den 1960er-Jahren Künstler wie Günther Uecker und Otto Piene, aufgenommen in ihren Ateliers und Wohnungen. Zusammen mit ihrem Mann, dem Bildhauer Friederich Werthmann, gehörte sie seit jener Zeit zur international bekannten Düsseldorfer Kunstszene. Zur Ausstellung ist das Buch „Kunst im Fokus. Avantgarde der 60er-Jahre fotografiert von Maren Heyne“ erschienen, eine Publikation der Werthmann-Heyne-Stiftung. Auf 192 Seiten versammelt Hartmut Witte zahlreiche Künstlerporträts, dazu kommen Beiträge von Barbara Könches und Steffen Skudelny. Das Buch lässt sich ab sofort über die Stiftung bestellen.


Wer Maren Heyne und Friederich Werthmann in Kaiserswerth nachspüren will, hat dazu am Sonntag, 13. September, Gelegenheit. Zum Tag des offenen Denkmals öffnet der Skulpturengarten des Künstlerhauses Werthmann-Heyne an der Alten Landstraße 223 von 11 bis 18 Uhr. Im Garten hat sich seit dem vergangenen Jahr wieder einiges getan, altes Mauerwerk ist renoviert, verwilderte Beete sind neu angelegt. Witte schreibt: „Manches ist am Öffnungstag aber auch noch Baustelle.“ Für Menschen mit Mobilitätseinschränkung ist der Garten nur eingeschränkt nutzbar.
Das Anwesen ist das ehemalige Landgericht Kreuzberg, ein Barockbau von 1709. Werthmann entdeckte das verwahrloste Gebäude nach Angaben der Stiftung 1958/59 und erwarb es nach und nach von einer Erbengemeinschaft. Der gelernte Maurer versetzte den in mehrere Wohnungen aufgeteilten Bau bis 1962 in seinen ursprünglichen Zustand zurück, die Pläne dafür zeichnete der Architekt Helmut Hentrich. In der ehemaligen Einsegnungskapelle hinter dem Haus richtete Werthmann seine Werkstatt ein. Aus dem verwilderten Nutzgarten mit Obstbäumen, Schuppen und Hühnern gestaltete er mit dem Landschaftsarchitekten Roland Weber einen parkähnlichen Skulpturengarten, der sich hinter dem Haus über etwa 100 Meter erstreckt.
2006 gründete das Paar die Werthmann-Heyne-Stiftung als Treuhandstiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. In der Präambel der Satzung heißt es: „Es ist unser Anliegen, unser Anwesen Ehemaliges Landgericht Kreuzberg und den dazugehörigen Skulpturengarten dauerhaft und denkmalgerecht zu erhalten. Unser Werk und Leben soll hier bewahrt und dokumentiert werden und nach Möglichkeit öffentlich zugänglich sein.“ 2014 kam der Garten mit 13 benannten Skulpturen in die Denkmalliste, 2019 öffnete er zum Tag der offenen Gartenpforte und zum Tag des offenen Denkmals erstmals für die Öffentlichkeit, nach 60 Jahren. Im Pavillon „La Folie“, den die Jugendbauhütte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz restauriert hat, hängen Fensterobjekte von Maren Heyne aus dem Jahr 1981, weitere zeigt das Gartenhaus „Ca’ Knoll“. Im vergangenen Jahr ließ die Stiftung den Bilderstock restaurieren, der aus Steinen der einst hier stehenden Kirche St. Walburgis errichtet wurde.