Wie Familie Mosch die Artenvielfalt durch Naturschutz unterstützt

Blühende Parzellen mit unterschiedlichen Funktionen durchbrechen im Mündelheimer Rheinbogen das Acker- und Grünland. Auf einem 45 Hektar großen Gebiet setzt Familie Mosch vielfältige Naturschutzmaßnahmen um. Foto: sam
Blühende Parzellen mit unterschiedlichen Funktionen durchbrechen im Mündelheimer Rheinbogen das Acker- und Grünland. Auf einem 45 Hektar großen Gebiet setzt Familie Mosch vielfältige Naturschutzmaßnahmen um. Foto: sam

Im Mündelheimer Rheinbogen bei Ehingen fällt auf: Mitten auf den Feldern blüht es. Immer wieder sind kleine Parzellen zu sehen, die durch verschiedene Anpflanzungen wichtig für die heimische Artenvielfalt sind. Familie Mosch setzt auf einem etwa 45 Hektar großen Grundstück vielfältige Naturschutzmaßnahmen um, in enger Abstimmung mit der Stiftung „Rheinische Kulturlandschaft“ (SRK). NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen zeigte sich bei einer Planwagenfahrt beeindruckt.

Zwei Stunden hörte die Politikerin gebannt zu, wie Landwirt Reinhard Mosch mit seinem Sohn Karsten, der in Kürze den Hof in fünfter Generation übernehmen wird, den innovativen Ansatz in die Tat umsetzt. Seit mehr als 20 Jahren erstellt die SRK Kompensationskonzepte für Kommunen und Unternehmen nach dem Prinzip „regional denken – lokal handeln“, als Partner für ökologischen Ausgleich und Artenschutz.

Familie Mosch setzt die Naturschutzmaßnahmen auf Acker- und Grünlandflächen um, in direkter Nachbarschaft zu Industrie und Rhein. Es geht darum, vorhandene Lebensräume aufzuwerten. Dazu erklärte Torsten Quinkenstein, Zweigstellenleiter Niederrhein SRK, während der Fahrt: „Artenreiche, mehrjährige Blühstreifen auf Ackerflächen und extensiver Ackerbau erhöhen die ökologische Strukturvielfalt in der Feldflur und bieten somit einen vielfältigen Lebensraum für zahlreiche heimische Tier- und Pflanzenarten. Grünland ist durch Mahdgut-Übertragung oder Einsaat mit zertifiziertem Regio-Saatgut angelegt worden und durch extensive Bewirtschaftung zu artenreichen Standorten entwickelt worden.“

NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen zeiget sich bei einer Fahrt mit dem Planwagen durch die Rheinaue Ehingen beeindruckt von den Naturschutzmaßnahmen von Familie Mosch. Foto: sam
NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen zeiget sich bei einer Fahrt mit dem Planwagen durch die Rheinaue Ehingen beeindruckt von den Naturschutzmaßnahmen von Familie Mosch. Foto: sam

Das Umsetzen dieser Naturschutzmaßnahmen erfordert für die Mündelheimer Bauern enge Absprachen mit der SRK sowie einen erhöhten Arbeitseinsatz. Denn oft muss – im Sinne der Natur – mit kleinen Geräten oder den Händen aufwendig gearbeitet werden; dafür bekommt Familie Mosch eine finanzielle Entschädigung. So sollen beispielsweise die Bodenbrüter geschützt und die Rebhühner angelockt werden. Nicht alles klappe gleich von Beginn an, gab Reinhard Mosch zu, denn bislang gebe es auf diesem Gebiet kaum Erfahrungen. Alle würden viel dazulernen. Um Distel und Ackerfuchsschwanz zu verdrängen, setzen Mosch auf Luzerne – denn Pestizide sind tabu. Luzerne verhindert durch ihren dichten Wuchs, dass sich unerwünschte Gräser auf den Flächen ausbreiten. Aber Geduld ist wichtig. Die SRK dokumentiert alles.

