Straßen.NRW nimmt den Unmut der Anwohner in Serm ernst. „Die aktuellen Randbedingungen – Uerdinger Brücke, angrenzendes Industriegebiet und der von der Stadt Duisburg nicht gewünschte Ausweichverkehr durch den Ort – lassen derzeit keine alternative Verkehrsführung zu. Sicherheit für Verkehrsteilnehmer und Baustellenpersonal hat Vorrang“, erklärte am Dienstag 2. September, ein Sprecher von Straßen-NRW auf Anfrage von NORDBOTE.de. Wie berichtet, ist die große Kreuzung in Serm B 288/Am Breitenkamp gesperrt (B 288-Baustelle sorgt für großen Unmut). Die Verkehrslage werde fortlaufend beobachtet. Nachgebessert werde dort, wo es verkehrlich und rechtlich möglich ist, zum Beispiel bei Beschilderung, Wegweisung oder Signalzeiten.
Die Bauzeit betrage an dieser Stelle etwa acht Wochen, führte der Sprecher weiter aus. Während dieser Zeit sei der Stadtteil Serm ausschließlich über die Uerdinger Straße und die Sermer Straße erreichbar. „Die Kreuzung am Breitenkamp bleibt aus Platzgründen und aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die B 288 wird unter laufendem Verkehr saniert, daher besteht nur ein Fahrstreifen je Fahrtrichtung. Aus diesem Grund kann im Kreuzungsbereich keine Linksabbiegespur freigegeben werden, diese würde bei linksabbiegenden Fahrzeugen riesige Staus auf der B2288 produzieren und den Verkehrsfluss stark behindern.“
Nach Angaben von Straßen.NRW seien Baumaßnahme, Verkehrsführung und Umleitungsstrecken mit der Stadt Duisburg, der Polizei und der Feuerwehr abgestimmt worden. Feuerwehr und Rettungsdienste seien einbezogen worden. Von Seiten der Stadt lägen keine Hinweismeldungen zu besonderen Belangen der Geschäftsleute in Serm vor. „Für Anlieferungen mit besonderen Abmessungen oder für den Aufbau des Festzelts stimmen wir bei Bedarf individuelle Lösungen ab, zum Beispiel Zeitfenster, Begleitungen oder temporäre Haltverbote. Geschäftsinhaber können sich gern direkt bei uns melden, damit wir die Anlieferungen gemeinsam planen.“ Die Mail-Adresse: kontakt.rnl.nr@strassen.nrw.de .
Viele Verkehrsteilnehmende wundern sich, dass in der gesamten Baustelle nur Tempo 30 gefahren werden darf. Dazu gibt die Behörde folgende Erklärung: „Tempo 30 ist aus Gründen der Verkehrssicherheit notwendig. Die Fahrstreifen sind verengt und teils verschwenkt, die Sichtweiten kürzer, Baufahrzeuge fahren ein und aus, die Markierung ist provisorisch und die Fahrbahn stellenweise uneben. Die reduzierte Geschwindigkeit senkt Anhaltewege und Unfallrisiken und schützt die Beschäftigten sowie alle Verkehrsteilnehmer. Wo es die Bauphasen zulassen, passen wir die Beschränkung abschnittsweise wieder an.“
Fehlende Schilder bei der Umleitung sollen in Abstimmung mit Stadt Duisburg, Polizei und Feuerwehr unverzüglich nachgerüstet werden. Konkret vorgesehen seien:
- Hinweisschild am Heidberg, dass die Verbindung nach Serm derzeit nicht möglich ist
- eindeutige Umleitungswegweisung für die Route nach Serm
- Vermeidung von Fehlleitungen durch enge Wohnstraßen und Feldwege mittels zusätzlicher Sperr- und Hinweisbeschilderung
Die vier Kilometer lange Baustelle ist in sieben Bauabschnitte eingeteilt:
