Anwohner in Angermund und Duisburg-Süd können die neuen RRX-Pläne ab Montag einsehen
Die Pläne für den Ausbau der Rhein-Ruhr-Express-Strecke zwischen Düsseldorf-Angermund und Duisburg-Schlenk liegen in geänderter Fassung vor. Das Projektteam der DB InfraGO hat zahlreiche Einwendungen aus dem bisherigen Verfahren berücksichtigt, die Höhe der Schallschutzwände in mehreren Abschnitten angepasst und die Planung weiter vertieft. Ab Montag, 14. September, können Anwohner und Verbände die überarbeiteten Unterlagen einsehen und bis Montag, 26. Oktober, Einwendungen bei der Bezirksregierung Arnsberg erheben. Das teilt die Deutsche Bahn mit.
Die geänderten Unterlagen, im Verfahren „Deckblatt“ genannt, sind von Montag, 14. September, bis einschließlich Dienstag, 13. Oktober, auf der Internetseite der Bezirksregierung Arnsberg unter www.bra.nrw.de/-6265 und im UVP-Portal des Bundes abrufbar. Ein Deckblattverfahren läuft immer dann, wenn eine Planung von den ursprünglich eingereichten Planfeststellungsunterlagen abweicht. Wer die Pläne nicht online einsehen kann, wendet sich während der Offenlage per E-Mail an Planfeststellungstrasse25@bra.nrw.de, auf Verlangen wird dann eine leicht erreichbare Zugangsmöglichkeit eingerichtet.
Einwendungen gegen die Planänderung sind bis einschließlich Montag, 26. Oktober, möglich, also sechs Wochen ab Beginn der Auslegung. Der vorgesehene Weg führt über das Portal Beteiligung NRW. Wer lieber schreibt, richtet die Einwendung an die Bezirksregierung Arnsberg, Dezernat 25, Seibertzstraße 1, 59821 Arnsberg, oder schickt sie per E-Mail an Planfeststellungstrasse25@bra.nrw.de.
Vorab erklärt das Projektteam die Änderungen in einer digitalen Informationsveranstaltung am Donnerstag, 17. September, um 18 Uhr. Die Planer stellen die wesentlichen Änderungen vor, erläutern das Deckblattverfahren und beantworten Fragen über einen Live-Chat. Nötig ist nur ein internetfähiges Gerät mit Lautsprecher und Tastatur, der Zugang läuft über www.db-buergerdialog.de/rrx-duisburg. Während der Offenlage bietet das Projektteam außerdem Bürgersprechstunden für individuelle Fragen an, Termine und Buchung stehen unter www.rheinruhrexpress.de.
Der Planfeststellungsabschnitt 3.2 ist der Duisburger Teil des Vorhabens, den RRX künftig im 15-Minuten-Takt zwischen Köln und Dortmund fahren zu lassen. Zwischen Angermund und dem Duisburger Hauptbahnhof soll die Strecke durchgängig sechs Gleise bekommen, die beiden neuen entstehen westlich der vier vorhandenen. Aus Richtung Düsseldorf reicht der sechsgleisige Ausbau bis zum Haltepunkt Großenbaum. Zwischen Großenbaum und Buchholz liegen bereits sechs Gleise, dort bleibt alles, wie es ist. Zwischen Buchholz und Schlenk ist die Strecke heute fünfgleisig, hier soll ein sechstes Gleis in die bestehende Anlage eingepasst werden, um möglichst wenig zusätzliche Fläche zu beanspruchen. Dafür werden die vorhandenen Gleise angepasst, an der Wedauer Straße entsteht eine Eisenbahnkreuzung, und die Brücken über den Winkelhauser Weg, den Rahmer Bach, die Wedauer Straße und die Straße Im Schlenk werden verbreitert.
Für die Menschen entlang der Strecke geht es vor allem um den Lärm. Im Abschnitt 3.2 ist eine Kombination aus aktivem und passivem Schallschutz vorgesehen. Geplant sind Schallschutzwände mit einer Gesamtlänge von rund 6,2 Kilometern und einer Höhe von bis zu fünf Metern. Auf rund 7,5 Kilometern kommt zusätzlich das sogenannte Besonders überwachte Gleis zum Einsatz, bei dem ein Schleifzug die Schienen regelmäßig glättet, damit sie weniger Lärm erzeugen. Wo diese aktiven Maßnahmen nicht ausreichen, um die Grenzwerte einzuhalten, haben Anwohner zusätzlich Anspruch auf passiven Schallschutz, etwa Schallschutzfenster oder Schalldämmlüfter. Welche Wandhöhen sich in welchem Abschnitt geändert haben, nennt die Mitteilung nicht, das steht in den Unterlagen der Offenlage.
Der RRX-Ausbau gilt als eines der wichtigsten Pendlerprojekte in Nordrhein-Westfalen. Nach Abschluss sollen sieben Linien die Region im 15-Minuten-Takt verbinden, mit mehr umsteigefreien Verbindungen auf der Hauptstrecke zwischen Köln und Dortmund und Zügen mit deutlich mehr Platz. Wann die Bauarbeiten im Duisburger Süden beginnen, nennt die Deutsche Bahn in ihrer Mitteilung nicht.