Im derzeit trocken liegenden Rheinbett unterhalb des Zollhauses in Kaiserswerth ist ein alter Mühlstein gefunden worden. Er misst etwa 1,35 Meter im Durchmesser und ist etwa 20 Zentimeter dick. Sein Gewicht dürfte bei 800 Kilogramm liegen. Anzunehmen ist, dass der Stein vom Mühlenturm auf der Bastion St. Maximilian stammt. Die Mühle wurde mindestens bis 1814 als Kornmühle betrieben. Das ergibt sich aus Aufzeichnungen in einem noch erhaltenen Mühlenbuch (F. Gehne in „Kaiserswerth – 1300 Jahre Heilige – Kaiser – Reformer“, Triltsch Verlag 1981). Theodor Fliedner hatte die Mühle 1826 erworben. Später hat er eine Pumpe in den Turm eingebaut und ein kleines Windrad auf die Spitze gesetzt, um Wasser für sein diakonisches Werk und Krankenhaus zu fördern.
Der Heimat- und Bürgerverein Kaiserswerth e. V. beabsichtigt, den Mühlstein zu bergen, auf der Uferpromenade aufzustellen und zu fixieren. Als Pendant zum Treidelstein unterhalb des Ankers soll er das von der Landesregierung NRW als historischer Stadtkern ausgezeichnete Kaiserswerth bereichern. Derzeit werden die eventuell erforderlichen behördlichen Genehmigungen eingeholt und die Arbeiten vorbereitet. Unterstützung und Sponsoren sind willkommen. Der NORDBOTE wird über den Fortgang des Projekts berichten.


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Ein Kommentar
Gunten Tag,
der Entdecker Thomas van Lohuizen, ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger beim LVR, hat den Mühlstein bereits vor über 30 Jahren in Kaiserswerth gefunden. Er hat aktuell dem LVR die Maße und Lage des Fundes mitgeteilt und die Bergung unter Nutzung des derzeitigen Niedrigwasser angeregt. Van Lohuizen meint, dass der Mühlstein „mutmaßlich beim Entladen von einem Rheinschiff ins Wasser fiel und nicht mehr aus dem Fluss geborgen werden konnte. Vom Fundpunkt aus kann man den alten Mühlturm sehen, für den dieser Mahlstein ursprünglich wohl bestimmt gewesen war. Ein langer Transport mit einem bösen Verlust für unsere Vorfahren, der uns heute freut!“ (Vgl. )https://www.facebook.com/thomas.vanlohuizen)
E ist wenig wahrscheinlich, „dass der Stein vom Mühlenturm auf der Bastion St. Maximilian stammt.“, also gebraucht war. Vielmehr steht zu vermuten, dass der für die Mühle bestimmte Stein noch unbenutzt in den Rhein fiel. Die denkmalpflegerischen Untersuchungen werden diese Frage vermutlich genau beantworten können. In jedem Fall ein spannendes Detail aus der Kaiserswerther Ortgeschichte.