Wie geht es weiter mit Schloss Kalkum?

Westseite des als Viereck angelegten Schlosses, das auf eine „Raubritterburg“ im frühen Mittelalter zurückgeht. Foto: hs
Westseite des als Viereck angelegten Schlosses, das auf eine „Raubritterburg“ im frühen Mittelalter zurückgeht. Foto: hs

Im Oktober vergangenen Jahres hatte die Bezirksvertretung 5 einer Bauvoranfrage der Eigentümerin des Schlosses Kalkum, der „Prinz von Preußen Grundbesitz AG“, zugestimmt. Im Schloss sollen Eigentumswohnungen eingerichtet werden. Eine von denkmalbewussten Kalkumer Bürgern kritisch gesehene Brücke über den Schlossgraben zur Oberdorfstraße als direkte Verbindung zu einer Tiefgarage unter den ehemaligen Schlossgärten wurde von der Bezirksvertretung akzeptiert. Zuletzt weideten dort Heidschnucken. Zwei Terrassen über den Schlossgraben an dieser Stelle und einige wenige Änderungen bzw. Vergrößerungen von Fenstern am denkmalgeschützten Objekt wurden ebenfalls nicht als Problem gesehen. Mit dem Umbau begonnen wurde bislang nicht.

Leer steht das Schloss jetzt schon seit elf Jahren. Das Hauptstaatsarchiv des Landes NRW war 2024 zum Duisburger Innenhafen umgezogen. Ein erster Verkauf von Schloss und Park an Peter Thunissen scheiterte. Eine Hinterlassenschaft vom Scheitern bei der Abwicklung des damaligen Kaufvertrages ist der fehlende rosa Endanstrich am Nordwestturm und an der Nordfassade. Die vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) noch veranlassten Restaurierungsarbeiten wurden damals abgebrochen.

Nordseite des Kalkumer Schlosses, erneuert und erweitert in mehreren Bauabschnitten zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert. Foto: hs
Nordseite des Kalkumer Schlosses, erneuert und erweitert in mehreren Bauabschnitten zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert. Foto: hs

In einem zweiten Verkaufsprozess wurden Schloss und Park an die „Prinz von Preußen Grundbesitz AG“ verkauft. Jetzt ist für diese Gesellschaft ein Insolvenzverfahren eingeleitet worden. In Kalkum steht deswegen die Frage im Raum, wie es weitergeht mit Schloss und Park. Der Park ist bislang mehr oder weniger ausreichend gepflegt worden. Der Kulturkreis Kalkum e. V. hat das Denkmal für Ferdinand Lassalle im Gartenpavillon aus Anlass dessen 200. Todestages einer Reinigung unterzogen. Eine Restaurierung des Pavillons wäre angebracht. Das Kalkumer St. Martinskomitee konnte jeweils an ihren großen Festtagen vor dem Schloss feiern, leider nicht wie früher im Schlossinnenhof, weil dort archäologische Grabungen stattgefunden hatten.

Auswärtige Besucher fragen oft nach der Geschichte, dem Schicksal und dem Eigentümer der eindrucksvollen Schlossanlage. Sie ist Ausflugsziel und Erholungsort zugleich.

Das Südtor des Schlosses ist nach elf Jahren Leerstand bereits zugewachsen. Foto: hs
Das Südtor des Schlosses ist nach elf Jahren Leerstand bereits zugewachsen. Foto: hs

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5 Antworten

  1. Eigentumswohnungen sind nicht sinnvoll für die Nutzung des Schlosses. Man sollte dort eher Konzerte, Theater, Lesungen, Vorträge etc veranstalten, also Dinge, die uns allen zugute kommen. Der Park muss immer zur Freude aller Menschen offen stehen, besonders zu Ostern zur Narzissenblüte!! Vivat, Crescat, Floreat heißt die Devise

  2. Da gebe ich Ihnen zu 100% Recht. Man sieht ja an der Burg Angermund was passiert,wenn man alles in Eigentumswohnungen
    umbaut und verkauft. Komplett abgeschottet. Kein Zutritt für Bürger, keine Veranstaltungen der Angermunder Vereine.
    Aber dadurch der Erhalt und die
    Pflege des Objekts. Die Medaille hat immer zwei Seiten.

  3. Das ist wirklich keine gute Entwicklung. Wird der Insolvenzverwalter das Objekt wieder zum Verkauf einstellen (Versteigerung)? Hat der Käufer ggü. dem Verkäufer eigentlich seine Pflichten erfüllt, gibt es noch Ansprüche aus dem Verkauf? Stadt und Land werden wohl kaum Interesse und Mittel für einen Wiedereinstieg haben. Kommt nun der nächste Hazardeur auf den Plan? Eine Nutzung als Kulturort wäre schon, jedoch fehlt dafür jegliche Infrastruktur im Schloss und um das Schloss herum. Es wird ein langer Prozess vielleicht über Jahre und derweil verfallen Bauwerk und Park immer mehr.

  4. Wie schön wäre es, wenn sich Handwerker fänden, die hier ihr Können auch zeigen könnten. Bezahlt von der Allgemeinheit, auch die An- und Umlandbewohner am Erhalt mitwirken könnten. Und später nutzt man das schöne Schloss für Kultur und Erholung, wie oben schon einmal beschrieben.

  5. wenn es von allen genutzt werden soll, warum verkauft der Staat es dann? Beamte glauben, das man Millionen ausgeben kann ohne Einnahmen aus Z.b. Eigentumswohnungen zu erzielen. mit Konzerten wird man nicht viel Geld verdienen.

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