Nicola Thomas spielt Florence Nightingale in der Mutterhauskirche Kaiserswerth

Die Schauspielerin und evangelische Pfarrerin Nicola Thomas verkörpert Florence Nightingale im Musiktheater „Berufung | Vocation“ in der Kaiserswerther Mutterhauskirche. Foto: Nora Schöner
Die Schauspielerin und evangelische Pfarrerin Nicola Thomas verkörpert Florence Nightingale im Musiktheater „Berufung | Vocation“ in der Kaiserswerther Mutterhauskirche. Foto: Nora Schöner

Was bedeutet es, einer inneren Berufung zu folgen? Und was kann Florence Nightingale heute über Pflege, Verantwortung und Menschlichkeit sagen? Mit dem Musiktheater „Berufung | Vocation“ und einer Parcours-Inszenierung an historischen Orten bekommt die Pionierin der modernen Pflege am Samstag und Sonntag, 19. und 20. September, ein eigenes Kulturwochenende in Kaiserswerth. Der Anlass ist ein rundes Jubiläum, denn vor 175 Jahren hielt sich Florence Nightingale in Kaiserswerth auf. Das teilt die Kaiserswerther Diakonie mit.

Die Regisseurin Friederike Felbeck, die die künstlerische Leitung übernommen hat, inszeniert Florence Nightingale nicht als historische Ikone, sondern bringt deren Gedanken mit der Gegenwart in Dialog. Nightingales Schriften treffen auf persönliche Erfahrungen heutiger Pflegekräfte und von Mitgliedern der Kaiserswerther Schwesternschaft. Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder die menschliche Stimme. Entstanden ist das Projekt auf Initiative und in Kooperation mit der Fliedner-Kulturstiftung Kaiserswerth.

Am Samstag, 19. September, wird die Mutterhauskirche am Zeppenheimer Weg 18 in Kaiserswerth um 19 Uhr zum Schauplatz des Musiktheaters. Die Schauspielerin und evangelische Pfarrerin Nicola Thomas verkörpert Florence Nightingale und verleiht ihren literarischen, überraschend zeitgenössisch wirkenden Texten eine Stimme. Musikalisch gestalten die Konzertpianistin Ani Ter-Martirosyan und das Rheinstimmen Ensemble mit Julia Hagenmüller, Eva Marti, Felix Leander Läpple und Joel Urch den Abend. Der Eintritt kostet 12 Euro, ermäßigt 7 Euro.

Für Nicola Thomas ist die intensive Beschäftigung mit Florence Nightingale zugleich eine persönliche Entdeckung: „Je länger ich mich mit ihr beschäftige, desto klarer wird mir ihre enorme Energie und Tatkraft. Sie war eine Wanderin zwischen den Welten, eine unermüdliche Sucherin nach neuen Wegen. Dabei blieb sie innerlich unabhängig: ein Freigeist mit unglaublich viel Gefühl und Herz.“ In Anlehnung an Nightingale beschreibt Thomas Berufung als „Brot, ohne das man nicht leben kann“. Wer sich wirklich berufen fühle, müsse dem folgen, was ihn im Innersten antreibe. „Berufung ist eine existentielle Angelegenheit“, sagt Thomas.

Als evangelische Pfarrerin ist Thomas selbst täglich in diakonische Arbeit eingebunden und erlebt die Herausforderungen in den Pflegeberufen unmittelbar. Nightingale habe dem Pflegeberuf zu ihrer Zeit eine neue gesellschaftliche Bedeutung gegeben. „Auf einmal bekommt dieser Beruf Glanz und Ausstrahlung“, beschreibt Thomas deren Wirkung.

Am Sonntag, 20. September, wird um 15 Uhr der historische Campus der Kaiserswerther Diakonie selbst zur Bühne. Die Parcours-Inszenierung „Vom Diakonissenfriedhof zum Pflegemuseum“ beginnt am Diakonissenfriedhof an der Schleifergasse/Alte Landstraße 179 und führt über den Schwesterngarten und die Feierabendhäuser bis zum Pflegemuseum. Auch neu entstandene Orte wie das K3, die Fliedner Fachhochschule und das Friederike-Fliedner-Hospiz sind eingebunden, sodass Pflegegeschichte räumlich erfahrbar wird. Mitglieder der Kaiserswerther Schwesternschaft wirken mit und bringen ihre eigenen Erfahrungen ein. Der Eintritt ist frei.

Karten für das Musiktheater am 19. September gibt es per E-Mail an berufung.vocation@fliedner-kulturstiftung.de sowie im Lädchen des Pflegemuseums, dienstags und mittwochs von 9.30 bis 16 Uhr und donnerstags von 10 bis 12 Uhr. Ermäßigte Karten erhalten Auszubildende und Studierende, Schwerbehinderte ab einem Grad der Behinderung von 80, Inhaber des Düsselpasses sowie Ehrenamtliche der Kaiserswerther Diakonie und der Fliedner-Kulturstiftung. Für Mitglieder der Kaiserswerther Schwesternschaft ist der Eintritt frei. Der genaue Programmverlauf steht ab Dienstag, 1. September, auf www.kaiserswerther-diakonie.de.

Gefördert wird das Projekt vom LVR Landschaftsverband Rheinland, der Kunststiftung NRW, dem NRW KULTURsekretariat, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der Stadtsparkasse Düsseldorf.

NORDBOTE-Newsletter
Neuste Nachrichten für Düsseldorf-Nord und Duisburg-Süd, Events und Angebote jeden Dienstag- und Freitagmorgen direkt in Ihr Mail-Postfach!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert