Auf einer der letzten größeren Grünflächen im Düsseldorfer Norden soll Wohnraum entstehen. Gegen die Versiegelung der Wiesen südlich des Zeppenheimer Wegs am Himgesberg in Kaiserswerth wendet sich der Verein Stadt Land Fluss Düsseldorfer Norden mit seiner Kampagne „Biotop statt Beton“. Seit Kurzem macht ein Plakat vor Ort auf den Protest aufmerksam, wie der Verein in einer Pressemitteilung mitteilt.
Nach Angaben des Vereins sieht die städtische Planung auf der Fläche bei den Zeppenheimer Kiesseen 30.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche mit maximal vier Vollgeschossen vor, davon 70 Prozent im Geschosswohnungsbau und 30 Prozent als Einfamilienhäuser. So könnten schätzungsweise bis zu 350 Wohneinheiten für 500 bis 700 Menschen entstehen. Hinter dem Vorhaben steht laut Mitteilung die Kaiserswerther Diakonie, die für einen Teil der Wiesen rund um die Kiesseen einen städtebaulichen Wettbewerb und eine anschließende Bebauung anstrebt. Teils handele es sich um Grundstücke, die kein Bauland sind und für die kein Baurecht besteht.
Die Fläche grenzt nach Darstellung des Vereins an das Speesche Biotop, das im Kataster des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima NRW als Biotop von landesweiter Bedeutung geführt wird. Achim Niemeyer und seine Mitstreiter argumentieren, die unversiegelte Wiese am Himgesberg diene als Erholungsraum, als Kältezone und als Regenversickerungsfläche und wirke als Puffer für das angrenzende Biotop. Eine Versiegelung hätte aus Sicht des Vereins Folgen für Klima, Artenvielfalt und Lebensqualität, zumal das Gebiet ein Wasserschutzgebiet sei und die Grundwassersanierung noch nicht abgeschlossen.
Gegen das Bauen an sich richtet sich der Protest nach den Worten des Vereins ausdrücklich nicht. Er wendet sich gegen eine Baupolitik, die grüne Flächen umstandslos als Baulandreserve einstuft, und wirbt für nachhaltiges, generationengerechtes Bauen auf bereits versiegelten Flächen. Dazu verweist der Verein auf das Prinzip „Innen- vor Außenentwicklung“ und fordert eine ernsthafte Suche nach Alternativen. Statt Felder und Wiesen am Stadtrand zu versiegeln, solle die Stadt leerstehende Büroimmobilien nutzen, Dachgeschosse ausbauen und Brachflächen entwickeln. Der Büroleerstand in Düsseldorf sei seit 2019 von rund 700.000 auf mehr als 1,1 Millionen Quadratmeter gestiegen, beruft sich der Verein auf Zahlen des Immobiliendienstleisters Jones Lang LaSalle aus dem ersten Quartal 2026. Insgesamt seien im Düsseldorfer Norden von rund 94 Hektar Freifläche mindestens 63 Hektar und damit etwa 67 Prozent zur Versiegelung vorgesehen.
Beschlossen ist die Planung noch nicht. Demnächst soll die Öffentlichkeitsbeteiligung stattfinden, zu der der Verein die Anwohnerinnen und Anwohner aufruft. Stadt Land Fluss Düsseldorfer Norden will das Vorhaben weiter kritisch begleiten.

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Ein Kommentar
Gut, dass der Verein hier mahnt und informiert!
Ein Skandal, diese wertvolle Fläche zuzubauen – erst werden die Seen verseucht (PFT/PFAS „Ewigkeits-Chemikalien) jetzt gibt‘s den Rest…. und gleich am anderen Ende der Alten Kalkumer Straße, nämlich Nördlich Kalkumer Schlossallee, plant man ja auch noch 341.000 qm zu betonieren.
Politiker, die hier behaupten, dass „die nördlichen Stadtteile ihren Charakter behalten sollen“, bei den Massen an schon fertigen, laufenden und geplanten Neubauten im Düsseldorfer Norden zeigt zumindest, dass sie selbst hier nicht leben….
Die riesigen Versiegelungen werden uns allen schaden!
Gleichzeitig wie erwähnt: Wirklich massenhaft ungenutztes Leerstands-Potential, welches auf Umbau und Umnutzung wartet…
Dass im Norden der Verkehr zusammen zu brechen droht oder Kerosinluft und Überhitzung, Überschwemmungsgefahren etc. sich zusammenbrauen, darf nicht ignoriert werden.
Ich schätze daher sehr, dass ich hier informiert werde über die Projekte und vor Allem, die Gegenwehr der BürgerInnen, Danke dafür!