Die letzte Messe in St. Stephanus in Ungelsheim fand, wie berichtet, am zweiten Weihnachtstag statt. Kürzlich wurde auch der Altar entwidmet: Die Reliquien, die der Bischof bei der Weihe des Altars dort eingemauert hatte, wurden nun entnommen. Auch zahlreiche Gläubige waren gekommen, unter ihnen der ehemalige evangelische Pfarrer Bartsch. Anschließend wurden in der Kirche Kaffee und Kuchen ausgeteilt.
Pfarrer Andreas Brocke hatte das Reliquienkästchen aus dem Altar genommen. Es wird nun zusammen mit den Reliquien aus der 2010 abgebrochenen Kirche Heilig Geist (Buchholz) und der 2022 abgebrochenen Kirche St. Joseph (Wedau) in Buchholz aufbewahrt. „Über die endgültige Verwendung wird noch entschieden“, heißt es in den aktuellen Pfarrnachrichten. Der Ungelsheimer Kirche droht allerdings nicht dasselbe Schicksal wie den beiden anderen Kirchen: „Das denkmalgeschützte Gebäude wird verkauft und soll nach dem Umbau einer anderen Nutzung zugeführt werden“, so Verwaltungsleiter Uwe Becker.
Seit dem Ende der römischen Christenverfolgung sei man dazu übergegangen, Märtyrer-Reliquien (also die Gebeine der Heiligen, manchmal auch nur einzelne Knöchelchen) in den neu errichteten Altären beizusetzen. Deswegen sei bis heute jeder Altar in jeder katholischen Kirche sozusagen das Grab eines oder mehrerer Märtyrer. Unklar sei, wer dieses in Ungelsheim gewesen sei.
NORDBOTE-Newsletter
Neuste Nachrichten für Düsseldorf-Nord und Duisburg-Süd, Events und Angebote jeden Dienstag- und Freitagmorgen direkt in Ihr Mail-Postfach!
