Renaturierung und andere Maßnahmen am Kittelbach

Der Kaiserswerther Wasserfall ist etwas versteckt unterhalb der Niederrheinstraße und schwer zugänglich, aber eindrucksvoll. Foto: hs
Der Kaiserswerther Wasserfall ist etwas versteckt unterhalb der Niederrheinstraße und schwer zugänglich, aber eindrucksvoll. Foto: hs

Ein naturnaher Ausbau des Kittelbachs vom Auslass der Verrohrung unter dem Flughafen bis zur Mündung in den Rhein ist schon seit vielen Jahren vorgesehen. Jetzt ist für das Teilstück bis zur Niederrheinstraße das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen. Die Umsetzung der darin festgelegten Renaturierungsmaßnahmen auf der circa 1,7 Kilometer langen Strecke ist ab 2026 geplant. Wegen der oft bis an den Bach angrenzenden Bebauung bleibt in vielen Bereichen das Bachbett bestehen. Die früheren Mäander durch die flache niederrheinische Landschaft lassen sich nicht wiederherstellen.

Ursprünglich hatte der Kittelbach sein Quellgebiet in Gerresheim, im ehemals sumpfigen Bereich der Torfbruchstraße. Im Zuge von Regulierungen wurde der Kittelbach im Laufe der Jahrhunderte zum „nördlichen Arm der Düssel“, eingezwängt in ein Betonbett und eine Verrohrung. Unter dem Daimler-Benz-Werk verläuft er rund 700 Meter unterirdisch, unter dem Flughafen rund 1.500 Meter.

Über lange Strecken ist der Kittelbach ein schnurgerader Kanal. Foto: hs
Über lange Strecken ist der Kittelbach ein schnurgerader Kanal. Foto: hs

In Unterrath sind in den vergangenen Jahren Teilstücke renaturiert worden, soweit dies in den bebauten Gebieten möglich war. Mit uferbegleitenden Wegen ist er für Spaziergänger und Radler erlebbar. In Verbindung mit dem Bau der A 44 und der Anlage des Flughafenparks umfließt der Bach eine Insel, auf der im früheren Mittelalter wahrscheinlich eine Fliehburg (Motte) stand („Alte Burg“). Im Wald und dichten Gebüsch ist der erhaltene Tafelberg jedoch nicht mehr zu erkennen. Ob der Weg unterhalb des Flughafendurchlasses entlang des eingezäunten Regenrückhaltebeckens Kalkum zum gewässerbegleitenden Weg ausgebaut wird, ist noch in Prüfung, so die Stadtverwaltung. Der Trampelpfad gegenüber, entlang des Flughafenzauns, soll bleiben, wie er ist. Zur jetzt anstehenden Renaturierung unterhalb des Flughafens, so schreibt der BUND Naturschutz, „ist ein durch Menschen gravierend verändertes Gewässer, an dem sich dennoch reichlich Potenzial für eine ökologische Aufwertung bietet.“

Für die Renaturierung des Teilstücks unterhalb der Niederrheinstraße gab es schon vor Jahren detaillierte Planungen. Aktuell liegt aber kein gültiger Planfeststellungsbeschluss vor. Auf diesem Teilstück wäre der direkt unter der Niederrheinstraße 3,4 Meter hohe „Kaiserswerther Wasserfall“ so umzubauen beziehungsweise abzuflachen, dass er für Fische passierbar wird. Bis zu 20 Fischarten sind im Kittelbach nachgewiesen. Sie schaffen es aber nicht, den Wasserfall und die Verrohrung des Baches unter dem Flughafen zu überwinden. Auch die starke Strömung auf dem Betonbett unter dem Leinpfad ist für Fische nur bei Hochwasser überwindbar.

Die wesentlichen Maßnahmen bei allen Restaurierungen des Kittelbachs sind die Entfernung des Betonbetts und naturnahe, standortgerechte Uferbepflanzungen. Der Kittelbach war im Laufe der Jahrhunderte nicht nur begradigt, sondern auch verlegt worden. Bis in die 1920er-Jahre floss er dem Weg „Nach den Hingbenden“ und dem Ritterskamp entlang in und durch den Kaiserswerther Wallgraben. Ein paar uralte Weiden unter dem Barbarossawall erinnern noch daran. Nachdem der Bach die Klemensbrücke unterquert hatte, mündete er damals nördlich von Kaiserswerth, unterhalb des Mühlenturms in den Rhein.

Als weitere Baumaßnahmen im Bereich des Kittelbachs sind aktuell die Sanierung des Brückengeländers am Fährer Weg angekündigt. Die Brücke der Annostraße soll erneuert werden. Die beiden Maßnahmen stehen nicht in Verbindung mit der Renaturierung. Auf der Wiese hinter der Wohnbebauung an der Ostseite der Alten Landstraße, direkt südlich des Kittelbachs, ist mit der Anlage einer „Hochzeitswiese“ begonnen worden, hatte die Verwaltung der Bezirksvertretung vor einigen Monaten mitgeteilt. Zugänglich ist die Wiese über einen Trampelpfad auf der Deichkrone südlich der Brücke der Alten Landstraße.

Teils idyllisch, teils mit standortfremdem Uferbewuchs in Höhe des Spee-Biotops und des Suitbertus-Sees, deren Wasserspiegel circa 5 Meter tiefer liegen als der Kittelbach. Foto: hs
Teils idyllisch, teils mit standortfremdem Uferbewuchs in Höhe des Spee-Biotops und des Suitbertus-Sees, deren Wasserspiegel circa fünf Meter tiefer liegen als der Kittelbach. Foto: hs

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