Zehntausende Haushalte in Duisburg heizen bereits heute klimaschonend mit umweltfreundlicher Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung, die von den Stadtwerken Duisburg in verschiedenen Anlagen erzeugt wird. Ein erheblicher Teil dieser Wärme stammt aus dem Heizkraftwerk drei (HKW III) im Stadtteil Wanheim. Der lokale Energiedienstleister hat sich das Ziel gesetzt, seine Fernwärme bis zum Jahr 2035 CO2-neutral zu erzeugen.
Im Zuge dessen wird der Block A des Wanheimer Gaskraftwerks, dessen Gasturbine aus den 1970er Jahren stammt, zum Ende des Jahrzehnts außer Betrieb genommen. Er wird durch mehrere moderne, effiziente und umweltfreundliche Technologien ersetzt. Dafür modernisieren die Stadtwerke den Energiepark Wanheim umfassend und installieren bis zum Jahr 2030 drei neue Erzeugungsarten.
„Die Stadt Duisburg und auch wir haben uns ehrgeizige Klimaziele gesetzt. Die Dekarbonisierung unserer Strom- und Wärmeerzeugung spielt dabei eine entscheidende Rolle und wir investieren in den kommenden Jahren massiv in die Infrastruktur. Die Modernisierung des Energieparks Wanheim ist dabei ein wichtiger Meilenstein der Energiewende vor Ort“, sagt Marcus Wittig, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Duisburg AG.
Wärmepumpen nutzen die Wärme aus dem Rhein Auf dem bestehenden Gelände werden die Stadtwerke vier große Wärmepumpen errichten, die die Wärme des Rheinwassers nutzen. Jede Wärmepumpe hat eine thermische Leistung von 15 Megawatt, sodass insgesamt 60 Megawatt Fernwärmeleistung gewonnen werden. Dabei wird die Wärmeenergie über große Wärmetauscher entnommen, ohne dass sich Rheinwasser und Fernwärmesystem vermischen. Das abgekühlte Wasser wird anschließend in den Fluss zurückgeleitet, was besonders in den oft überhitzten Sommermonaten einen positiven Effekt für das Gewässer hat. Die Wärmepumpen können den Wärmebedarf von rund 23.500 Haushalten decken.
„Wärmepumpen sind eine der Schlüsseltechnologien der Energiewende, mit der wir CO2-freie Wärme ideal erzeugen können“, erklärt Andreas Gutschek, Vorstand für Infrastruktur und Digitalisierung. Die Anlagen werden in einem neuen Gebäude untergebracht. Für die Wasserversorgung kann die bestehende Kühlwasser-Infrastruktur des HKW III weitergenutzt werden.
Leistungsstarke Blockheizkraftwerke und Elektro-Kessel Zusätzlich werden bis zu 15 Blockheizkraftwerke (BHKW) in einem neuen, schallisolierten Gebäude installiert. Diese erzeugen mit hohem Wirkungsgrad Strom und Wärme. Die gesamte Anlage liefert 67 Megawatt elektrische und 80 Megawatt thermische Leistung. Die modernen Motoren können zukünftig anstelle von Erdgas auch Wasserstoff nutzen.
Ebenfalls neu errichtet werden zwei Power-to-Heat-Anlagen. Diese beiden Elektro-Kessel können mit einer Gesamtleistung von bis zu 60 Megawatt aus überschüssigem, regenerativ erzeugtem Strom Wärme produzieren. „So tragen die Elektrokessel dazu bei, Stromerzeugungspotenziale von Windrädern und Photovoltaikanlagen besser auszuschöpfen, statt sie in Schwachlastzeiten abzuschalten“, sagt Andreas Gutschek.
Die Bauarbeiten sollen Mitte 2026 beginnen. Bis Anfang 2029 sollen die neuen Anlagen in Betrieb gehen. Die Stadtwerke Duisburg investieren in die Modernisierung des Standortes rund 200 Millionen Euro.
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