Niedrigwasser legt breite Sandbuchten am Rhein bei Kaiserswerth frei

Einen breiten „Traumstrand“ wie in der Karibik hat der Rhein oberhalb von Kaiserswerth freigelegt. Im Hintergrund liegen die stillgelegte Rheinfähre und ein vor Anker gegangenes Frachtschiff. Foto: hs
Einen breiten „Traumstrand“ wie in der Karibik hat der Rhein oberhalb von Kaiserswerth freigelegt. Im Hintergrund liegen die stillgelegte Rheinfähre und ein vor Anker gegangenes Frachtschiff. Foto: hs

Der Pegelstand des Rheins ist derzeit so niedrig wie noch nie gemessen (Stand Freitag, 14. August). Nach den amtlichen Prognosen soll er noch weiter sinken.

Die nächstgelegene Pegelmessstelle (Pegeluhr) befindet sich am Düsseldorfer Altstadtufer bei Rheinkilometer 744,2. Der Pegel gibt nicht die Wassertiefe an, sondern den Abstand zur Wasseroberfläche in Zentimetern an einer bestimmten Messstelle. Diese Messstelle (Gleichwertiger Wasserstand, GlW) liegt in Düsseldorf 91 Zentimeter unter Wasser, wenn die Fahrrinne 2,5 Meter tief ist, wie sie zwischen Koblenz und Krefeld als Mindest-Fahrrinnentiefe angegeben wird.

Ein unbeladenes normales Frachtschiff hat ungefähr einen Tiefgang von 1,5 Metern. Die tatsächliche Wassertiefe in der Fahrrinne errechnet sich aus der Fahrrinnentiefe von 250 Zentimetern plus Pegelstand, zum Beispiel 20 Zentimeter, minus GlW von 91 Zentimetern. Das ergibt eine tatsächliche Fahrrinnentiefe von 179 Zentimetern. Beim Pegelstand null ist die Fahrrinne also nur noch 1,59 Meter tief. Es wird befürchtet, dass der Düsseldorfer Pegel in den nächsten Tagen gegen null tendiert. Er kann auch unter null fallen, mit dann entsprechend niedrigerer Fahrrinne. Der höchste gemessene Pegel in Düsseldorf war vor hundert Jahren am 2. Januar 1926 mit 1110 Zentimetern.

Südlich von Kaiserswerth hat der Fluss breite Sandbuchten freigelegt. Die Kaiserswerther Fähre hat, wie auch die Zonser Fähre, den Betrieb bereits eingestellt. In den vergangenen Tagen war zu beobachten, dass nur noch wenige Schiffe mit wenig Fracht Kaiserswerth passierten. Gelegentlich ankert eins am Meerbuscher Ufer. Baden im Rhein ist jetzt noch gefährlicher, da man dem Sog der Schiffsschrauben im schmaleren Rhein näherkommt. Die Strömung im schmaleren Fluss ist eher stärker. Auch hygienische Gründe sprechen gegen das Baden im Rhein, so blau und klar sein Wasser auch aussieht.

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