Der Angermunder Physiker Hartmann Römer hat sein Werk vollendet
„Er hat sein Werk vollendet.“ Mit diesen Worten hat die Familie Abschied von Hartmann Römer genommen. Der Theoretische Physiker, der zuletzt in Angermund lebte, ist am 28. Juni im Alter von 83 Jahren gestorben.
Geboren am 1. Juni 1943 in Wuppertal, wuchs Hartmann Römer in Düsseldorf auf. Er studierte Physik und Philosophie in Freiburg, wechselte 1964 nach Bonn, wurde dort 1970 promoviert und habilitierte sich 1975. Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem an das Weizmann-Institut im israelischen Rehovot und an das europäische Forschungszentrum CERN. 1979 erhielt er den Ruf als Professor für Theoretische Physik an die Universität Freiburg, wo er die Abteilung für Feldtheorie und Teilchenphänomenologie leitete. So steht es in der Laudatio für die Sitzung des Senats der Universität Freiburg Ende Juli.
International beachtet wurden seine Arbeiten zur mathematischen Physik. Generationen von Studierenden lernten mit seinen Lehrbüchern zur Theoretischen Physik, seine Vorlesungen waren wegen ihrer konzeptuellen Klarheit beliebt. In der Laudatio heißt es: „Die Universität Freiburg verliert mit Hartmann Römer einen international anerkannten Wissenschaftler und engagierten akademischen Lehrer, der unsere Fakultät über Jahrzehnte geprägt hat.“
Sein Denken reichte weit über das eigene Fach hinaus. Gemeinsam mit Harald Atmanspacher und Harald Walach entwickelte Römer die Verallgemeinerte Quantentheorie, einen mathematischen Rahmen, der Denkfiguren der Quantenphysik auch für andere Wissenschaften öffnet. Dem Freiburger Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene stand er als Ombudsmann zur Seite.
Nach 45 Jahren in Freiburg kehrte Römer vor wenigen Jahren mit seiner Frau in seine frühere Heimat zurück und zog nach Angermund. Wie schnell er dort heimisch wurde, zeigt ein Text aus seiner Feder. In dem Angermunder Café bei „Dino“ hatte er den Musiker Johannes Kohlhaus kennengelernt, dessen Thema „Lebenstänze“ ihn zu einem Aufsatz über Musik, Physik und Freiheit anregte. Darin heißt es: „Wo die Seele der Menschen mit der Musik schwingt, da tanzt das Leben.“