Salzgitter AG will HKM fortführen

Nun gibt es berechtigte Hoffnung, dass der Name HKM im Duisburger Süden bestehen bleibt. Archivfoto: sam
Nun gibt es berechtigte Hoffnung, dass der Name HKM im Duisburger Süden bestehen bleibt. Archivfoto: sam

Die Zeit der Unsicherheit scheint dem Ende zuzugehen: HKM soll in kleinerer Form weitergeführt werden. thyssenkrupp Steel und die Salzgitter AG haben nach intensiven Verhandlungen und unter Vermittlung des ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch eine Einigung zur Fortführung der HKM im Duisburger Süden erzielt. „Geplant ist ein Verkauf der HKM-Gesellschaftsanteile von thyssenkrupp Steel an die Salzgitter AG zum 01.06.2026“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung vom 6. Februar. „Die Belieferung an thyssenkrupp Steel von HKM läuft Ende 2028 aus, statt wie bisher geplant Ende 2032. Über die im Eckpunktepapier vereinbarten finanziellen Details zur Entflechtung der bislang geltenden vertraglichen Beziehungen wurde Stillschweigen vereinbart.“

Die Umsetzung der Vereinbarung stehe unter dem Vorbehalt der Zustimmung der relevanten Gremien und einer positiven Bewertung eines Fortführungsgutachtens, das die Salzgitter AG bereits beauftragt hat. Weiterhin sei Voraussetzung, dass auch der dritte Eigentümer Vallourec S. A. dem Verkauf seiner Anteile an die Salzgitter AG zustimmt. HKM wollte sich am Montag auf Nachfrage nicht dazu äußern.

Gunnar Groebler, CEO Salzgitter AG: „Diese Vereinbarung ist ein wichtiges Etappenziel und bringt uns auf dem Weg ein gutes Stück weiter, für HKM eine gute industrielle Zukunft zu erarbeiten. Sie schafft Klarheit für alle Beteiligten in diesem Prozess und gibt den Mitarbeitenden von HKM eine positive Perspektive. HKM kann so ein Teil des Transformationsprozesses hin zur CO2-armen Stahlerzeugung im Salzgitter-Konzern werden. Wir danken allen Beteiligten für die konstruktiven Verhandlungen und Begleitung des Verfahrens.“

Marie Jaroni, CEO thyssenkrupp Steel: „Die Einigung ist ein wichtiger Meilenstein zur weiteren Umsetzung unseres industriellen Konzepts und damit zur zukunftsfesten Aufstellung von thyssenkrupp Steel. Mit der Vereinbarung ist es uns gelungen, eine faire und für alle Beteiligten tragfähige Lösung zu erzielen. Damit kommen wir unserer Verantwortung sowohl für thyssenkrupp Steel als Ganzes als auch für die HKM-Beschäftigten nach.“

Ministerpräsident Hendrik Wüst begrüßt die Einigung: „Sie kann bei allen schmerzhaften Folgen eine verantwortungsvolle Lösung sein. Jetzt ist es wichtig, dass die Übereinkunft in ein tragfähiges Konzept und ein klares Bekenntnis zum Standort Nordrhein-Westfalen und zu sicheren und guten Arbeitsplätzen mündet. Die Beschäftigten müssen schnell endgültige Klarheit bekommen. Aber auch die beteiligten Unternehmen und der Industriestandort Duisburg müssen wissen, wie es weitergeht. Ich danke Roland Koch für seinen persönlichen Einsatz in der Sache. Ohne starken und nachhaltig produzierten Stahl gibt es keine starke Industrie. Wenn wir Industrieland bleiben wollen, brauchen wir eine wettbewerbsfähige Stahlindustrie. Dafür arbeiten wir weiter – heute und morgen.“

Die Salzgitter AG ist einer der führenden deutschen Stahl- und Technologiekonzerne. Als Vorreiter in der Circular Economy fokussiert sich das Unternehmen nach eigenen Angaben auf die nachhaltige Innovation und Transformation der Produkte und Prozesse in den Geschäftsbereichen Stahlerzeugung, Stahlverarbeitung, Handel und Technologie. Mit der Strategie „Salzgitter AG 2030“ und dem Grundsatz „Pioneering for Circular Solutions“ setze es neue Maßstäbe in der Industrie. „Mit rund 25.000 Mitarbeitern weltweit in mehr als 130 nationalen und internationalen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften werden wir unserem globalen Anspruch an Wachstum, Profitabilität und unserer Vorreiterposition gerecht“, heißt es weiter. „Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschafteten wir bei einer Rohstahlkapazität von 6,4 Mio. t einen Außenumsatz von ca. 10 Mrd. €.“

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