Bereits als Kind war die Lohausenerin Rose Klay fasziniert von Kriminalgeschichten. Heute hat sie bereits drei Thriller veröffentlicht. Nun stellt sie ihr erstes Werk erstmals in einer Lesung vor.
Rose Klay wurde in Australien geboren und zog im Alter von fünf Jahren mit ihren Eltern nach Lohausen. Dort ging sie zur „Kleinen gelben Schule“. Gegen Ende ihrer Grundschulzeit schenkte ihr Vater ihr eine rote Olympia, und mit Begeisterung tippte die heute 57-Jährige ihren ersten Kriminalroman: „Mamba oder Mafia“. „Ich erinnere mich noch genau daran, wie es sich anfühlte, die Tasten fest genug anzuschlagen, und wie stolz ich war.“ Doch bis ihr erstes Werk den Weg in die Bücherschränke findet, wird es noch eine Weile dauern. Zwar liegen ihr in der Schule Deutsch und Englisch am besten, doch nach dem Abitur beginnt Klay Psychologie in Bochum zu studieren. „Es machte für mich Sinn, die Psyche der Menschen verstehen zu lernen. Parallel vertiefte ich weiter mein Faible für True Crime.“
Doch die Geburt ihres ersten Sohnes unterbrach Klays Studien und führte sie aufgrund der Arbeit ihres Ehemannes die kommenden Jahre durch viele Länder. Erst lebte sie einige Jahre in Mexiko, dann folgten Stationen in Peking, Düsseldorf und den USA, bevor es während Corona endgültig zurück nach Düsseldorf ging.
„Mittlerweile hatte ich drei Jungs. Sich um sie im Ausland zu kümmern, immer neu Fuß zu fassen, hat mich viel Zeit und Energie gekostet, so dass ich kaum zum Schreiben kam.“
Aber dann – zurück in Düsseldorf und mit deutlich älteren Kindern – stieß Rose Klay auf die Anzeige eines Verlages: „Wir lesen jede Einsendung!“. „Das hat mich motiviert, denn das Schwerste an meinem Beruf ist es, einen Fuß in die Tür zu bekommen.“ Also setzte sie sich hin und ließ die Finger über die Tastatur gleiten. „Ich muss nur eine ganz grobe Idee haben und dann mit dem Schreiben beginnen. Wenn ich die Finger bewege, kommt die Geschichte von allein. Und wenn alles steht, kann ich nochmals an die Struktur herangehen. Aber erst müssen die Finger sich sozusagen ausleben.“ Denn Klay ist ein sogenannter „Pantser“. Während ein Pantser seine Geschichte ohne detaillierte Planung „aus dem Bauch heraus“ schreibt, plant der Outliner die Handlung und die Szenen vor dem Schreiben sorgfältig. „Beide Schreibstile haben Vor- und Nachteile, aber ich habe es als Outliner versucht. Aber nein, ich bin ein Pantser“, lacht Klay, der mit diesem Manuskript der Durchbruch gelang. Der Verlag war begeistert, sie gewann den Lektoratsvertrag!
Ihr Thriller „Die Tochter“ wurde vom Bastei Lübbe Verlag gedruckt, zwei weitere Thriller folgten. Der vierte kommt im Frühjahr 2026 auf den Markt. „Die Tochter“ spielt in Lohausen – also ist es noch spannender zu lesen, wenn man die Handlungsorte wiedererkennt. „Für mich ist es einfacher zu schreiben, wenn ich die Gegebenheiten kenne. Was ich allerdings nie mache, ist Personen zu erfinden, die meinen Verwandten und Bekannten nahekommen. Daher hätte das Buch auch nie ,Mein Sohn‘ heißen können – ich brauche da immer eine gewisse Distanz“, erklärt die Schriftstellerin. Denn ihre Geschichten gehen unter die Haut und sind nichts für schwache Nerven. Zum Glück gehen Rose Klay die Idee nicht aus, so dass sich die Leser auf hoffentlich viele weitere Bücher von ihr freuen dürfen – doch gut Ding will Weile haben. Bis ein Buch wirklich im Handel zu haben ist, vergehen schnell schon mal zwei Jahre.
Der Heimat- und Bürgerverein Lohausen-Stockum eingetragener Verein hat Rose Klay eingeladen, am 30. Oktober in der Lohauser Jonakirche eine Lesung zu veranstalten. Ab 19 Uhr wird sie Passagen aus „Die Tochter“ vorlesen. Im Anschluss an die Lesung gibt es die Möglichkeit zu einem gemütlichen Beisammensein, bei dem Rose Klay auch ihre Bücher signieren wird. Der Eintritt ist frei, die Veranstalter bitten jedoch um eine Spende an die Jonakirche.
NORDBOTE-Newsletter
Neuste Nachrichten für Düsseldorf-Nord und Duisburg-Süd, Events und Angebote jeden Dienstag- und Freitagmorgen direkt in Ihr Mail-Postfach!
