Jetzt ist klar, wie das Grundstück der katholischen Gemeinde St. Stephanus in Ungelsheim, die in der Kirche Weihnachten 2024 ihren letzten Gottesdienst gefeiert hat, weiter genutzt werden soll: Ein Investor plant, in der denkmalgeschützten Kirche eine vierzügige Kindertagesstätte aufzubauen, ein anderer Investor möchte an der Stelle Eigenheim-Häuser bauen, wo bis jetzt Pfarrhaus, Gemeindehaus und Kindergarten verwaist stehen.
Wie Sabine Lindner, die lange im Kirchenvorstand von St. Judas Thaddäus war und den Schließungsprozess von St. Stephanus eng begleitet und organisiert hat, gegenüber NORDBOTE.de erklärte, soll die Übergabe im April 2026 stattfinden. Die Verträge seien am 5. März unterzeichnet und notariell beglaubigt worden. Das bischöfliche Generalvikariat hat eng mit dem Kirchenvorstand und Uwe Becker zusammengearbeitet. Nun müsse das Grundstück im Grundbuch geteilt werden.
Die Pläne für die weitere Nutzung sollen schon fertig sein. Die Bauanträge sollen in Kürze bei der Stadt Duisburg gestellt werden. Vielleicht könnte in einem Jahr mit den Arbeiten begonnen werden. Vermessungstechniker seien schon jetzt aktiv.

Das Grundstück ist insgesamt gut 6.315 Quadratmeter groß. Die Kirche stammt aus den 1950er-Jahren und besticht durch ihre untypische Architektur. Sie wurde für die katholische Gemeinde in dem damals noch jungen Stadtteil Ungelsheim erbaut, in dem viele Mannesmann-Arbeiter wohnten. Der Turm misst ganze 28 Meter. Während des PEP (Pfarrei-Entwicklungs-Plans) fiel die Entscheidung mit dem Kirchenvorstand und dem Pfarrgemeinrat Judas Thaddäus in enger Absprache mit dem Bistum Essen, den Kirchort Ungelsheim aufzugeben und die Kirche samt der umstehenden Gebäude zu schließen. Mittlerweile feiert die Gemeinde in der evangelischen Auferstehungskirche im Ort einmal im Monat einen Gottesdienst und die verschiedenen aktiven Gruppierungen haben eine neue Heimat im Quartierstreff der Rheinwohnungsbau gefunden.

Der von der katholischen Kirche betriebene Kindergarten wurde zum Ende des Kindergartenjahres 2025 geschlossen. In ihm wurden zwei Gruppen betreut. In der nun geplanten KiTa sollen vier Gruppen untergebracht werden.
Auf dem dann benachbarten Grundstück könnten mehrere Eigenheim-Häuser entstehen. Sie sollen den Vorschriften des aktuellen Wohnbebauungsplanes der Stadt Duisburg entsprechen.
Für die bevorstehende Schlüsselübergabe ist alles vorbereitet. „Die Gebäude sind leer“, verkündet die engagierte Katholikin. Als letztes Mobiliar wird am 13. März der Sakristeitisch in die Nähe von Neckarsulm verkauft: Er wird von einer Schneiderin weiter genutzt. Ihr Resümee: „Wir sind froh, dass das Kirchengebäude weiter sozial genutzt wird und nicht in der Mitte des Ortes ein Lost Place entsteht. Das war uns sehr wichtig.“ Einen besonderen Dank spricht Sabine Lindner Michael Germ (Kirchenvorstand Judas Thaddäus) und Udo Merkens (Firma Merkens Real Estate) aus, die die Verkaufsverhandlungen zügig durchgeführt hätten.
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