Die Rheinkirmes öffnet am Freitag, 17. Juli, um 16.30 Uhr zum 125. Mal ihre Tore auf den Oberkasseler Rheinwiesen, und in diesem Jubiläumsjahr soll sie noch bunter werden. „Wir haben in diesem Jubiläumsjahr, in dem die Düsseldorfer Familienkirmes zum 125. Mal auf den Rheinwiesen zu Gast ist, in besonderem Maße auf Vielfalt geachtet“, sagte Andreas-Paul Stieber, 1. Chef der St. Sebastianus Schützen von 1316, auf der Pressekonferenz im Düsseldorfer Rathaus. Mehr als zehn Prozent der rund 300 ausgewählten Schausteller und Gastronomen sind erstmals in Düsseldorf dabei, unter mehr als 1.000 Bewerbungen. Das gastronomische Angebot reicht von Currywurst und Reibekuchen bis zu Kaiserschmarrn und veganen Speisen, bei den Fahrgeschäften ist unter anderem der neue Thrillride „Oracle“ und das sonst vom Oktoberfest bekannte „Rund um den Tegernsee“ erstmals dabei.
Mit umgerechnet 400.000 Gästen pro Tag liegt die Rheinkirmes bundesweit auf Platz zwei hinter dem Münchner Oktoberfest und deutlich vor Cranger Kirmes und Stuttgarter Wasen. Organisiert wird das zweitgrößte Volksfest Deutschlands ehrenamtlich von den St. Sebastianus Schützen von 1316, die in diesem Jahr auch beim Höhenfeuerwerk mehr auf Sicherheit setzen. Nachdem im vergangenen Jahr ein Unfall mit Feuerwerksquerschlägern zu Verletzten geführt hatte, werden die Abschussrampen nun in 2,60 Meter hohe Muldencontainer verbaut. „Auch das Feuerwerk soll weiterhin ein Familienfest sein. Daher hat die Sicherheit und damit das gute Gefühl oberste Priorität“, sagt Sven Gerling, Geschäftsführer der St. Sebastianus Veranstaltungs GmbH.

Die Rheinkirmes läuft bis Sonntag, 26. Juli, 24 Uhr. Höhepunkt ist der große Festumzug am Sonntag, 19. Juli, der um 15 Uhr an der Cecilienallee startet und mit rund 1.500 Teilnehmern durch die Altstadt bis zur Jägerhofallee führt. Wer ohne Auto anreisen will, kann auf ein verstärktes Angebot der Rheinbahn setzen: Die Stadtbahnlinien U75, U76 und U77 sowie die zusätzliche Linie E bringen Gäste in sieben Minuten vom Hauptbahnhof zur Haltestelle „Luegplatz“, in Spitzenzeiten im Zwei-Minuten-Takt. Erstmals seit 2019 pendelt zudem wieder die Kirmesfähre zwischen Altstadt und Festwiese, eine Verbindung, die auch für Gäste aus Kaiserswerth interessant ist, wo die Rheinfähre nach Langst seit Kurzem ebenfalls zur Rheinbahn gehört.
Drohnenshows, Feuerwerk und Sperrungen
Wie die Polizei Düsseldorf mitteilt, wird auch in diesem Jahr wieder eine gesonderte Drohnenshow über den Rheinwiesen gezeigt. Sie beginnt am Dienstag, 21. Juli, um 22.30 Uhr. Am Freitag, 24. Juli, leitet eine Drohnenshow das traditionelle Höhenfeuerwerk ein, das Lichtspektakel startet an diesem Abend wie im Vorjahr bereits um 22.15 Uhr. Damit die zahlreichen Zuschauer ausreichend Raum haben, werden umfangreiche Sperrungen eingerichtet. An beiden Tagen werden die Oberkasseler Brücke und die Rheinkniebrücke frühzeitig für den Autoverkehr gesperrt. Weil die Theodor-Heuss-Brücke nur eingeschränkt belastet werden darf, wird der Schwerlastverkehr mit mehr als 3,5 Tonnen zusätzlich im Bereich des Seesterns umgeleitet. Auch die Innenstadt ist von zahlreichen Verkehrssperrungen betroffen, insgesamt ist mit erheblichen Beeinträchtigungen für den Autoverkehr zu rechnen. Die Polizei bittet Verkehrsteilnehmer und Parkplatzsuchende, auf die Beschilderung sowie die Hinweise der Stadt Düsseldorf und des Veranstalters zu achten.
Höhenretter trainieren an den Fahrgeschäften
Auch die Feuerwehr ist gerüstet. Wie die Stadt Düsseldorf mitteilt, stehen an allen zehn Kirmestagen täglich rund 200 Einsatzkräfte bereit, auf dem Festgelände kommen Feuerwehrleute und ein Sanitätsdienst dazu, an den Abenden von Drohnenshow und Feuerwerk zusätzlich Rettungsboote auf dem Rhein. Weil die höchsten Fahrgeschäfte mehr als 80 Meter erreichen und Drehleitern nur bis etwa 20 Meter helfen, haben die Höhenretter der Feuerwehr schon vor der Eröffnung die Rettung aus Hochfahrgeschäften trainiert. Für die Kirmestage betreibt die Feuerwehr zudem traditionell eine eigene Wache am südlichen Eingang der Rheinwiesen am Kaiser-Wilhelm-Ring. Damit Einsatzkräfte Notrufe schnell zuordnen können, tragen alle Fahrgeschäfte, Betriebe und Festzelte eine Kennzeichnung mit Straßenname und Hausnummer, der Notruf läuft wie gewohnt über die 112.
Warnung vor K.O.-Tropfen
Im Vorfeld der Rheinkirmes warnt der Kriminalpräventive Rat der Landeshauptstadt (KPR) vor sogenannten K.O.-Tropfen, wie die Stadt Düsseldorf mitteilt. Die farb-, geruchs- und geschmacksneutralen Betäubungsmittel kommen in Kneipen und Diskotheken ebenso zum Einsatz wie auf großen Volksfesten. Die Täter mischen sie ihren Opfern unbemerkt ins Getränk, wenn gefeiert wird und ausgelassene Stimmung herrscht. Ziel ist es, die Opfer kurzzeitig orientierungs-, hilf- oder willenlos zu machen, um sie sexuell zu missbrauchen oder auszurauben.
Der KPR rät, das eigene Glas nie unbeaufsichtigt stehen zu lassen und es vor dem Gang zur Tanzfläche oder zur Toilette möglichst auszutrinken. Besteht die Möglichkeit, dass jemand unbemerkt etwas ins Glas getan haben könnte, sollte zur eigenen Sicherheit ein neues Getränk bestellt werden. Wer plötzlich unter Übelkeit, Schwindel oder Unwohlsein leidet, sollte Freunde oder das Personal ansprechen und den Ort nur mit Vertrauenspersonen verlassen, nie mit Fremden. Auch wer solche Anzeichen bei anderen bemerkt, sollte deren Aussagen ernst nehmen und Hilfe holen. Geht es einem Menschen erkennbar sehr schlecht, gehört ein Krankenwagen alarmiert. Bei Verdacht, unter den Einfluss von K.O.-Tropfen geraten zu sein, sollte der Polizeinotruf 110 gewählt werden.
Die KPR-Fachgruppen „Opferschutz“ und „Gewaltprävention – Lesben, Schwule, Trans*“ verfolgen das Thema bereits seit 2008. Weiterführende Informationen gibt es auf www.ko-tropfen-duesseldorf.de.
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