SPD gewinnt im Duisburger Süden – nur ein CDU-Ratsmandat direkt geholt

Wer Oberbürgermeister in Duisburg werden wird, entscheidet sich am 28. September durch die Stichwahl. Foto: sam
Wer Oberbürgermeister in Duisburg werden wird, entscheidet sich am 28. September durch die Stichwahl. Foto: sam

Auch die Menschen im Duisburger Süden haben am Sonntag gewählt beziehungsweise sich vorher bereits per Briefwahl für die Kandidatinnen und Kandidaten entschieden, die diesen Bezirk in den nächsten Jahren führen sollen. Die meisten Stimmen für die Bezirksvertretung Duisburg-Süd entfielen mit 11.319 Stimmen (31,92 %) auf die SPD (gegenüber 2020: +2,95 %). Die CDU erhielt 7.984 Stimmen (22,52 %; -1,72 %) und Grüne 3.900 (11 %; -10,41 %). In zwei Wochen, am 28. September, müssen alle noch einmal wählen: Dann wird in einer Stichwahl entschieden, wer das Amt des Oberbürgermeisters bekleiden wird: entweder Amtsinhaber Sören Link (SPD; 45,97 %) oder Carsten Groß (AfD; 19,71 %). Wolfgang Schwertner holte als einziger CDU-Ratskandidat im Stadtgebiet seinen Wahlkreis direkt; fast alle anderen wurden von den SPD-Kandidaten gewonnen.

Weitere Ergebnisse für die BV Süd: 5.957 Stimmen für die AfD (16,8 %; +9,44 %); 1.782 für Junges Duisburg (5,03 %; -1,22 %), 1.435 für Die Linke (4,05 %; -0,41 %) und 594 für die FDP (1,68 %; -1,93%). Damit werden folgende Mandatsträgerinnen und Mandatsträger in der BV vertreten sein:

  • SPD: Beate Lieske, Christian Hilberger (als Nachrücker für Jannik Neuhaus, der in den Rat eingezogen ist), Ulrike Stompel-Oles, Daniel Pfitzner, Jörg Bach und Hendrik Schulze
  • CDU: Angelika Kleinefeldt, Daniel Kegler und Markus Wilken (als Nachrücker für Wolfgang Schwertner, der in den Rat eingezogen ist) und Michael Söhngen
  • Grüne: Heide Apel und Ingrid Fitzek
  • AfD: Carsten Groß, Fabian Lau und Markus Günther
  • JUDU: Simon Leese
  • Die Linke: Dominik Achternbosch

Beate Lieske möchte Bezirksbürgermeisterin bleiben

Auf Nachfrage unterstrich die amtierende Bezirksbürgermeisterin Beate Lieske: „Ich freue mich sehr über das Ergebnis der SPD Süd-Fraktion. Wir haben uns um einen Platz auf sechs Bezirksvertreter verbessert. Ich werte das als Resultat einer guten Arbeit im Duisburger Süden in den vergangenen fünf Jahren.“ Die SPD werde in den nächsten Tagen mit allen demokratischen Parteien Gespräche führen. „Selbstverständlich ist mein Wunsch weiter als Bezirksbürgermeisterin in der Bezirksvertretung arbeiten zu dürfen“, so die Sozialdemokratin weiter. Die Entscheidung und Wahl dazu werde aber erst in der konstituierenden Sitzung am 6. November fallen. „Hier kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgreifen.“ Beate Lieske zeigte sich darüber entsetzt, dass die AfD in Zukunft mit drei Personen in der Bezirksvertretung sein werde.

Peter Ibe: „Manchmal ist der Wähler ungerecht“

Für die CDU erklärte Ratsherr Peter Ibe, Vorsitzender des CDU-Stadtbezirksverbands Duisburg-Süd, gegenüber NORDBOTE.de: „Wir sind froh, dass wir ein Ratsmandat im Duisburger Süden direkt geholt haben. Insgesamt hatten wir uns natürlich mehr erhofft. Manchmal ist der Wähler ungerecht.“ Sowohl in der BV als auch im Rat würden die Christdemokraten jetzt mit allen demokratischen Parteien sprechen. Ibe: „Mit unseren vier Bezirksvertretern werden wir im Süden unser politisches Gewicht in die Waagschale werfen.“ 

Gemischte Gefühle bei den Grünen

Heide Apel hob hervor: „Wir Grüne gehen mit gemischten Gefühlen aus dieser Wahl: Natürlich hatten wir uns ein besseres Ergebnis erhofft. Gleichzeitig sehen wir unser Abschneiden als Ansporn. Wir müssen unsere Botschaften noch klarer und sichtbarer machen. Mit Energie, Leidenschaft und konkreten Ideen setzen wir uns weiterhin dafür ein.“ Zu seiner gescheiterten OB-Kandidatur führt der Großenbaumer Dr. Sebastian Ritter an: „Wer kandidiert, muss auch verlieren können. Als Demokrat hab ich das Wahlergebnis mit Demut zur Kenntnis zu nehmen.“ Damit ihm nicht langweilig werde, werde er sich neue Projekte suchen. Diese könnten in der Politik liegen, müssten es aber nicht.

Rat wird mit 104 Sitzen noch größer

Bis auf den Wahlbezirk 35 (Mündelheim, Hüttenheim-Süd und Ungelsheim, den Wolfgang Schwertner für die CDU direkt gewann) gingen fast alle anderen Rats-Wahlbezirke im Stadtgebiet direkt an die SPD. Deshalb ist der Rat von eigentlich 74 Mitgliedern auf 104 angewachsen. Für den Rat der Stadt ergibt sich folgendes Ergebnis: 32,59 % für die SPD (34 Sitze); 17,38 % für die CDU (18); 9,11 % für die Grünen (10); 21,17 % für die AfD (22); 5,99 % für die Linke (6); 1,50 % für die FDP (2) und 3,37 % für JUDU (4). Je 2 Sitze erhalten BSW (2,11 %), DAL-WGD (1,96 %); und Tierschutz (1,89 %). Mit je einem Sitz, so das vorläufige amtliche Endergebnis, werden ABI (0,97 %) und SGU (0,92 %) vertreten sein.

OB Link: „Starkes Ergebnis in schwierigen Zeiten“

OB Link bedankte sich in den sozialen Medien für den großen Zuspruch im ersten Wahlgang der Oberbürgermeisterwahl: „46 Prozent sind ein starkes Ergebnis in schwierigen Zeiten – ich freue mich über das große Vertrauen! Ich werde in den nächsten zwei Wochen weiter alles für unsere Stadt geben! Für mich ist klar: Duisburg ist und bleibt eine demokratische Stadt!“ Er werde sich weiterhin mit ganzer Kraft und viel Freude für ein starkes Duisburg einsetzen.

https://wahlergebnis.duisburg.de/05112000

Beate Lieske (SPD) möchte im Bezirksamt Süd gerne Bezirksbürgermeisterin bleiben. Die konstituierende Sitzung ist am 6. November geplant. Foto: sam
Beate Lieske (SPD) möchte im Bezirksamt Süd gerne Bezirksbürgermeisterin bleiben. Die konstituierende Sitzung ist am 6. November geplant. Foto: sam

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