„Nordik-Haus” in Kaiserswerth schließt nach fast einem Vierteljahrhundert
Nach fast einem Vierteljahrhundert endet ein Stück Kaiserswerth. Renate Parsi schließt ihr Fachgeschäft „Das Nordik-Haus & Mehr” am Kaiserswerther Markt 5. Letzter Verkaufstag ist Dienstag, der 30. Juni, der Räumungsverkauf läuft bereits.
Ein altersbedingter Abschied sei es ausdrücklich nicht, betont Parsi. „Es ist in keinster Weise, dass ich aufhören möchte”, sagt sie. Doch die wirtschaftliche Lage lasse ihr keine Wahl. Immer weniger Menschen kämen in die Geschäfte, zu viel werde im Internet gekauft. Wie andere Einzelhändler in Düsseldorf müsse auch sie die Reißleine ziehen.


Dabei hatte sich Parsi erst im vergangenen Herbst dafür entschieden, weiterzumachen. Nach dem plötzlichen Verlust ihres Partners war lange offen, wie es mit dem Geschäft weitergeht, damals gab die Kundschaft den Ausschlag, das „Nordik-Haus” offen zu halten. Noch im Februar war Parsi auf der Frankfurter Messe und kaufte neue Ware ein, in der Hoffnung auf einen Aufschwung im zweiten Halbjahr. Der blieb aus.

Für viele war das „Nordik-Haus” mehr als ein Geschäft. Mit Marken wie Royal Copenhagen, Georg Jensen, Kosta Boda, Orrefors, Hermès und Christofle stand es für skandinavisches Design und gehobene Wohnkultur, Kunden kamen aus ganz Deutschland. Der Laden war Anlaufstelle und Ort für gute Gespräche. „Wir schauen so gerne Ihre Schaufenster”, habe sie oft gehört. „Und davon kann ich nicht leben.”

Parsi selbst ist traurig, und viele Stammkunden können die Schließung kaum fassen. „Was für ein Schock, dass Du Dich aus Kaiserswerth zurückziehst”, schreibt eine langjährige Kundin, das sei sehr schade. Seit Tagen erreichen Parsi solche Nachrichten. „Ich hätte gerne noch 20 Jahre weitergemacht”, sagt sie. Bis zum 30. Juni bleibt Zeit für einen letzten Besuch am Kaiserswerther Markt 5, der Räumungsverkauf läuft mit Rabatten.

Leer bleibt das Ladenlokal danach nicht, es ist bereits vermietet. Künftig will dort ein junger Unternehmer seine Gäste kulinarisch verwöhnen.

