Vom Tabu zum Bestseller: Wittlaererin revolutioniert Arbeitswelt

Dr. Ute Brambrink freut sich, dass ihr Buch auf so große Resonanz stößt. Foto: cj
Dr. Ute Brambrink freut sich, dass ihr Buch auf so große Resonanz stößt. Foto: cj

Dabei war die 58-Jährige anfangs selbst skeptisch: „Ich sollte das Thema für meinen Arbeitgeber beleuchten und habe mich gefragt, was die Wechseljahre mit dem Arbeitsplatz zu tun haben?“, erinnert sie sich. Doch die Recherche öffnete ihr die Augen, sie stieg tiefer ins Thema ein und merkte schnell: die Wechseljahre werden in der Öffentlichkeit präsenter, aber die Verbindung zur Arbeitswelt fehlte fast völlig. Vor allem aber wurde ihr klar, dass viele Frauen durch Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme & Co. im Arbeitsalltag belastet sind.

Den Stein ins Rollen brachte eine Pressemeldung bei ihrem Arbeitgeber, die sie als Sprecherin zum Welt-Menopausetag im Oktober 2023 verfasste. Darin wurde über die Wechseljahre, Unterstützungsangebote für Frauen und offene Kommunikation im Job berichtet. „Diese Meldung war der Anfang von allem“, so Brambrink. Zahlreiche Anfragen von Presse und anderen Unternehmen gingen ein: Ob Apotheken Umschau, Handelsblatt, Tagesschau.de oder Konzerne – alle hatten Fragen und wollten ihre Expertise.
Gemeinsam mit der Journalistin und Buchautorin Claudia Rieß hat sie nun das „Meno-Power-Buch“ geschrieben, das seit vergangener Woche im Handel ist. Ihr Ziel: Kein trockenes Fachbuch, sondern ein Ratgeber aus dem echten Leben mit Erfahrungsberichten von „echten Frauen“. Es enttabuisiert die Wechseljahre im Beruf, liefert konkrete Strategien gegen den „Karriereknick“ und macht Mut. Denn Frauen in dem Alter sind berufs- und lebenserfahren, haben hohe Fachkompetenz und gehören nicht aufs Abstellgleis.

Das Thema schlägt seit einigen Jahren auch in der Bundespolitik hohe Wellen. Nachdem Brambrink bereits 2024 im Bundestag über eine „Nationale Menopausen-Strategie“ mitdiskutierte, folgt in dieser Woche ein Treffen in Berlin unter der Schirmherrschaft der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner (CSU), um die nächsten Schritte für eine bundesweite Strategie zu erörtern. Brambrink ist wieder mit dabei und freut sich sehr: „Toll, dass das Thema richtig Fahrt aufnimmt, und ich mir sogar noch einen persönlichen Traum erfüllt habe – irgendwann einmal ein Buch zu schreiben.“

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