Relikt des Zweiten Weltkriegs – Ein breites Asphaltband durch den Kalkumer Wald

Die Straße „An der Reith“ im Kalkumer Wald. Der ehemalige Roll- und später Kiesabfuhrweg wurde 2022 in ursprünglicher Breite von ca. 10 Metern mit einer neuen Asphaltdecke versehen. Foto: HS
Die Straße „An der Reith“ im Kalkumer Wald. Der ehemalige Roll- und später Kiesabfuhrweg wurde 2022 in ursprünglicher Breite von ca. 10 Metern mit einer neuen Asphaltdecke versehen. Foto: HS
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Radfahrer, die dem offiziellen Fahrradnetz der Stadt Düsseldorf nach Ratingen folgen, werden nicht den kürzesten Weg entlang der Kalkumer Schlossallee geführt. Vor der Brückenrampe über die Eisenbahntrasse heißt es „Radfahrer absteigen“. Dies ist gerechtfertigt, denn der Rad- und Fußweg auf den Rampen ist sehr schmal und ohne Abstand oder Absicherung zur viel befahrenen Landstraße, auf der Tempo 70 gilt. Wiederholte Anträge der Bezirksvertretung 5, hier Abhilfe zu schaffen, scheiterten bislang an der Zuständigkeit von Straßen NRW.

Deshalb werden Radfahrer schon am Beginn des Kalkumer Waldes nach Norden auf die etwa 10 Meter breite Straße An der Reith geführt, um dann über die Lünen’sche Gasse und An der Anger wieder auf die Kalkumer Schlossallee zu gelangen.

Die erste Teilstrecke An der Reith durch den Wald (ca. 1 km) ist natürlich nicht für Radfahrer so breit angelegt. Vielmehr wurde sie 1943/44 für die damals im Zweiten Weltkrieg auf dem Flughafen stationierten Nachtjäger gebaut, die ihre Flugzeuge tagsüber vor den englischen Aufklärern im Wald versteckten. Nach dem Krieg nutzten Auskiesungsunternehmen den ehemaligen Rollweg für den Abtransport von Sand und Kies aus den Angermunder Baggerlöchern.

Die Sandgewinnung endete in den 1990er Jahren. Zwischenzeitlich konnte die Natur an den Rändern der Straße im Wald einen Teil der versiegelten Fläche zurückgewinnen.

Es gibt nur wenige Anlieger an diesem Weg, der außerhalb der Kiesabfuhrstrecke auch nur noch die mit ca. 3 Metern übliche Breite eines Wirtschaftsweges hat (Lünen’sche Gasse, Viehstraße). Rätselhaft ist, warum die etwa 1 Kilometer lange Strecke des ehemaligen Rollweges im Wald im Oktober 2022 in ursprünglicher Breite von ca. 10 Metern mit einer neuen Asphaltdecke versehen wurde. Entsiegelung nicht mehr benötigter Flächen ist Teil des Düsseldorfer anspruchsvollen Klimaschutzprogramms. Wirklich nutzbar sind nur einige wenige 100 qm der Asphaltfläche nahe der Kalkumer Schlossallee. Hier wurden jüngst Wanderparkplätze angelegt. Sie sind gefragt und gut belegt, denn hier ist der nächstgelegene schattenspendende Wald für Spaziergänger und Wanderer.

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Eine Antwort

  1. “Deshalb werden Radfahrer schon am Beginn des Kalkumer Waldes nach Norden auf die etwa 10 Meter breite Straße An der Reith geführt, um dann über die Lünen’sche Gasse und An der Anger wieder auf die Kalkumer Schlossallee zu gelangen.”

    D.h. Radfahrenden müssen statt 1.6km einen Umweg von 3.8km fahren (laut Radroutenplaner NRW). Unterwegs mit 15kmh ist das 8 Minuten und 50 Sekunden mehr. Wenn die Geschwindigkeit auf dieser 1.6km Strecke von 70kmh auf 30kmh reduziert würden, würden Autofahrer usw. zusätzlich 1 Minute und 50 Sekunden unterwegs sein. Das ist meiner Meinung nach hinnehmbar und fair.

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