Die Brandkatastrophe am 11. April 1996 war nicht nur für den Düsseldorfer Flughafen ein schrecklicher, schwarzer Tag. 17 Menschen ließen ihr Leben, viele wurden verletzt. Das gesamte Passagier-Abfertigungsgebäude (Terminal) war unbenutzbar verrußt. 1000 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Der gesamte Flugbetrieb musste eingestellt werden.
Wenige Stimmen, die meinten, man solle den stadtnahen Flughafen ganz aufgeben und den Luftverkehr nach Köln/Bonn verlegen, verstummten schon nach kurzem Nachdenken. Eine Landeshauptstadt, Messe, Mode, internationaler Handel und Repräsentanz ohne diese Infrastruktur? Unvorstellbar! Sogar im lärmbelasteten Lohausen bildete sich eine Bürgerinitiative „Pro Flughafen DUS“. Minister Wolfgang Clement erklärte: „Der Wirtschaftsstandort NRW ist auf weltweite Verbindungen angewiesen. Düsseldorf spielt dabei eine wichtige Rolle.“
Das unermüdliche, ja unglaubliche Engagement aller Mitarbeiter auf dem Flughafen, kaum nachdem Qualm und Feuerwehrleute abgezogen waren, führte dazu, dass schon nach zwei Tagen, am 13. April 1996, die in Düsseldorf verwurzelte Fluggesellschaft LTU den Flugbetrieb wieder aufnahm. Die Abfertigung der Passagiere und Gepäckverladung fand im Freien, in aus Bayern angelieferten Bierzelten und in Flugzeughallen statt. Bürocontainer wurden aufgereiht. Anfang Mai fand bereits rund 80 Prozent des regulären Flugbetriebs wieder statt.
Den Sommer über wurden zwei neue Abfertigungsterminals in solider „Wellblechbauweise“ errichtet. Flugsteig A wurde gereinigt und von Lufthansa wieder in Betrieb genommen.
Gleichzeitig begann eine Planungs- und Bauphase auf dem Flughafen Düsseldorf, die wir hier nur in Stichworten aufführen können: Generalsanierung der Hauptstartbahn, teilweise Entkernung und großzügige Erweiterung des Terminals, neuer Tower 85 Meter hoch, Autobahnanschluss, neue Parkhäuser, Flugzeughalle 7, neues General Aviation-Center (GAT), Sky-Train, Fernbahnhof, Airport-City mit Maritim-Hotel und einem neuen Verwaltungsgebäude für die Flughafengesellschaft. Viele weitere Gebäude und Anlagen für verschiedene Zwecke wurden errichtet, saniert und vergrößert, die Regenwasserableitung auf modernen, nachhaltigen Stand gebracht. Der Flughafen Düsseldorf zählt heute zu den modernsten Verkehrsflughäfen in Europa.
Der Ausbau und die Modernisierung werden fortgesetzt. Die modernste neue Feuerwache ist gerade fertiggestellt, ein neues Tanklager geplant, ein weiteres Parkhaus und vieles mehr. Der U-Bahnanschluss soll noch im Sommer 2026 fertig sein.
Nebenbei sei erwähnt, dass die schrecklichen Erfahrungen aus der Brandkatastrophe in Düsseldorf dazu führten, dass bundesweit die Brandschutzvorschriften so verschärft wurden, dass eine vergleichbare Katastrophe kaum noch denkbar ist.
Luftverkehr findet in Düsseldorf seit 1909 statt, zunächst mit Luftschiffen, ab 1925 Linienluftverkehr mit Junkers-Ganzmetallflugzeugen F 13 für vier Passagiere auf einem „Notlandeplatz“. Dieser erhielt 1927 nach Ausbaumaßnahmen die erste ministerielle Genehmigung als Verkehrslandeplatz. Stadt Düsseldorf und Rheinbahn gründeten die heutige Flughafen Düsseldorf GmbH. Mit einem „Großflugtag“ am 16. Mai 1927 wurde der Lohauser Flughafen offiziell eingeweiht. Für die heutige Flughafen Düsseldorf GmbH, DUS international ist das Anlass, im nächsten Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum zu feiern.
Nicht vergessen in der bewegten Flughafengeschichte ist der 11. April 1996, die schlimme Brandkatastrophe. Zum 30-jährigen Gedächtnis kamen die Geschäftsführer und hohe Amtsträger in der zur Erinnerung an dieses schmerzliche Ereignis errichteten Gedenkstätte zum stillen Gedenken zusammen. Auch Angehörigen der Opfer stand sie an diesem Nachmittag ungestört zur Verfügung. Mit einer Durchsage wurden auch Fluggäste, Mitarbeiter und Besucher erinnert und gebeten, zum Gedenken an die Opfer einen Augenblick innezuhalten.
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