Aquazoo-Direktor Jochen Reiter wechselt zum Opel-Zoo
Dr. Jochen Reiter verlässt Düsseldorf. Der Direktor des Aquazoo Löbbecke Museums an der Kaiserswerther Straße 380 in Stockum übernimmt zum 1. Juli 2027 die Leitung des Opel-Zoos in Kronberg im Taunus. Das teilt die Stadt Düsseldorf mit.
Der Zoologe führt das Haus im Nordpark seit 2016. In seine Zeit fallen die große Wiedereröffnung nach mehrjähriger Sanierung und die Einführung des Artenschutzeuros, mit dessen Hilfe langjährige Partner im Natur- und Artenschutz erstmals nachhaltig unterstützt werden können. Vor seiner Zeit in Düsseldorf war Reiter unter anderem wissenschaftlicher Leiter des Duisburger Zoos. Kronberg kennt er bereits, denn von 2002 bis 2006 arbeitete er im Opel-Zoo als Zooinspektor.
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller sagt: „Das Aquazoo Löbbecke Museum ist ein Publikumsmagnet und begeistert über die Düsseldorfer Stadtgrenzen hinaus. Dr. Jochen Reiter hat die Wiedereröffnung des Aquazoos eng begleitet und das Institut mit viel Engagement geleitet und weiterentwickelt. Dafür danke ich ihm sehr. Mit seinem Wechsel zum Opel-Zoo kehrt er an eine frühere berufliche Wirkungsstätte zurück und übernimmt dort eine neue verantwortungsvolle Aufgabe. Für diesen nächsten Schritt wünsche ich ihm persönlich und beruflich alles Gute und viel Erfolg.“
Reiter blickt auf das besondere Konzept des Hauses zurück. „Das einzigartige Zusammenspiel von Zoo, Aquarium und Naturkundemuseum habe ich immer als Glücksfall empfunden, um auf niedrigschwellige, spannende, interaktive und zugleich lehrreiche Art und Weise unsere Gäste für die Themen unserer Zeit nachhaltig zu begeistern: ob Natur- und Artenschutz, Erhalt der Biodiversität oder die Bedeutung unserer Sammlungen. Dem unermüdlich agierenden Team gebührt dabei meine größte Anerkennung. In Kronberg freue ich mich darauf, die erfolgreiche Entwicklung des Opel-Zoo fortzuführen, dabei seine besondere Tradition zu bewahren und zugleich neue Impulse zu setzen“, sagt er.
Wer Reiter nachfolgt, steht noch nicht fest. Informationen dazu sollen laut Stadt zu gegebener Zeit folgen.

„Nach zehnjähriger, guter und vertrauensvoller Zusammenarbeit bedaure ich den Fortgang von Dr. Jochen Reiter sehr“, sagt Michael Fischer, Vorsitzender des Freundeskreises Aquazoo Löbbecke Museum. Das geht aus einer Pressemitteilung des Fördervereins hervor. „Ich danke außerordentlich für seinen unermüdlichen Einsatz, seine Fachkompetenz und seine leidenschaftliche Arbeit im Sinne des Tierwohls.“ Unter Reiters Führung habe sich der Aquazoo mit jährlich mehr als 450.000 Besuchern zum Publikumsmagneten in Düsseldorf entwickelt. Besonders hebt Fischer die Stärkung der internationalen Artenschutzprojekte und die Umsetzung neuer Nachhaltigkeitskonzepte hervor. „Dr. Jochen Reiter hinterlässt ein gut bestelltes Haus und ein motiviertes Team.“
Für Fischer verschärft sich mit dem Abschied des Direktors allerdings die Frage, wie es mit dem Aquazoo weitergeht. Er fordert, das Haus umgehend in eine gemeinnützige GmbH umzuwandeln. Heute wird es als städtischer Eigenbetrieb geführt. In einer gemeinnützigen GmbH flössen alle erwirtschafteten Einnahmen direkt in die Entwicklung des Aquazoos, Entscheidungen über Einkäufe oder Reparaturen fielen schneller, Förderer und Sponsoren bekämen Spendenquittungen für das Finanzamt, und das Haftungsrisiko der Stadt wäre begrenzter, argumentiert der Freundeskreis-Vorsitzende. Die Umwandlung sei zugleich ein wichtiges Zukunftssignal für die Suche nach einem Nachfolger.
Dringend ist aus seiner Sicht auch die Frage nach Büros. Die Raumnot für Mensch und Tier sei allgemein bekannt, kurzfristig fehlten vor allem geeignete Räume für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Fischer schlägt deshalb vor, die Raumcontainer, die während der laufenden Teilsanierung im Inneren als Provisorium dienen, nach Abschluss der Arbeiten weiter zu nutzen und dafür anzukaufen. Der Freundeskreis sei bereit, sich dabei im Rahmen seiner Möglichkeiten zu engagieren. Mittelfristig bleibe eine Erweiterung des Aquazoos das notwendige Ziel. Über die Ausbaupläne des Hauses hatte Reiter im Mai im Interview mit dem NORDBOTE gesprochen.
