Die Reinigung Systema ist aus Lohausen nicht wegzudenken. Seit 1980 arbeitet Bosiljka Muyan im Textilpflegegewerbe. Im Jahr 1996 übernahm sie das Geschäft als selbstständige Unternehmerin. Kürzlich stand sie vor einer großen Herausforderung, die sie mit Bravour meisterte: Sie zog auf die andere Straßenseite um und führt ihr Geschäft dort mit derselben Leidenschaft weiter, die ihre Kunden so sehr schätzen.
Bosiljka Muyan kam als 16-Jährige aus Kroatien nach Deutschland, um für eine damalige Warenhauskette die Kunst des Kelimwebens vorzuführen. So lernte sie Deutschland kennen und lieben – und blieb. 1980 begann sie bei der Reinigung Systema und eignete sich das gesamte Wissen über die Textilpflege an. „Ich liebte meine Arbeit vom ersten Tag an – und den Kontakt zu den Kunden“, sagt die heute 64-Jährige und strahlt dabei.
Als die damaligen Eigentümer Hellmuth 1996 in den Ruhestand gingen, zögerte sie nicht und übernahm die Reinigung. Sie hat es nie bereut. „Mein Geschäft macht mich glücklich. Ein Ruhestand kommt für mich nicht infrage – solange ich kann, werde ich hier arbeiten.“
Im vergangenen Jahr dann der Schock: Die Eigentümer der Immobilie verstarben, das Haus ging an die Stadt Düsseldorf. Schnell wurde klar, dass eine Verlängerung des Mietvertrags wegen des schlechten Zustands vorerst nicht möglich war. Das machte nicht nur Bosiljka Muyan traurig, sondern auch alle Kunden und Nachbarn. Die Lösung kam unerwartet und von gegenüber: Die Fahrschule bekam Wind von der Notlage. „Der Fahrlehrer sagte zu mir: Sie gehören doch zu Lohausen. Ich will mich in zehn Monaten zur Ruhe setzen, aber wenn es hilft, höre ich früher auf, und Sie können meine Räumlichkeiten haben.“ Gesagt, getan! Die Vermieter stimmten zu, und so zog Bosiljka Muyan am Rosenmontag in die neuen Räumlichkeiten um. Auch auf der anderen Straßenseite fühlt sie sich rundum wohl.
Was die Kunden an Bosiljka Muyan und der Reinigung Systema so schätzen? Zum einen natürlich das echte Handwerk: Jedes Hemd und jedes Wäscheteil wird mit Sorgfalt und Liebe von Hand gebügelt. Aber es ist vor allem die gelebte Kundenfreundlichkeit, mit der Muyan und mittlerweile auch ihr Sohn das Geschäft führen. Beryl Bokor, eine Kundin, die gerade die Geschäftsräume betritt, bestätigt dies: „Meine Eltern sind immer begeistert, wie schön und ordentlich alles ist. Und ich als Tochter freue mich, dass meine Eltern hier gute Hilfe mit ihrer Wäsche bekommen. Ich lebe in Schottland und bin nur alle paar Wochen vor Ort. Aber es beruhigt mich, dass sie hier gut aufgehoben sind.“
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