1. Bauabschnitt: Richtungsfahrbahn Krefeld: Von Ende A524 bis vor der Kreuzung Uerdinger Straße
2. Bauabschnitt: Mittelbereich: Von Ende A524 bis vor der Kreuzung Uerdinger Straße
3. Bauabschnitt: Richtungsfahrbahn Duisburg: Von Kreuzung Uerdinger Straße bis Beginn A524
4.-7. Bauabschnitt: Bereich Kreuzung B288 / Uerdinger Straße und von Kreuzung „Am Seltenreich“ bis zur Kreuzung Uerdinger Straße
Sylvia Linn, Duisburger CDU-Oberbürgermeisterkandidatin mahnt hier verfehltes Baustellenmanagement an: „Es kann nicht sein, dass sich die Stadt Duisburg von Straßen.NRW eine unsägliche Baustellensituation aufdrücken lässt, die den Ortsteil Serm und die Bürgerinnen und Bürger über Wochen und Monate dermaßen massiv beeinträchtigt. Hier muss dringend nachgearbeitet werden.“
Die CDU hatte schon am Freitag versucht, Kontakt zu Straßen.NRW aufzunhemen. Wolfgang Schwertner, Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Mündelheim/ Ehingen/Serm und Kandidat für den Stadtrat forderte kurzfristig einen Ortstermin ein. Die Baustellensituation müsse überplant werden, heißt es von Seiten der Christdemokraten in eiern Pressemitteilung.

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Eine Antwort
Ich habe folgende Rückmeldung von Straßen NRW auf meine Beschwerde erhalten: „Die B288 ist im Bauabschnitt stark sanierungsbedürftig.
Im Rahmen der Arbeiten werden die beiden oberen Asphaltschichten (Asphaltdeckschicht und Asphaltbinderschicht) ausgebaut und erneuert. Insgesamt werden so 15 cm Asphalt aus- und wieder eingebaut.
Der Baubereich ist in 7 Bauabschnitte aufgeteilt.
Die ersten drei Bauabschnitte behandeln den Bereich zwischen der Kreuzung B288 / Uerdinger Straße und dem Beginn der A524.
Die Arbeiten in diesen ersten drei Bauabschnitten werden voraussichtlich 6 Wochen (bis zur 42. KW) andauern.
Danach ist dieser Abschnitt und auch die Kreuzung B288 / Breitenkamp wieder wie gewohnt nutzbar.
Die Querung der B288 am Breitenkamp wird lediglich für den notwendigen Linienbus-Verkehr aufrechterhalten, der in Abhängigkeit von der jeweiligen Bauphase, über die Bedarfsampel und Provisorien geführt wird.
Eine generelle Nutzung der Kreuzung ist auch wegen der nur noch einstreifigen B288 während der Arbeiten zur Sicherheit und Leichtigkeit des Hauptverkehrs nicht möglich.
Gerne hätten wir die Bauzeit in dem Abschnitt durch geänderte Verkehrsführung weiter verkürzt, konnten dazu aber keine Einigkeit mit den Beteiligten der Stadt Duisburg erzielen, da die städtische L59 (Düsseldorfer Landstraße, Sittardsberger Allee) dann vom Schwerlastverkehr hätte genutzt werden müssen.
Die Bauabschnitte 4 – 7 betreffen dann die Kreuzung der B288 / Uerdinger Straße und den anschließenden, westlichen Abschnitt bis zur Höhe der Kreuzung B288 / Am Seltenreich.
Während der ca. 2-wöchigen letzten Bauphase (Bauabschnitt 7), ist in der Kreuzung B288 / Uerdinger Straße die Zufahrt nach Mündelheim und auch die Zufahrt auf die B288 aus Mündelheim kommend gesperrt.
Die Verbindung zur B288 erfolgt in dieser letzten Phase über die Anbindung „Am Seltenreich“ und die Kreuzung „Breitenkamp“.“