Christian Kaufmann ist Schützenkönig 2026
Großer Jubel bei der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Angermund: Christian Kaufmann ist der neue Schützenkönig 2026/27. Für viele war die Krönung längst überfällig, denn nach Jahren des Engagements gelang es ihm nun endlich, sich in einem spannenden Wettkampf gegen seine Mitbewerber durchzusetzen. Nach hartem Ringen fiel schließlich die entscheidende Platte und bescherte dem 49-Jährigen den Königstitel.
Christian Kaufmann gehört der Windsheimer Trachtengruppe an und ist Inhaber der 2009 gegründeten Firma Haustechnik Kaufmann. Der auf Sanitär- und Heizungstechnik spezialisierte Meisterbetrieb beschäftigt aktuell fünf Mitarbeiter. Als Installations- und Heizungsbaumeister genießt Kaufmann insbesondere als Wasser- und Hydraulikexperte einen ausgezeichneten Ruf.


Christian Kaufmann ist ein echter Angermunder Jung, der sich eigentlich nie von der heimischen „Scholle“ fort bewegt hat. Zur Königin wählte er – und dies war sofort offensichtlich – seine Frau Ivonne, mit der er zusammen drei schulpflichtige Kinder hat. Neben der Familie liebt er insbesondere noch das Reisen und – wie könnte es für einen echten Düsseldorfer auch anders sein – den Karneval.

Bereits am Samstag, 12. September, wurde das Fest offiziell durch den Donner der Böller und durch das Festgeläut der Glocken der St. Agnes-Kirche sowie dem Aufzug der Stadttorwache mit dem Spielmannszug und dem Goldenen Vogel um 16 Uhr eröffnet. Die Böllergruppe besteht seit 1958, gegründet haben sie Theo und Alfons Weber sowie Franz Fettweis. Anschließend ist auf dem Hochschießstand der Traditions-König, den sich dieses Jahr Kurt Schneider sicherte, ausgeschossen worden. Den neuen Titel eines Traditions-Kronprinzen sicherte sich Hans Kaufmann. Der Fackelzug durch die Straßen Angermunds endete am Kreuz vor der Kellnerei, wo der große Zapfenstreich aufgeführt wurde. Anschließend erfolgte das wirklich sehenswerte Höhenfeuerwerk an der Kellnerei. Ab etwa 21.30 Uhr fand dann die traditionelle Schützenparty in der Festhalle mit DJ bei freiem Eintritt statt – ein beliebter Treffpunkt vor allem für die Jugendlichen.

Nach dem morgendlichen Weckruf durch den Spielmannszug machte der Regen den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Der beliebte Sternmarsch der Musikzüge zum Kreisverkehr Lintorfer Straße/Rahmer Straße/Angermunder Straße/Graf-Engelbert-Straße musste kurzfristig abgesagt werden. Auch der große Festumzug wurde um eine halbe Stunde verschoben und in verkürzter Form durchgeführt. Die Bruderschaft von 1511 gehört zu den ältesten am Niederrhein, und am auffälligsten sind in ihrem Zug die Stadttorwache, die Rokokogruppe und die Tell-Kindergruppe. Im vergangenen Jahr hielten fast 60 Kinder die gesamte Umzugsstrecke durch.

Zwar hatte der Regen inzwischen aufgehört, aber Zuschauer an den Straßenrändern waren dafür auch nur noch äußerst wenige anzutreffen. Besonders für das scheidende Königspaar bot sich dadurch ein eher enttäuschendes Bild.

Der Ort selbst trug seinen Festschmuck. Fahnen mit dem Angermunder Wappen rahmten an der Kellnerei die Freitreppe, Wimpelketten zogen sich quer über die Straße, und in der Ortsmitte hing an einer Backsteinwand das Banner des Königspaars. Auf dem Festplatz reihten sich Losbude, Greifautomat und Schaustellerwagen zur Kirmesgasse, im Autoscooter drehten Kinder und Jugendliche unter den Lichterketten ihre Runden. In der Festhalle, die mit vollem Namen Walter-Rettinghausen-Halle heißt, stellte sich am frühen Abend der Spielmannszug unter den Bannern der Bruderschaft auf. Zum Einzug des scheidenden Königspaars trugen Kinder in historischer Tracht den silbernen Pokal voraus, gegenüber stand die Rokokogruppe in einer langen Reihe, und mitten im Saal ruhte die goldene Mösch auf ihrem Blumenkranz.

Am Abend begann um 19.30 Uhr der Festball für die Angermunder Bürgerinnen und Bürger sowie deren Gäste. Trotz der vergleichsweise großzügigen Hallenkapazität und der dadurch etwas leer wirkenden Kulisse tat dies der guten Stimmung keinen Abbruch. Dennoch war zu beobachten, dass sich die Reihen im Laufe des Abends relativ früh lichteten.

Das Königs- und Kronprinzenvogelschießen wurde dann am Montag bei schönstem Wetter ausgetragen. Kronprinz ist Joel Schaber geworden.

Parallel fand in der Festhalle wieder die allseits beliebte Kinderbelustigung statt. Gefühlt mehr als „1.000“ Kinder angelten Enten, warfen Ringe oder lieferten sich spannende Bobby-Car-Rennen.

Um 18 Uhr erfolgte das Abschreiten der Front auf der Graf-Engelbert-Straße durch die neuen Majestäten. Anschließend zog der kleine Festzug mit Parade über die Rahmer Straße. Besonders kreativ präsentierten sich dabei die einzelnen Gruppen: Mit Klobürsten, Pümpeln und sogar einem Plattenheizkörper im Bollerwagen stellten sie augenzwinkernd den Bezug zum Beruf des neuen Schützenkönigs her.

Den festlichen Schlusspunkt setzte um 19.30 Uhr der große Krönungsball in der Festhalle. Bei freiem Eintritt und den traditionellen Darbietungen der Angermunder Schützen wurde der neue König Christian Kaufmann schließlich gebührend gefeiert.






