Deshalb engagiere ich mich
„Ich wollte nicht, dass meine Enkelkinder in einem Dorf ohne Kirche groß werden!“, antworte ich regelmäßig auf die Frage, warum ich das alles mache. Aber das ist nicht der einzige Grund, es ist einfach lebenswert bei uns, und es besteht ein einzigartiges Wir-Gefühl in Serm.
Wir, das sind etwa 2.000 Bewohner in circa 1.500 Haushalten, unter denen bei vielen ein großer Zusammenhalt besteht. Dazu gehören fünf aktive Bauernhöfe, von denen zwei einen Hofverkauf anbieten. Wir kaufen unsere Kartoffeln und das Gemüse noch direkt vom Erzeuger. Man kennt sich, man hilft sich, man passt aufeinander auf und man grüßt sich auf der Straße. Zudem gehen unsere Kinder hier im Dorf zum Kindergarten und zur Grundschule.
Als im Jahr 2018 der Kirchenkreis Duisburg Süd seine Gebäude in Kategorien eingeteilt hat, war für unsere Kirche in Serm die Schließung mit späterem Abriss vorgesehen. Damit wollte sich niemand im Dorf abfinden, weshalb sich eine Gruppe gefunden hat, um dies zu verhindern. Dieser Initiativkreis hat eine Vision entwickelt, die mich überzeugte, meine Zeit und Leidenschaft zur Verfügung zu stellen.
Wir haben unsere Kirche mit angrenzendem Gemeindehaus und Vorplatz sowie das Gemeindezentrum zum Mittelpunkt des Dorfes entwickelt. Dies gilt sowohl für das pastorale als auch in besonderem Maße für das kulturelle Leben im Dorf.
Regelmäßig hält ein Pfarrer die heilige Messe, was aber nicht mehr wöchentlich geschieht, sodass wir dazwischen Wortgottesdienste, die von unserem Pastoralteam gehalten werden, durchführen. Daneben erlebt unsere Kirche aber auch andere Veranstaltungen. Wir haben bereits mehrere Rock- und Popkonzerte, Opernaufführungen, Quizabende, Lesungen, Mitsingkonzerte, Kirchenkino und Ähnliches veranstaltet. Bei den Kindern beliebt ist unsere „Dorfkinder“-Gruppe.
Unser Kirchengelände ist der Mittelpunkt unseres Dorflebens, weshalb wir das gesamte Areal 2024 in unser Eigentum übernommen haben. Wir sind die einzige privatisierte katholische Kirche in Deutschland, die nicht entweiht ist.
Dabei sind wir offen für alle Menschen, gleich welcher Herkunft, Religion und Orientierung. Die Vielfalt und Lebendigkeit, unterstützt durch die Hilfsbereitschaft aller Bewohner, prägen das tägliche Leben in Serm und machen es so einzigartig. Meine Motivation war und ist, dieses besondere Lebensgefühl und die Gemeinschaft für alle Sermer zu schaffen und zu erhalten.
Mein Wunsch:
Mein Wunsch ist, die Begeisterung für das Dorf und die Bereitschaft, sich persönlich einzusetzen, in die Zukunft zu tragen und junge Menschen zu gewinnen, die für sich entdecken, welches Geschenk es ist, in Serm zu leben. Aber da bin ich sicher, dass es nicht bei einem Wunsch bleiben wird. Ich habe bereits positive Rückmeldungen von jüngeren und jungen Mitbewohnern erhalten.
**Michel Germ,
Vorsitzender des Förderverein Herz-Jesu-Serm e.V.**
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