Das älteste schriftliche Dokument der Huckinger Schützen ist 200 Jahre alt: die Satzung der Sterbelade. Dieses Jubiläum nahm die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Huckingen von 1687 zum Anlass, einen Kaiser auszuschießen. Diesen Titel sicherte sich Andreas (Ede) Schmalenbach. Beim Königsschießen setzte sich am Sonntag, 30. August, Maurice (Mo) Schmidt durch, der Carolina Fucker-Thon zur Königin gewählt hat. Den Prinzenvogel holte Jana Kirchholtes von der Stange; sie wird von Luke Mayer begleitet.

Bei angenehmen Temperaturen und vor allem trockenen Wetter verliefen die Schießwettbewerbe am Sonntag. Vor den Augen zahlreicher Huckingerinnen und Huckinger stellten sich die neuen Majestäten bei einem Umzug sowie bei der Parade Im Ährenfeld vor. Der neue König Mo Schmidt ist bei den Offizieren aktiv. Die Thronpaare bilden Ingo van Megen mit Alina Stegemann sowie Sören Bischoff mit Ronja Mayer.

Brudermeister Thomas (Tümmel) Kirchholtes war stolz, mit zwei Töchtern auf dem Podest zu stehen: Die neue Prinzessin Jana folgt auf ihre Schwester Laura, die weiterhin als Diözesanprinzessin agiert. Prinzenadjutant ist Adrian Zielasko. Als Tellprinzessin ist Leni Fischermann zu sehen, Schülerprinzessin ist Emma Taubert.
Der Tag begann offiziell mit den Ehrenschüssen, die Vertreter aus Parteien und Vereinen abgaben. Folgende Schützen waren bei den Pfändern erfolgreich: Peter Arnold, Noah Hertel, Ronja Mayer, Nobert Remmert und Laura Schmidt beim Königsvogel; Lea Eliaß, Timo Kraus und Jana Kirchholtes beim Prinzenvogel.
Nach der traditionellen Erbsensuppe wurde es spannend: Auf den Prinzenvogel schossen vier Anwärterinnen und drei Anwärter. Um kurz nach 15 Uhr fiel der Vogel – Jana Kirchholtes nahm viele Glückwünsche entgegen. Um die Königswürde bewarben sich neben Mo Schmidt auch Guido Rettinghausen, Yannick Arend und Philipp Schmidt. Der neue König wurde gegen 15.30 Uhr gefeiert – zunächst auf dem Platz, dann offiziell mit Hofstaat auf der Bühne. Die Majestäten wurden vor dem Festumzug in der Kirche St. Peter und Paul durch Präses Hermann-Josef Brandt gesegnet.


Am Samstag stand das scheidende Königspaar im Mittelpunkt: Ingo van Megen mit Maike Krawanja. Sie hatten mit ihrem gesamten Thron vor dem großen Festumzug durch den Ort das Kaiserschießen verfolgt. Im Gespräch mit NORDBOTE.de erzählte der neue Kaiser Ede Schmalenbach: „Ich bin von meiner Kindheit an ein Vollblutschütze und werde oft als das stille Gewissen der Bruderschaft bezeichnet.“ Als dritter Huckinger Kaiser möchte er die Werte und Traditionen der Bruderschaft hochhalten. Den Titel der Jubiläumsprinzessin sicherte sich Laura Schmidt.

Viele befreundete Bruderschaften aus der Umgebung – Buchholz, Großenbaum, Laar, Mündelheim, Rahm, Selbeck, Serm und Wedau – reihten sich in den Umzug mit ein und zollten dem Thron bei der Parade Respekt. Die Wegstrecke wurde wegen des Regens verkürzt. Das Platzkonzert vor der Kirche fiel aus, aber die Stimmung blieb trotzdem gut. Im Festzelt überreichte das Königspaar anschließend einen Scheck über 6.000 Euro an Vertreter des Malteser Hospizes St. Raphael. Ein schönes Ergebnis aus dem Weihnachtsmarkt, den die Schützen seit vielen Jahren am Steinhof organisieren!

Begonnen hatte das Schützen-, Volks- und Heimatfest am Freitagabend. Präses Brandt stimmte in Reimform in einem Wortgottesdienst auf das Fest ein. Sein Wunsch, der übrigens auch von vielen Mitgliedern geteilt wird: Endlich mal eine Königin begrüßen zu dürfen. Dieses ist bislang laut Satzung aber noch nicht möglich. Bei der „Huckinger Nacht“ standen erstmals die „Almrocker“ auf der Bühne. Mit ihrer Musikauswahl trafen sie den Nerv der 900 Gäste, die bis in die frühen Morgenstunden ausgelassen tanzten und feierten.


































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