Wildwuchs erobert das ehemalige Kittelbachtal zurück

Auf der Brachfläche am Ritterskamp in Kaiserswerth, wo bis zum Abriss im vergangenen Jahr Notwohnungen standen, hat sich der Wildwuchs ausgebreitet. Foto: hs
Auf der Brachfläche am Ritterskamp in Kaiserswerth, wo bis zum Abriss im vergangenen Jahr Notwohnungen standen, hat sich der Wildwuchs ausgebreitet. Foto: hs

Wo bis Mitte der 1920er Jahre der Kittelbach floss, hat sich heute die Natur ihren Platz zurückgeholt. Der Bach verlief einst entlang des „Weg nach den Hingbenden“, „Am Ritterskamp“ und im Wallgraben rund um Kaiserswerth, unter der Klemensbrücke hindurch bis in den ehemaligen Rheinarm östlich des Werth. Im Zuge von Hochwasserschutzmaßnahmen wurde er in ein kanalartiges, mit Betonstein ausgekleidetes Bett verlegt, entlang des Flughafengeländes und der heutigen Kittelbachstraße. Eine Renaturierung ist seit Jahren geplant und planfestgestellt.

Entlang des „Weg nach den Hingbenden“ ist das ehemalige Tal mit Einfamilienhäusern bebaut, von denen einige inzwischen erneuert und verdichtet wurden. Unterhalb der Niederrheinstraße, „Am Ritterskamp“, entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg Notwohnungen. Bis auf ein intaktes Gebäude wurden sie im vergangenen Jahr abgebrochen. Ausgeplündert und als Ruinen waren sie nach Einschätzung des Lesers Heinrich Söegjarto, der den Beitrag verfasst hat, lange ein Schandfleck in Kaiserswerth.

Mit dem Bebauungsplan des Wohnquartiers „Im Spich/Rheinbrohler Weg“ war festgelegt, dass auf diesem Teil des ehemaligen Kittelbachtals ein Kinderspielplatz und eine naturnahe, dem ehemaligen Bach angepasste Grünfläche entstehen sollten. Auf eine Anfrage von Waldemar Fröhlich (Bündnis 90/Die Grünen) in der Bezirksvertretung teilte die Verwaltung jedoch mit, nach so langer Zeit könnten die Grundstückseigentümer nicht mehr mit den Kosten belastet werden. Dem NORDBOTE wurde auf Anfrage zur Renaturierung lediglich mitgeteilt, dass „perspektivisch“ eine Grünanlage vorgesehen sei.

Vor Ort ist seit dem Abbruch im vergangenen Jahr wenig geschehen. Ein Teil wurde als Wiese gemäht, den Rest des Tals hat der Wildwuchs zurückgewonnen, teils bienenfreundlich.

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Ein Kommentar

  1. Ich fand es schon eine Zumutung wie lange die Bauruinen dort standen. Warum der Bauzaun noch da steht und die Mülltonnen herumliegen ist mir ein Rästel. Schließlich entstehen dadurch auch Kosten. Der Ausbau zu einer Grünfläche wird wie immer Jahre dauern. In solche Projkete sollte man Geld stecken und nicht in ein vollautomatisches WC auf der Niederrheinstr., dass sowieso keiner nutzt.

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