Die Parzellen mitten in den Acker- und Grünflächen sowie am Wegesrand haben unterschiedliche Funktionen. Sie reichen vom regionalen Saatgut über Blühstreifen, beispielsweise für die mehrjährige Feldvogelmischung, bis hin zur Hasenapotheke. Heimische Wildpflanzen sollen die Hasen weiter fördern, etwa ihr Immunsystem stärken.

Karsten Mosch, Torsten Quinkenstein und Reinhard Mosch (von links) zeigen den Unterschied: Das linke Foto zeigt, wie früher das Gebiet genutzt wurden, das obere Foto zeigt die heute Nutzung - aufgeteilt in viele kleine Flächen. Foto: sam
Karsten Mosch, Torsten Quinkenstein und Reinhard Mosch (von links) zeigen den Unterschied: Das linke Foto zeigt, wie früher das Gebiet genutzt wurden, das obere Foto zeigt die heute Nutzung – aufgeteilt in viele kleine Flächen. Foto: sam
Bei der Planwagenfahrt durch die Rheinschleife Ehingen tauschten sich aus (von links): Torsten Quinkenstein ( Zweigstellenleiter Niederrhein SRK), Martin Dahlmann (Vorstandsmitglied SRK), Markus Reinders (stellvertretender Geschäftsführer SRK), Erich Gussen (Präsident Rheinischer Landwirtschafts-Verband), Landwirt Reinhard Mosch,  NRW-Landschaftsministerin Silke Gorißen, Landwirt Karsten Mosch, Bernhard Conzen (Vorstandsvorsitzender SRK) und Prof. Dr. Werner Wahmhoff (stellvertretender Vorstandsvorsitzender SRK). Foto: sam
Bei der Planwagenfahrt durch die Rheinschleife Ehingen tauschten sich aus (von links): Torsten Quinkenstein ( Zweigstellenleiter Niederrhein SRK), Martin Dahlmann (Vorstandsmitglied SRK), Markus Reinders (stellvertretender Geschäftsführer SRK), Erich Gussen (Präsident Rheinischer Landwirtschafts-Verband), Landwirt Reinhard Mosch, NRW-Landschaftsministerin Silke Gorißen, Landwirt Karsten Mosch, Bernhard Conzen (Vorstandsvorsitzender SRK) und Prof. Dr. Werner Wahmhoff (stellvertretender Vorstandsvorsitzender SRK). Foto: sam

Das Bewirtschaften von Flächen wird somit neu gedacht. Bernhard Conzen, Vorstandsvorsitzender SRK: „Als Landwirtinnen und Landwirte waren wir es gewohnt, im Rahmen der guten fachlichen Praxis, den besten Ertrag auf unseren Flächen nachhaltig zu erwirtschaften. In Zusammenarbeit mit der Stiftung holen wir nun an geeigneten Stellen das Beste für die Natur aus unseren Flächen heraus – ökologisch zielführend und ökonomisch rentabel.“

Ministerin Silke Gorißen zeigte sich nach der Planwagenfahrt beeindruckt von der größten Fläche dieser Art in Deutschland, auf der eine eindrucksvolle Biodiversität zu sehen sei. Ihr positives Fazit: „Für den Erhalt unserer artenreichen Kulturlandschaft brauchen wir nachhaltige Lösungen, die landwirtschaftliche Nutzung, Naturschutz und Biodiversität miteinander verbinden. Im Naturschutzgebiet Rheinaue Ehingen wird bei Landwirt Reinhard Mosch beispielhaft gezeigt, wie Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand gehen.“

Von den Spaziergängern in der Ehinger Rheinaue wünschen sich Reinhard und Karsten Mosch Folgendes: „Genießen Sie die Natur! Bleiben Sie bitte dabei auf den Wegen und leinen Sie Ihre Hunde an. So können wir die Natur schützen!“

NORDBOTE-Newsletter
Neuste Nachrichten für Düsseldorf-Nord und Duisburg-Süd, Events und Angebote jeden Dienstag- und Freitagmorgen direkt in Ihr Mail-Postfach!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert